Mit Mikrocontroller-Modulen schneller entwickeln Silica und Phytec arbeiten ab sofort zusammen

Karlheinz Weigl, Silica: »Die Idee hinter der Kooperation ist es, mit einem Experten zusammenzuarbeiten, der eine höhere Integrationsstufe bietet. Der Kunde hat nun die Wahl, ob er von Grund auf selber entwickeln will oder lieber ein Modul einsetzen möchte.«

Wer sein Mikrocontroller-Design nicht von Grund auf selber entwickeln möchte, dem bietet Silica jetzt eine probate Alternative: Im Rahmen der Core’n More Initiative hat der Distributor mit dem Systemhaus Phytec eine Vertriebsvereinbarung geschlossen und unterstützt seine Kunden nun auch mit Mikrocontroller-Modulen.

Silica geht mit der Core’n More Initiative seit zwei Jahren einen neuen Weg beim Vertrieb von Mikrocontrollern: Während die klassischen MCU-Programme der Distribution stets auf einen Hersteller ausgerichtet waren, steht hinter Core’n More ein herstellerunabhängiger Plattformgedanke. Der beinhaltet nicht nur den Controller, sondern auch ein abgestimmtes Paket an Tools, Software und die Unterstützung beim Design-in – und ab sofort auch Mikrocontroller-Module. Der Grund für diese Vertriebsvereinbarung liegt laut Karlheinz Weigl, Vice President Zentral- und Osteuropa von Silica, auf der Hand: »Die Idee hinter dieser Kooperation ist es, mit einem Experten zusammenzuarbeiten, der eine höhere Integrationsstufe bietet. Der Kunde hat nun die Wahl, ob er von Grund auf selber entwickeln will oder lieber ein Modul einsetzen möchte.«

Zunächst konzentriert sich Silica auf zwei Standardmodule aus dem Spektrum von Phytec, und zwar auf die SOMs (Systems-on-Module) mit den Prozessoren »i.MX 6« von Freescale und »AM335x« von Texas Instruments. »Wir wollen schrittweise vorgehen und sehen, wir der Markt unser Angebot annimmt. Daher starten wir erst einmal mit diesen beiden Modulen«, so Weigl. Dass später weitere Module hinzukommen, ist nicht ausgeschlossen und laut Weigl das langfristige Ziel.
Für Phytec ist die Zusammenarbeit mit einem Distributor Neuland, bisher hat das Unternehmen seine Produkte ausschließlich im Direktvertrieb verkauft. Natürlich gebe es da für beide Seiten noch Herausforderungen zu bewerkstelligen, so Weigl. »Eine Partnerschaft muss sich natürlich entwickeln. In jedem Fall ist unsere Zusammenarbeit eine Win-Win-Situation für beide Seiten. Wir profitieren vom Technologie-Know-how unseres Partners, Pyhtec im Gegensatz von unserem umfassenden Vertriebsnetz und unserer Vertriebsexpertise.« Für die Startup-Phase haben die Partner Deutschland als Vertriebsgebiet ausgewählt. Schließlich ist Europas größter Distributionsmarkt immer ein guter Indikator, ob ein Konzept funktioniert. Ein Risiko gibt es für beide Seiten jedenfalls nicht, betont Weigl. Denn dadurch, dass keine neuen Produkte entwickelt werden müssen, hält sich das Investment in Grenzen.   
Was erwartet Weigl im ersten Schritt von der Partnerschaft? Darauf hat er eine klare Antwort: »Für den Chip selber gibt es nur ein begrenztes Kundenpotenzial. Über das Modul können wir jetzt eine viel breitere Kundenbasis adressieren, zum Beispiel den klassischen Industrie-Mittelstand mit seinen High-Mix/Low-Volume-Serien.« Diese Klientel steht unter dem enormen Druck im globalen Wettbewerb, ihre Produkte schnell auf den Markt zu bringen, und hat oft nur begrenzte Entwicklungsressourcen. »Hilfsmittel«, die die Entwicklungszeiten verkürzen, sind in jeder Hinsicht willkommen. Die Phytec-Module funktionieren sozusagen nach dem »Plug & Play«-Prinzip. Sie beinhalten bereits alle Komponenten rund um den Controller und werden serienmäßig mit hardwarespezifischen Board-Support-Packages (BSPs) ausgeliefert. Diese garantieren die Optimierung des Betriebssystems und eine angepasste Einstellung auf die jeweiligen Hardwarekomponenten. Außerdem bietet Phytec umfassende Softwareunterstützung – von Betriebssystemen bis hin zu applikationsspezifischer Basissoftware. Zusätzlich gibt es Entwicklungskits, entweder mit Linux oder Windows. Dass die Module nach allen »Regeln der Kunst« die Voraussetzungen für die Industrietauglichkeit erfüllen, ist für den Hersteller Phytec selbstverständlich. So sind z.B. alle Komponenten auf den Standardmodulen im erweiterten Temperaturbereich verfügbar.