Bauelemente-Distributionsmarkt Rekordumschwung in Höchstgeschwindigkeit

Deutscher Bauelemente-Distributionsmarkt 2008 bis 2010.

Der Aufstieg gleicht dem Abstieg: So schnell wie der deutsche Bauelemente-Distributionsmarkt im vergangenen Jahr eingebrochen ist, konnte er sich in 2010 wieder erholen.

Auf ein Minus von 23 Prozent im Jahr 2009 folgte in den ersten drei Monaten 2010 ein Umsatzwachstum von 30 Prozent auf 636 Mio. Euro. Damit erreichte der deutsche Distributionsmarkt  ein Zwei-Jahres-Hoch.

Der Auftragseingang stieg um beispiellose 66 Prozent auf 739 Mio. Euro, einem Rekord seit der Gründung des FBDi im Jahr 2003. Die Book-to-Bill-Rate hat sich mit 1,16 im Vergleich zum Vorquartal etwas relativiert, was auf die deutlich höhere Umsatzbasis zurückzuführen ist.

Die Umsatzverteilung änderte sich nur unwesentlich: Halbleiter stellten mit 70 Prozent den Löwenanteil des Marktes. Passive Komponenten kamen auf einen Anteil von 15,4 Prozent, die Elektromechanik auf 10,4 Prozent, Stromversorgungen auf 2,4 Prozent und Displays auf 1,8 Prozent. Das stärkste Wachstum verzeichneten Flat-Panel-Displays mit einem Plus von 40 Prozent, allerdings auf einem verhältnismäßig niedrigen Umsatzniveau, gefolgt von den Passiven (35 Prozent) und den Halbleitern (32 Prozent). Die Elektromechanik wuchs um 29 Prozent, die Stromversorgungen (inklusive Batterien und Akkus) um 14 Prozent.

Die Erwartungen für das Gesamtjahr 2010 sind dementsprechend hoch. Das zweite Quartal wie auch das Sommerquartal entwickeln sich ebenfalls rekordverdächtig, so dass ein Wachstum von 25 oder gar 30 Prozent für 2010 nicht mehr unrealistisch erscheint.

Nebenwirkungen des Aufschwungs sind Knappheit und Preiserhöhungen. FBDi-Vorsitzender Georg Steinberger (Avnet EM): »Das Rekordumsatzniveau von 2007 werden die FBDi-Mitglieder auf jeden Fall erreichen. Leider sind wir jetzt das Opfer vieler Folgeerscheinungen der Krise, genauso wie Kunden oder Hersteller.«