Startup-Projekt von Rutronik24 Smarte Elektronik statt Chemie gegen Mückenstiche

Damit der Biergarten ein Vergnügen bleibt: nopixgo soll Mücken fernhalten.
Damit der Biergarten ein Vergnügen bleibt: nopixgo soll Mücken fernhalten.

Mit dem Mückenschutz-Armband nopixgo vom Startup Nopixglobal lässt sich ein Großteil der Plagegeister vom Leib halten. Das Rutronik24-Startup-Team Basecamp unterstützt den Marktneuling.

Andreas Mangler, Director Strategic Marketing von Rutronik, schildert die Details:

Markt&Technik: Bestellbar ist das Mückenschutzband nopixgo bei www.­rutronik24.com. Steigt Rutronik damit in das B2C-Geschäft ein?

Andreas Mangler: Nein. Die Zusammenarbeit mit dem Schweizer Unternehmen Nopixglobal ist ein perfektes Beispiel dafür, wie die Vertriebsorganisation Rutronik24 weit über die Versorgung mit elektronischen Bauteilen hinaus unterstützen kann. Die ganzen Prozesse sind exakt auf die Bedürfnisse von KMUs zugeschnitten. Um Startups kümmert sich zudem ein eigenes Team, das sogenannte Basecamp. So können wir Unternehmer und ihre Projekte mit individuellen Lösungen unterstützen. Das beginnt bei Beratungsleistungen, geht über Unterstützung und Kontaktvermittlung für Produktion, Vertrieb und Marketing bis hin zur Lieferung von Bauelementen.

Was genau steckt hinter nopixgo?

Hinter der von Nopixglobal entwickelten Technologie steht erst mal sehr viel Idealismus und Grundlagenforschung. Der Schweizer Wissenschaftler Kurt Stoll forschte an einer Möglichkeit, wie das Leid der durch Mückenstiche übertragenen Krankheiten wie Malaria gelindert, evtl. sogar vermieden werden kann. Er suchte nach einer effektiven Möglichkeit, um zu verhindern, dass Menschen überhaupt erst von Moskitos gestochen werden, die gleichzeitig aber für die menschliche Gesundheit und die Umwelt ungefährlich ist. Mit der biopulse-Technologie hat man genau das geschafft. Daraus ist dann das nopixgo-Mückenschutzarmband entstanden.

Wie stark war Rutronik bei der technischen Entwicklung beteiligt?

Die allergrößte Herausforderung ist die Transformation der wissenschaftlichen Laborergebnisse in die Auswahl der für eine Serienproduktion geeigneten Bauelemente. Denn: Was im wissenschaftlichen Labor funktioniert, muss auch im Alltag funktionieren. Beim nopixgo-Armband kommt noch die extrem kompakte Bauform hinzu. Deshalb spielt die Auswahl und Beschaffung der richtigen Komponenten die entscheidende Rolle. Hier waren FAEs und Produktspezialisten von Rutronik von Beginn an involviert. Darüber hinaus unterstützen wir bei Marketing-, Kommunikations- und Vertriebsthemen. Diese Leistungen laufen bei uns als Value-Added Services.

Aber das passiert nicht aus purer Nächstenliebe, oder?

Schutz gegen Malaria und andere tödliche Krankheiten ist schon mal ein guter Motivator. Die Technologie von nopixgo schützt allerdings vor vielen Mückenarten und ist damit geeignet, das Risiko von Mückenstichen überall auf der Welt auf ein Minimum zu reduzieren. So entsteht aus einem originär humanitären Projekt ein in größerem Stil vermarktbares Produkt.

Ich setze jetzt mal die „Business-Brille“ auf. Für Rutronik24 bedeutet dieses Engagement eine Erweiterung der Wertschöpfungskette. Für Nopixglobal sind wir gleichzeitig Bauteilelieferant, Berater und globaler Vertriebskanal im B2B-Großhandel. Das ist Neuland und kann durchaus als Modell für weitere Projekte dienen.

Wie kann so ein Modell aussehen?

Sehr generell gesprochen: Vom Forschungserfolg bis zur Markteinführung ist es ein langer Weg durch meist unbekanntes Terrain für ein Tech-Startup. Welche elektronischen Komponenten sind für eine Serienproduktion geeignet und woher kommen diese? Wer kann das komplexe Produkt in der geforderten Qualität in Serie produzieren? Wie erreichen wir möglichst viele Interessenten? Wie kommt das Produkt an den PoS? Allesamt Fragen, deren Antworten in der Regel außerhalb der Kernkompetenzen eines forschungsorientierten Technologie-Startups liegen. Für eine Organisation wie Rutronik24 mit dem globalen Distributor Rutronik im Hintergrund gehört das aber zum Tagesgeschäft. Die Zusammenarbeit kann sich auf einzelne Punkte beschränken oder auch ein Komplettpaket sein.

Wie geht es mit nopixgo weiter?

Zuerst geht es darum, die Technologie zu verfeinern, sprich: die Algorithmen so weiterzuentwickeln, dass noch mehr Mückenarten vom Stechen abgehalten werden. Das ist eine große Herausforderung, weil komplexe High-Tech-Lösungen mit vielen Parametern und Variablen nicht beliebig skalierbar sind. Zudem arbeiten wir an weiteren Anwendungsmöglichkeiten. Zum Beispiel denken wir gemeinsam mit dem Startup-Unternehmen über den Einsatz der nopixgo-Technologie in Kraftfahrzeugen, insbesondere Wohnwagen und Wohnmobilen nach. Den Zugang zu diesen Märkten haben wir ohnehin.