Vertical Farming Salat-Wolkenkratzer als Ackerbau der Zukunft

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Vor kurzem machte Bosch mit einem neuen autonomen Feldroboter Schlagzeilen. Als smarter Helfer verfügt der Bonirob über ein System an Sensoren, die ihm in Echtzeit signalisieren, ob ein Gewächs eine Nutzpflanze oder Unkraut ist. Nun macht ein neues Schlagwort die Runde: Vertical Farming.

Selbst komplexe Daten wie Chlorophyll-Gehalt kann der Roboter erkennen und reagieren: Entsorgt werden unliebsame Gewächse ohne Pestizide, der Roboter rammt sie einfach tief ins Erdreich. Landmaschinen wie der Bonirob sind Teil von „Precision Farming“, das eine Optimierung landwirtschaftlicher Prozesse zum Ziel hat. Neue Technologien werden allerdings nicht nur zur Prozessoptimierung herangezogen, sie können auch helfen, ein anderes Problem in den Griff zu bekommen: den immer größer werdenden Bedarf an Ackerland für die Lebensmittelproduktion.

Vertical Farming – Wolkenkratzer als Gewächshäuser

Eine Idee, die in den USA, aber auch in China, Japan und Indien bereits verwirklicht wurde, ist das Konzept des „Vertical Farming“. Diese Form der Pflanzenzucht stammt ursprünglich aus der Raumfahrt. In naher Zukunft sollen damit Hochhaus-Gewächshäuser die Metropolen mit frischem Obst und Gemüse versorgen. In den sogenannten Farmscrapern wachsen Salat, Gurken und Tomaten abgeschottet von allen Umwelteinflüssen in übereinander angeordneten Regalen. Ein Nährstoffnebel versorgt sie mit dem richtigen Sauerstoff und Mikronährstoffen, während Sensoren und Steuerungstechnologien den Kohlendioxidgehalt sowie Luftfeuchtigkeit und Temperatur regulieren. Als Mutterboden dienen Nährlösungen, und statt unter Sonnenlicht wachsen die Pflanzen unter künstlichem Licht heran. Der Vorteil: Es kann jederzeit gepflanzt und geerntet werden, die Pflanzen wachsen rund um die Uhr, zudem entfallen lange Transportwege und damit Fehllagerungen und verdorbene Ware.