Elektronik-Komponentenindustrie REACH, RoHS und der Brexit

Der Austritt Großbritanniens aus der EU könnte sich auch auf die Regulierung von Chemikalien und gefährlichen Stoffen auswirken. Damit kommen erhebliche Herausforderungen auch auf die Elektronik-Komponentenindustrie zu.

Die wachsende Bewegung zum Schutz der Umwelt ist zu einem globalen Phänomen geworden – egal wo man sich auf der Welt befindet, kann man Hinweise darauf finden, dass Bürger und Unternehmen Maßnahmen ergreifen, um Abfall zu reduzieren, nachhaltigere Geschäftspraktiken zu identifizieren und sogar auf die Straße gehen, um gegen Ungerechtigkeiten in der Umwelt zu protestieren. Aktivistinnen wie Greta Thunberg aus Schweden haben die Bewegung angeführt und eine wachsende Nachfrage der Verbraucher nicht nur nach Worten und Informationen von Regierung und Unternehmen, sondern auch nach Taten und Beweisen geschaffen.

Europa wurde bereits als ein globaler Umweltmotor mit einer Vielzahl von nachhaltigen Vorschriften und Gesetzen auf dem ganzen Kontinent gesehen, wie z.B. Deutschlands Zusage, Kernkraftwerke bis 2022 abzuschalten. Die Welt blickt nun auf Europa, um die Diskussion als Vorreiter in Sachen Umweltschutz voranzutreiben.

Die Führungsrolle Europas in der globalen Nachhaltigkeitsbewegung ist jedoch nicht ohne Herausforderungen: Mit dem bevorstehenden Ausstieg Großbritanniens (UK) aus der Europäischen Union (EU) besteht große Unsicherheit darüber, wie sich die von der EU erlassenen Vorschriften auswirken werden. Aufgrund der weltweiten Allgegenwärtigkeit ihrer Produkte ist die Elektronik-Komponentenindustrie in der Lage, bei der Bereitstellung transparenter Umweltinformationen über die chemische Zusammensetzung von Produkten eine Vorreiterrolle zu übernehmen, sodass die Kunden die Produkte auswählen können, die ihren Werten, einschließlich der Umweltaspekte, entsprechen.

REACH- und RoHS-Normen

In der Europäischen Union gibt es zwei Normen für Produkte, die bereits seit einiger Zeit etabliert sind: die Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung von Chemikalien (REACH) und die Richtlinie zur Beschränkung gefährlicher Stoffe (RoHS).

REACH ist eine EU-Verordnung, die 2006 eingeführt wurde und die Produktion und Verwendung chemischer Stoffe sowie deren mögliche Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt betrifft. Die Verordnung verlangt von den Unternehmen, Informationen über die in der Lieferkette enthaltenen Chemikalien zu kommunizieren, sodass Hersteller, Importeure und Kunden Zugang zu Informationen über die Inhaltsstoffe und Substanzen in ihren Produkten haben.

Das Programm identifiziert besonders besorgniserregende Stoffe (SVHC) und kennzeichnet Produkte entweder als REACH-Unaffected- (enthält keine SVHCs) oder REACH-Affected-Produkte, die einen SVHC enthalten. Es liegt dann am Verbraucher, eine aktive Rolle im Verständnis der Umweltverträglichkeit zu übernehmen und die Produkte entsprechend auszuwählen.

Digi-Key befragt derzeit seine Lieferanten, um das Bewusstsein für ihre REACH-Konformität zu erlangen, und plant die Anzeige von REACH-Statussymbolen und -daten, um anzuzeigen, welche Produkte die Verordnung pro Herstellerinformation erfüllen.