Herausforderung Steckverbinder So geht‘s durch den Dschungel

Standardbauelemente werden knapp

Der Distributor will auf dem deutschen und europäischen Markt weiter expandieren und baut seine Kapazitäten kräftig aus. »Unsere Kunden stehen unter großem Zeit- und Kostendruck. Gleichzeitig sehen wir eine Verknappung bei fast allen Bauelementen. Als Distributor können wir unsere Kunden gegen längere Lieferzeiten schützen«, beschreibt Stefan Schumacher den Handlungsbedarf. Heilind habe die Lieferengpässe durch eine massiv höhere Bevorratung bisher recht gut abgefangen. Diese Herausforderung werde allerdings noch länger anhalten. Deshalb rät Heilind seinen Kunden zur längerfristigen Disposition.

Für mehr Sicherheit auf Kundenseite trage auch die engere Verflechtung der Supply-Chain von Distributor und Kunde bei. So befinden sich die Bauteillager der Kunden immer häufiger bei Heilind. Geliefert wird vom Distributor dann für den aktuellen Bedarf direkt in die Produktion. Ziel sei, den manuellen Logistikaufwand bei den Kunden weiter zu senken. Dazu werde die elektronische Bestellabwicklung weiter ausgebaut, um weitere Teilprozesse automatisieren zu können. »Auf diese Weise helfen wir unseren Kunden, die Kosten zu senken. Und wir profitieren durch eine steigende Kundenbindung«, beschreibt Barrig einen gemeinsamen Nutzen.

»Kunden müssen nur die Menge abnehmen, die sie wirklich brauchen«

Auch bei den Bauteilherstellern ist vieles im Umbruch. Die Direktbelieferungen werden immer häufiger auf wenige Großkunden beschränkt. Bei anderen werden die Mindestbestellmengen drastisch erhöht. Schließlich beschränken etliche Hersteller ihre Distributorenliste auf wenige Partner. »Für unsere Kunden sind das zusätzliche Unsicherheiten. Der Markt muss dagegen wieder verlässlicher werden. Niemand will beispielsweise eine Großverpackung von 10.000 Stück ordern, wenn er nur 800 Bauteile benötigt. Deshalb weiten wir als Distributor unsere Services weiter aus. Wir garantieren unseren Kunden auch künftig, dass sie nur die Mengen abnehmen müssen, die sie wirklich brauchen«, so Barrig.

Die Produktmanager verweisen darauf, dass Heilind in Nordamerika im Bereich Interconnect die Nummer 1 ist und sehr enge Beziehungen zu mehr als 100 der wichtigsten Hersteller der Branche pflegt. Aktuell umfasse die Linecard für Europa 25 Anbieter. Bis Ende 2018 sollen dies etwa 30 Hersteller sein. Für die weitere Expansion sei allein in Deutschland die Zahl der Mitarbeiter um über 50 Prozent auf mehr als 100 erhöht worden.

Mehr Serviceangebote

»In den USA und Asien gibt es den Trend zu Value-dded Services. Dort färben wir Stecker oder beschneiden Stiftleisten für die Bestückung und vieles mehr«, gibt Schumacher einen Einblick. In Deutschland bereits fest etabliert ist eine eigene Steckerfertigung. »Unsere eigene zertifizierte Steckerfertigung ist eine gefragte Dienstleitung. Wir haben zum Beispiel einen Stecker im Portfolio, der modular aus vielen unterschiedlichen Einzelteilen individuell konfiguriert werden kann. Hier beträgt die Lieferzeit beim Hersteller schnell 16 und mehr Wochen. Wir benötigen in unserer Fertigung weniger als eine Woche und können auch sehr kleine Stückzahlen liefern.«

Als weitere Beispiele nennen die Produktmanager das Umspulen großer Hersteller-Gebinde auf kleinere Mengen oder das Nachbearbeiten von Produkten. Hier kann bei mehrpoligen Leiterplatten-Steckverbindern eine den Kundenwünschen entsprechende Anzahl an Pins herausgezogen werden. Außerdem erstellt der Distributor anhand einer Stückliste komplette Bauteilsets für die Fertigungsprozesse seiner Kunden.

Bei Heilind wurde zudem ein eigener Bereich für Labeling und Verpackungen aufgebaut. Hier werden Produkte markiert oder Gehäuse-, Sicherungs- und Barcodeschilder mit Spezialdruckern gefertigt.