Ab sofort eine eigene Business Unit Rutronik rollt Automotive-Power weltweit aus

Vernetzt, smart - und vielleicht auch autonom: So sieht Rutronik das Auto von morgen - und heute ...

Mit über 40 Prozent zählt das Automotive-Geschäft zu den wichtigsten Säulen von Rutronik und ist ab sofort eine eigene Business Unit im Konzern. Auf der embedded world stand uns Uwe Rahn, Senior Manager der Automotive Business Unit von Rutronik dazu Rede und Antwort.

Markt&Technik: Rutronik ist ja bereits seit vielen Jahren im Automotive-Segment mit einem vertikalen Segment erfolgreich tätig. Warum folgt jetzt eine eigene Business Unit?
Uwe Rahn: Grundsätzlich ist das kein Widerspruch. Wir wollen über das vertikale Segment hinaus den globalen Schulterschluss zwischen den Kunden und unseren Bauteilelieferanten herstellen. Derzeit bauen wir unser globales Netzwerk weiter aus und werden die Zusammenarbeit zu spezifischen Applikationsfeldern auf weltweiter Basis weiter intensivieren. Konkret heißt das: Wir wollen unser Automotive-Geschäft auch außerhalb Europas deutlich forcieren, allen voran in Asien und gemeinsam mit unseren neuen Niederlassungen in den USA auch in Amerika. 

Was ist neu an der Business Unit im Gegensatz zum vertikalen Segment?
Neu ist die Kooperation zwischen unseren spezifischen Automotive-Bauteilelieferanten und den weltweiten Rutronik-Niederlassungen. Was bleibt, ist, dass wir mit unserem breiten Produktspektrum selbstverständlich weiterhin den Ansatz verfolgen, unsere Automotive-zertifizierten bzw. -tauglichen Bauteile in einem sog. „Best Fit“ perfekt zu kombinieren und damit unseren Kunden über alle Produktbereich Systemlösungen anzubieten. Wir kombinieren somit tiefgehendes „vertikales“ Produkt-Know-how mit einer global ausgerichteten Automotive-Vertriebsstruktur.

Warum jetzt?
Der Automotive-Markt zählt zu den wichtigsten Treibern des Bauelementemarktes, in dem wir uns ja schließlich als Broadliner bewegen. Die Automobil-Hersteller und Zulieferer im europäischen Markt sind aufgefordert, weiterhin neue Technologien zu treiben und sie weltweit zu lancieren, um nicht ins Hintertreffen gegenüber den BRICS-Staaten – Brasilien, Russland, Indien, China und neu: Südafrika – zu geraten. Hinzu kommt, dass die Automotive-Welt immer smarter wird. Immer mehr Bauteile aus Non-Automotive Bereichen halten Einzug ins Automobil. Das ist dem Trend geschuldet, dass die Fahrzeughersteller die IoT- und die Kommunikations-Welt ins Fahrzeug holen wollen. Aber auch neue Player wie Apple und Google wollen nun in diesem Bereich mitspielen. Das Problem dabei ist, dass solche Hersteller auf Bauteile setzen, die ursprünglich gar nicht für Automotive-Anforderungen entwickelt wurden. Das ist einerseits eine große Chance, aber auch eine große Herausforderung, denn im Auto treten bekanntlich andere Rahmenbedingungen auf wie in Consumer-Anwendungen.

Welcher Mehrwert ergibt sich für den Kunden aus der neuen Business Unit?
Die Business Unit wird im globalen Kontext sämtliche Informationen über den Automotive-Markt zentral bündeln und verteilen. Das sind zum Beispiel Qualitäts-Anforderungen, Informationen zu Software- und Hardware-Konformitäten, Robustness und die fortschreitende Entwicklung der Cores und Substrate, die immer wichtiger werden. Denn was nützt ein hochintelligenter Baustein, wenn er den spezifischen Automotive Anforderungen nicht gerecht wird. Hier bestehen Anforderungen beispielsweise zur funktionalen Sicherheit, die mit der neuen ISO 26262 dokumentiert ist. 

Wie ist die Automotive Business Unit organisiert?
Koordiniert wird die Business Unit von unserer Zentrale in Ispringen aus. Ich verantworte den Geschäftsbereich als Senior Manager global und berichte direkt an die Geschäftsleitung. Unterstützt werde ich von Lutz Henkel, Senior Manager, der innerhalb der ABU speziell auch die Kunden mit Produktionsstätten außerhalb Europas unterstützt. Des Weiteren gehören der Business Unit FAEs an, die auf Automotive-Applikationen spezialisiert sind. Unterstützt werden wir durch das bestehende Sales-Team, erfahrene Innendienst-Mitarbeiter und ein Backoffice für die Organisation. Zusätzlich gibt es für unsere Business Unit Interfaces aus den relevanten Produktbereichen Elektromechanik, Passive, Power-Semiconductors und MCUs.

Sie haben vorhin erklärt, die BU sammle und verteile Informationen. Erfolgt dieser Wissenstransfer auch in Form von Veranstaltungen?
Ja, in der Tat. Wir setzen schon seit Jahren dedizierte Automotive-Veranstaltungen auf. Dazu gehören z.B. Tech Days, zu denen wir ausgesuchte Hersteller und Kunden gemeinsam mit unseren Produkt- und Applikationsexperten in einer Art Wissensforum zusammenbringen. Hier findet dann ein gezielter Wissenstransfer statt, abgestimmt auf ein klar definiertes Anforderungsprofil. Im nächsten Schritt folgt der Expert Design Workshop, bei dem die Bauteileauswahl gemeinsam mit dem Kunden getroffen wird, in der Regel mit ein oder zwei Herstellern. Hier gehen wir dann gemeinsam in die Applikation und die System-Architektur hinein. 

Was ist der Unterschied zwischen einer Business Unit von Rutronik und zusammengefassten Technologiebereichen wie Rutronik Smart und Rutronik Embedded?
Rutronik Embedded und Rutronik Smart sind unsere Technologie- und Produktoffensiven und unsere Antwort und Lösungen zum Anforderungsprofil der Industrie 4.0 und des Internet der Dinge, während die Automotive Business Unit neben den Automotiv-Bauteilen auch andere Automotive-spezifische Themen aufgreift aus dem Bereich Qualitätsmanagement, Logistikprozesse, Traceability – um nur einige zu nennen. 

Embedded und Smart gilt ja nun auch für Technologien im Automobil. Wie arbeiten die Technologiesegmente und die BU bei Rutronik zusammen?
Das Thema Automotive betrifft im Grunde alle Produktbereiche, das ist zweifelsfrei fast schon historisch bestimmt. Smart und Embedded werden von uns als wichtige Vorreiter in der Vernetzung von Fahrzeugen oder auch innerhalb eines Fahrzeugs gesehen, etwa beim zukünftigen autonomen Fahren. Das ist zwar derzeit bei uns rechtlich noch nicht zulässig, die vielen automatisierten Fahrerassistenzsysteme zeigen aber durchaus den Zukunftstrend. Derzeit sprechen wir z.B. von einer hochverfügbaren Lenkung, einer teilautomatisierten Vorstufe des autonomen Fahrens – ein sehr komplexes System, das mehrfach redundant aufgebaut werden muss. Wenn ein Kunde sich für die Umsetzung einer solchen Applikation interessiert, dann greifen wir natürlich auf das Know-how der Kollegen aus Rutronik Smart und Embedded zurück und arbeiten hier vernetzt zusammen. Die ABU ist dann der Koordinator zum Kunden.

Markt&Technik: Rutronik ist ja bereits seit vielen Jahren im Automotive-Segment mit einem vertikalen Segment erfolgreich tätig. Warum folgt jetzt eine eigene Business Unit? 

Uwe Rahn: Grundsätzlich ist das kein Widerspruch. Wir wollen über das vertikale Segment hinaus den globalen Schulterschluss zwischen den Kunden und unseren Bauteilelieferanten herstellen. Derzeit bauen wir unser globales Netzwerk weiter aus und werden die Zusammenarbeit zu spezifischen Applikationsfeldern auf weltweiter Basis weiter intensivieren. Konkret heißt das: Wir wollen unser Automotive-Geschäft auch außerhalb Europas deutlich forcieren, allen voran in Asien und gemeinsam mit unseren neuen Niederlassungen in den USA auch in Amerika. 

Was ist neu an der Business Unit im Gegensatz zum vertikalen Segment?

Neu ist die Kooperation zwischen unseren spezifischen Automotive-Bauteilelieferanten und den weltweiten Rutronik-Niederlassungen. Was bleibt, ist, dass wir mit unserem breiten Produktspektrum selbstverständlich weiterhin den Ansatz verfolgen, unsere Automotive-zertifizierten bzw. -tauglichen Bauteile in einem sog. „Best Fit“ perfekt zu kombinieren und damit unseren Kunden über alle Produktbereich Systemlösungen anzubieten. Wir kombinieren somit tiefgehendes „vertikales“ Produkt-Know-how mit einer global ausgerichteten Automotive-Vertriebsstruktur.

Warum jetzt?

Der Automotive-Markt zählt zu den wichtigsten Treibern des Bauelementemarktes, in dem wir uns ja schließlich als Broadliner bewegen. Die Automobil-Hersteller und Zulieferer im europäischen Markt sind aufgefordert, weiterhin neue Technologien zu treiben und sie weltweit zu lancieren, um nicht ins Hintertreffen gegenüber den BRICS-Staaten – Brasilien, Russland, Indien, China und neu: Südafrika – zu geraten. Hinzu kommt, dass die Automotive-Welt immer smarter wird. Immer mehr Bauteile aus Non-Automotive Bereichen halten Einzug ins Automobil. Das ist dem Trend geschuldet, dass die Fahrzeughersteller die IoT- und die Kommunikations-Welt ins Fahrzeug holen wollen. Aber auch neue Player wie Apple und Google wollen nun in diesem Bereich mitspielen. Das Problem dabei ist, dass solche Hersteller auf Bauteile setzen, die ursprünglich gar nicht für Automotive-Anforderungen entwickelt wurden. Das ist einerseits eine große Chance, aber auch eine große Herausforderung, denn im Auto treten bekanntlich andere Rahmenbedingungen auf wie in Consumer-Anwendungen.

Welcher Mehrwert ergibt sich für den Kunden aus der neuen Business Unit? 

Die Business Unit wird im globalen Kontext sämtliche Informationen über den Automotive-Markt zentral bündeln und verteilen. Das sind zum Beispiel Qualitäts-Anforderungen, Informationen zu Software- und Hardware-Konformitäten, Robustness und die fortschreitende Entwicklung der Cores und Substrate, die immer wichtiger werden. Denn was nützt ein hochintelligenter Baustein, wenn er den spezifischen Automotive Anforderungen nicht gerecht wird. Hier bestehen Anforderungen beispielsweise zur funktionalen Sicherheit, die mit der neuen ISO 26262 dokumentiert ist. 

Wie ist die Automotive Business Unit organisiert? 

Koordiniert wird die Business Unit von unserer Zentrale in Ispringen aus. Ich verantworte den Geschäftsbereich als Senior Manager global und berichte direkt an die Geschäftsleitung. Unterstützt werde ich von Lutz Henkel, Senior Manager, der innerhalb der ABU speziell auch die Kunden mit Produktionsstätten außerhalb Europas unterstützt. Des Weiteren gehören der Business Unit FAEs an, die auf Automotive-Applikationen spezialisiert sind. Unterstützt werden wir durch das bestehende Sales-Team, erfahrene Innendienst-Mitarbeiter und ein Backoffice für die Organisation. Zusätzlich gibt es für unsere Business Unit Interfaces aus den relevanten Produktbereichen Elektromechanik, Passive, Power-Semiconductors und MCUs.

Sie haben vorhin erklärt, die BU sammle und verteile Informationen. Erfolgt dieser Wissenstransfer auch in Form von Veranstaltungen?

Ja, in der Tat. Wir setzen schon seit Jahren dedizierte Automotive-Veranstaltungen auf. Dazu gehören z.B. Tech Days, zu denen wir ausgesuchte Hersteller und Kunden gemeinsam mit unseren Produkt- und Applikationsexperten in einer Art Wissensforum zusammenbringen. Hier findet dann ein gezielter Wissenstransfer statt, abgestimmt auf ein klar definiertes Anforderungsprofil. Im nächsten Schritt folgt der Expert Design Workshop, bei dem die Bauteileauswahl gemeinsam mit dem Kunden getroffen wird, in der Regel mit ein oder zwei Herstellern. Hier gehen wir dann gemeinsam in die Applikation und die System-Architektur hinein. 

Was ist der Unterschied zwischen einer Business Unit von Rutronik und zusammengefassten Technologiebereichen wie Rutronik Smart und Rutronik Embedded?

Rutronik Embedded und Rutronik Smart sind unsere Technologie- und Produktoffensiven und unsere Antwort und Lösungen zum Anforderungsprofil der Industrie 4.0 und des Internet der Dinge, während die Automotive Business Unit neben den Automotiv-Bauteilen auch andere Automotive-spezifische Themen aufgreift aus dem Bereich Qualitätsmanagement, Logistikprozesse, Traceability – um nur einige zu nennen. 

Embedded und Smart gilt ja nun auch für Technologien im Automobil. Wie arbeiten die Technologiesegmente und die BU bei Rutronik zusammen?

Das Thema Automotive betrifft im Grunde alle Produktbereiche, das ist zweifelsfrei fast schon historisch bestimmt. Smart und Embedded werden von uns als wichtige Vorreiter in der Vernetzung von Fahrzeugen oder auch innerhalb eines Fahrzeugs gesehen, etwa beim zukünftigen autonomen Fahren. Das ist zwar derzeit bei uns rechtlich noch nicht zulässig, die vielen automatisierten Fahrerassistenzsysteme zeigen aber durchaus den Zukunftstrend. Derzeit sprechen wir z.B. von einer hochverfügbaren Lenkung, einer teilautomatisierten Vorstufe des autonomen Fahrens – ein sehr komplexes System, das mehrfach redundant aufgebaut werden muss. Wenn ein Kunde sich für die Umsetzung einer solchen Applikation interessiert, dann greifen wir natürlich auf das Know-how der Kollegen aus Rutronik Smart und Embedded zurück und arbeiten hier vernetzt zusammen. Die ABU ist dann der Koordinator zum Kunden.