»Der herstellerunabhängige Plattformgedanke kommt sehr gut an« Silicas Core -'n-more-Programm stößt auf reges Interesse

Dass der Distributor bei der Hardware und Firmware über eine umfassende Expertise verfügt ist Standard. Silica will seine Expertise künftig aber auch im Software Bereich (hier in der Grafik rot und gelb dargestellt) einbringen. Silica will  das komplette Software-Ecosystem verbinden, um dem Kunden eine zentrale Anlaufstelle für sein MCU-Design zu bieten.
Dass der Distributor bei der Hardware und Firmware über eine umfassende Expertise verfügt ist Standard. Silica will seine Expertise künftig aber auch im Software Bereich (hier in der Grafik rot und gelb dargestellt) einbringen. Silica will das komplette Software-Ecosystem verbinden, um dem Kunden eine zentrale Anlaufstelle für sein MCU-Design zu bieten.

Vor gut 10 Wochen stellte Silica seine Mikrocontroller Initiative »Core 'n More« vor. »Die Resonanz von Kunden und Herstellern ist bereits nach so kurzer Zeit gigantisch«, berichtet Karlheinz Weigl, Regional Vice President Central Europe von Silica. So sei die Zahl der Design-Registrierungen schon gestiegen und auch die Zusammenarbeit mit den Controller-Herstellern so intensiv wie nie zuvor.

Silica hat mit der Core 'n More Initiative einen ganz neuen Weg beschritten: Denn während die klassischen MCU-Programme bislang auf einen Hersteller ausgerichtet waren, steht hinter Core 'n More ein herstellerunabhängiger Plattformgedanke. Und der beinhaltet nicht nur den Controller, sondern mit ihm ein abgestimmtes Paket an Tools, Software und die Unterstützung beim Design-in. Und genau das, so Weigl, komme bei den Kunden sehr gut an. Die MCU-Hersteller müssen sich zwar erst daran gewöhnen, dass keiner der »primus inter pares« ist, aber die Resonanz ist laut Weigl auch hier durchweg sehr positiv und die Zusammenarbeit mit den Partnern »intensiver denn je«. Nicht nur für den Controller-Markt ist Silicas Initiative etwas Neues, auch für das Unternehmen selbst hat Core 'n More einen bislang einzigartigen Stellenwert, wie Weigl erklärt: »Das ist das erste Mal in der 10jährigen Firmengeschichte, dass wir europaweit ein so umfassendes strategisches Programm aufsetzen.« Eigentlich, so Weigl, ist Silica über Europa sehr dezentral organisiert, insofern sei es auch für das Team eine neue Erfahrung. Aber es herrsche fast so etwas wie Aufbruchstimmung und die Motivation bei allen Mitarbeitern enorm. Das gemeinsame Ziel ist jedenfalls ehrgeizig: Silica will bis zum Jahr 2014 rund 15 Prozent des für die Distribution zugänglichen MCU-Marktes in Europa für sich beanspruchen. Derzeit sind es etwa 9 Prozent.

Keine Hersteller-, sondern eine Plattformdiskussion

Neu ist auch die Strategie, wie Silica seine Initiative an den Kunden heranträgt und auch hier kommt wieder der Plattformgedanke ins Spiel: »Bislang ist es üblich wenn es um Controller geht, mit der Technik-Abteilung des Kunden zu sprechen. Dabei stand aber weniger ein komplettes Konzept im Fokus, sondern die einzelne MCU«, erklärt Weigl. Anders der Core´n-More-Ansatz: Im Mittelpunkt dabei steht ein herstellerunabhängiger Einstieg über die Sales-Mannschaft, die Silica speziell auf die Anforderungen von Core´n more trainiert hat. Damit will Silica im ersten Schritt keine Hersteller- sondern eine Plattformdiskussion führen. Dabei steht erst einmal die Frage nach der Technologie und der Applikation im Vordergrund.

Welcher Hersteller dann schließlich zum Zug kommt, ergebe sich dann aus dem Projekt, wie Weigl an einem Beispiel verdeutlicht. »Wenn ein Kunde beispielsweise seine Produktlinie auf eine ganze Controller-Familie mit unterschiedlichen, skalierbaren Leistungsklassen aufbauen will, kommen von vorne herein nur bestimmte Hersteller in Frage.« Ein weiteres Wahlkriterium sind beispielsweise unterschiedliche Leistungsklassen oder der Stromverbrauch. »Die Entscheidung, welchen Hersteller er einsetzen möchte, trifft letztlich der Kunde. Wir haben kein Interesse daran, dem Kunden einen bestimmten Hersteller zu verkaufen«, betont Weigl. Gerade diese herstellerunabhängige Beratung schätze der Kunde, weil er damit objektiv bei der Entscheidungsfindung unterstützt werde.

Das zusätzliche Geschäft will Silica vor allem durch neue Projekte der Bestandskunden gewinnen und nicht nur durch Verdrängungswettbewerb: »Der MCU-Markt wächst, da wollen wir mitwachsen«, so Weigl.  Allein  der Markt für 32-Bit-MCUs ist im vierten Quartal 2010 im Jahresvergleich um 89,6 Prozent gewachsen.  Und der Anteil der 8-Biter hat immerhin noch um 25 Prozent zugenommen. 

Konzentrieren will sich Silica nach wie vor auf dem Kernmarkt »Industrie«. Wichtige Zielmärkte sieht Weigl unter anderem in der Industrie- und Gebäudeautomation, beispielsweise Smart Meters und andere Anwendungen zum Messen, Steuern und Regeln. Und auch im Automotive-Markt wird Silica laut Weigl gezielt aktiv werden.