Pionier der deutschen Distributionsszene Schukat-Gründer Hans-Georg Schukat ist tot

Im Alter von 82 Jahren verstarb am 24. November der Gründer des Katalogdistributors Schukat, Hans-Georg Schukat. Er gehörte zu den Pionieren und Gründern der Distributionsszene in Deutschland.

Den Grundstein der Erfolgsgeschichte 'Made in Monheim' legte Hans-Georg Schukat im April 1964 zusammen mit seinem Vetter Peter Schukat mit der Gründung der Firma HG u. P. Schukat. "Ohne jegliche Förderung, nur angetrieben von unternehmerischem Wagemut", wie sein Sohn Georg Schukat den Start beschreibt. Ein Jahr später gehen beide getrennte Wege - Peter Schukat gründet den Lautsprecherhersteller Visaton, während sich Hans-Georg Schukat mit der HG Schukat electronic Import Export auf den Großhandel mit elektronischen Bauelementen konzentriert. Die nächsten 23 Jahre warten harte Arbeit auf den Ingenieur, der zu Beginn noch vom Keller des eigenen Wohnhauses an der Krischerstrasse 27 heraus arbeitet. Von dort vertreibt Schukat zunächst Restposten elektronischer Bauelemente, wobei der ständige Ausbau des Angebots die Nachfrage stetig antreibt. Bald schon importiert der Pionier Ware aus Fernost für Einzelhändler in Zentraleuropa. 1976 beginnt Schukat electronic schließlich mit dem Vertrieb von Halbleitern und informiert seine Kunden in regelmäßigen Rundschreiben und Kurzkatalogen über aktuelle Produkte. Sein technisch orientiertes Katalogkonzept kann sich im Markt rasch etablieren.  
  
Die Pflege langfristiger Geschäftsbeziehungen steht für Hans-Georg Schukat im Vordergrund, ebenso wie die Unabhängigkeit seines Unternehmens."Ich vermied es, Distributionsverträge abzuschließen, um mir die Wahlmöglichkeiten des Herstellers mit dem vorteilhaftesten Angebot offenzuhalten," erzählt der Firmengründer später. Er ist sich sicher, die Unabhängigkeit gegenüber Lieferanten, Kunden und Finanzpartnern ist der Grundstein für das kontinuierliche Wachstum des Unternehmens.   
  
Ende der 80er Jahre zieht sich Hans-Georg Schukat Schritt für Schritt aus dem aktiven Geschäft zurück und überträgt die Führung des Unternehmens auf seine Kinder. 1989 wird Schukat electronic zur GmbH und beginnt mit dem Export nach Osteuropa. Wenige Jahre später scheidet er aus dem Unternehmen aus, bleibt aber noch bis 2003 Gesellschafter. Seine Philosophie der Unabhängigkeit und des fairen und toleranten Umgangs mit Kunden, Geschäftspartnern und Mitarbeitern hat er an die neue Generation weiter gegeben, denn: "Menschen die miteinander arbeiten, die sich voll einsetzen, die einander achten und schätzen, sind das Rückgrat eines Unternehmens."   
  
Bis zum heutigen Tag ist die Schukat electronic Vertriebs GmbH ein unabhängiges Familienunternehmen. Geprägt durch kontinuierliches Wachstum werden die Geschäft mittlerweile in zweiter Generation von den Geschwistern Georg, Bert und Edith Schukat geführt. Der Spezialdistributor für aktive, passive und elektromechanische Bauteile beschäftigt heute rund 140 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und 35 Auszubildende. Im Geschäftsjahr 2011 erwirtschaftete das Unternehmen in Monheim am Rhein über 56 Mio. EUR.  
  
Die Grundsätze von Hans-Georg Schukats unternehmerischen Denkens bleiben Leitbild für das Unternehmen. "Für unseren Vater standen als Familienunternehmer vor allem die 'alten Werte' wie Leistung, Vertrauen, Verbindlichkeit, Beständigkeit und die Zufriedenheit aller Mitarbeiter im Vordergrund. Sein Handeln war geprägt durch Fairness, Toleranz und dem Streben nach Unabhängigkeit. Das sind die Werte, die wir bis heute pflegen und die das seriöse Bild unseres Unternehmens prägen," erklärt Edith Schukat und ergänzt: "Sein Tod ist für uns ein großer persönlicher Verlust und wir werden seine Lebensfreude, Warmherzigkeit und Klugheit sehr vermissen. Die vielen gemeinsamen und ereignisreichen Jahre unter seiner Firmenleitung und die Jahre danach als fürsorgender Gesellschafter werden uns immer in ehrender Erinnerung bleiben. Wir sind ihm sehr dankbar und werden die von ihm geprägte Unternehmenskultur weiterleben. Wir haben einen großen und feinen Menschen verloren."