Welche Wireless-Technologie ist die richtige? Sicher durch den Smart-Metering-Dschungel

Länder- / Kontinentale-Ausrichtung der Metering Lösungen

Die einen Hersteller setzen auf ISM-Band-Technologien mit Protokoll Stacks wie Zigbee oder Wireless-M-Bus, andere auf properitäre Mesh-Netze. Einheitliche Standards? Fehlanzeige. Wer also als Zähler-Hersteller erfolgreich auf den internationalen Smart Metering-Märkten mitmischen will, sollte deshalb unbedingt mit allen gängigen Funktechnologien vertraut sein oder sich nach neuen flexiblen Ansätzen umschauen.

Das Umdenken vieler Regierungen in punkto Energiepolitik könnte den Anbietern von Smart-Home-, Smart-Grid- oder Smart-Metering-Systemen in den nächsten Jahren wegen der damit verbundenen Umsatzpotenziale noch viel Freude bereiten. Rund 200 Millionen Haushalte gibt es derzeit in Europa, allein in Deutschland knapp 40 Millionen. In jedem Haushalt gibt es mindestens einen Elektrizitäts- und einen Wasserzähler, hinzu kommt oft noch ein Gasmeter oder ein Kalorimeter zur Heizwerterfassung, ergibt summa summarum allein in Europa einen Markt von 500 Millionen oder mehr Zählern. Kein Wunder also, wenn die Marktforscher von IDC Energy Insights für Smart Meter bis 2015 ein weltweites Stückzahlenwachstum von jährlich über 25 Prozent  prognostizieren.

Einziger Wermutstropfen für die Anbieter: Im Gegensatz zum inzwischen weitgehend harmonisierten US-Metering-Markt kommen in Europa je nach Land und Region nach wie vor unterschiedlichste Wireless-Technologien zum Einsatz: Wireless-M-Bus beispielsweise vorzugsweise in Deutschland, den Niederlanden, Italien und Frankreich, ZigBee  in Großbritannien, Schweden und Spanien. Dazu kommen noch GPRS für abgelegene Gebiete und UMTS für die Datensammler in Ballungsgebieten. Soweit es keine klare gesetzliche Regelung gibt, greifen Versorger auch ganz gerne auf proprietäre Mesh-Netze zurück.

Ob die häufig als Argument angeführte Sicherheit solcher proprietären Netze wirklich ausschlaggebend dafür ist, spielt letztlich für die Funkkomponenten-Anbieter keine große Rolle. Der Kunde ist bekanntlich König, und als solcher bekommt er das, was er will.  Doch warum diese Vielfalt? Werfen wir als erstes einen Blick auf die prinzipiellen Eigenschaften der jeweiligen Wireless-Technologien.

Wegen der guten Flächendeckung durch die Mobilfunk-Provider werden für die Kommunikation mit den sogenannten Datensammlern (MUC) gerne GPRS oder UMTS genutzt. Doch generell sind diese Technologien aufgrund ihres vergleichsweise hohen Stromverbrauchs sowie der hohen Kosten für die Elektronik und die Infrastruktur nur sehr bedingt für den Einsatz in Smart Meters geeignet. Für einen batteriebetriebenen Gaszähler beispielsweise wäre der Stromverbrauch dieser Technologien heutzutage schlichtweg zu hoch.