RS Components: Kostenloses, zeitlich und funktional nicht-limitiertes PCB-Designtool Online-Plattform für Elektronikentwickler

Glenn Jarrett, RS Components: »Das Medium, das Entwickler immer stärker nutzen und in dem sie sich verstärkt Angebote wünschen, ist das Internet.«

Mit dem neuen Online-Portal »Designspark« will RS die Arbeit von Elektronikentwicklern noch einfacher und effizienter machen. Dazu soll auch das ebenfalls neue, kostenlose und voll funktionsfähige PCB-Designtool »Designspark PCB« beitragen. Abgerundet wird die Toolsammlung derzeit durch die drei kürzlich vorgestellten Bausteine Component Chooser, EDP (Embedded Development Platform) und eine 3D-CAD-Bibliothek mit momentan rund 20.000 Modellen.

Im Unterschied zu den augenblicklich am Markt befindlichen freien, also kostenlos nutzbaren PCB-Designtools ist das Werkzeug des Katalog-Distributors »weder zeitlich noch in seiner Funktionalität beschnitten«, betont Glenn Jarrett, Marketingleiter bei RS Components. Um das vom Partner Number One Systems »exklusiv für uns« entwickelte Tool ohne Einschränkung nutzen zu können, ist lediglich eine kostenlose Registrierung auf der Online-Plattform Designspark erforderlich. Beim PCB-Tool haben die Benutzer Zugriff auf eine komplette Suite an Video-Tutorials, auf Beispiele und auf eine Teilebibliothek. Entwickler können Schaltpläne für Leiterplatten jeder Größe und mit einer beliebigen Anzahl an Schichten erstellen und Designs aus anderer PCB-Design-Software importieren. Nach vollständiger (automatischer) Leitweglegung und Prüfung auf Design-Regeln ist der Export in eine Vielzahl von Dateiformaten wie IDF und DXF sowie das standardmäßige Gerber/Herstellungsformat möglich, was Entwicklern einen schnelleren Übergang zum mechanischen Design garantiert. Designspark PCB verfügt zudem über eine Komponentenbibliothek, die erweitert und – über Designspark – mit anderen Elektronik-Ingenieuren gemeinsam genutzt werden kann. Details der von der Bibliothek verwendeten Komponenten bilden die Grundlage der Materialliste, die von Designspark PCB generiert wird und danach in eine Bestellung oder Angebotsanfrage über die üblichen RS-Webportale umwandelbar ist.

Ebenfalls in das neben englisch- auch deutschsprachige Designspark-Portal integriert sind die drei im Mai dieses Jahres ins Leben gerufenen Plattformen Component Chooser, EDP (Embedded Development Platform) und die 3D-CAD-Bibliothek, die derzeit rund 20.000 Modelle umfasst. »Der Component Chooser ist die weltweit größte und umfangreichste parametrische Suchmaschine für elektronische Bauteile«, versichert Jarrett. EDP biete die Möglichkeit, »schnell« Machbarkeitsstudien zu erstellen: »Durch die frei kombinierbaren Hardware-Module und -sehr wichtig - die einfach strukturierte Treiber- und Protokollsoftware können Kunden sehr schnell anspruchsvolle Produkte herstellen.« Kunden haben Zugriff auf die in den Modulen enthaltenen Komponenten und erhalten gleichzeitig Softwarepakete, die ihnen von RS für ihre Produktionsumgebung offeriert werden. Zudem erlaubt die Zusammenarbeit mit ARM dem Anwender, seine Software online unter www.mbed.org zu entwickeln. Der Vorteil: »Anwender müssen nicht in teure Softwaretools investieren, die auf dem PC des Entwicklers erst installiert werden müssen«, sagt der RS-Manager. Der Anwender kann sich auch aus dem Fundus tausender bereits geschriebener Programmzeilen bedienen, die nach dem Open Source-Prinzip hinterlegt sind. Zusammen mit EDP ließe sich so die Time to Market »deutlich verkürzen«. Zudem sei EDP die einzige Plattform für Machbarkeitsstudien, die mbed unterstütze, außerdem gebe es für EDP derzeit »die meisten Anwendungsmodule«. Weitere würden im Laufe des Geschäftsjahrs noch hinzukommen. Auch wenn sich EDP vorrangig an Entwickler in der Design-und Prototypenphase wendet, wo es um geringere Stückzahlen und deren Lagerverfügbarkeit geht, »ist das EDP-Konzept dennoch ein Schritt, um in den Bereich größerer Bestellmengen vorzudringen«, versichert Jarrett.

Was sind nun die Gründe für die verstärkten, für den Kunden kostenlosen Online-Aktivitäten von RS Components, die mit nicht unerheblichen Kosten verbunden waren und auch künftig laufende Kosten – die Informationen müssen schließlich ständig aktualisiert werden - verursachen werden? »Das Medium, das Entwickler immer stärker nutzen und in dem sie sich verstärkt Angebote wünschen, ist das Internet«, argumentiert Jarrett. Darum habe RS »signifikante« Investitionen in die Entwicklung von Angeboten getätigt, mit denen sich die Time To Market von Projekten verkürzen lasse. Man unterschätze bei den Online-Aktivitäten aber »mitnichten, dass bereits eine große Menge an Informationen für Entwickler verfügbar ist«. Es gehe deshalb vor allem darum, eine Quelle für »zuverlässige« Informationen aufzubauen, die das breite Vertrauen der Nutzer genieße. Im übrigen biete man nur solche Tools an, die die Kunden benötigten, um mit den Anforderungen nach immer schnelleren Produktinnovationen Schritt halten zu können. Und hier habe sich in den letzten Jahren die Situation rapide geändert: Zum einen habe sich im Entwicklungsteam die Zahl der Mitarbeiter reduziert, zum anderen die Struktur. Vor 5 Jahren bestand laut Jarrett beispielsweise ein 5-Mann-Team tyischerweise aus je einem Ingenieur für Digital H/W, Power Supply, PCB-Layout, Analog-Techniken und Software. Heute seien es nurmehr drei im Team, wobei aus dem einen Software-Ingenieur deren zwei geworden seien, das Know-how der vier Hardware-Spezialisten bündele sich in einem Generalisten. Und genau den will man mit den neuen Tools optimal unterstützen.

Um die Kosten wieder reinzuholen, könne man keineswegs an der Preisschraube drehen, sondern müsse »unsere wettbewerbsfähige Preisgestaltung beibehalten«, sagt Jarrett. Man gehe aber davon aus, dass die Schaffung relevanter und einfach nutzbarer Services für die Kunden im Zuge des ansteigenden Traffics und einer steigenden Zahl gewandelter Angebote zu »zusätzlichen Einnahmen führt«. Alles in allem ist der RS-Manager optimistisch, dass sich die Investitionen »positiv auf unser Geschäft auswirken«. Das wird auch nötig sein, denn mit der soeben abgeschlossenen Phase 2, also dem Designspark-Portal und dem gleichnamigen PCB-Designtool, ist das Online-Projekt noch nicht am Ziel angekommen. Weitere Kosten – zusätzlich zu den laufenden für Aktualisierungen der Datenbanken – werden in Phase 3 anfallen, die aber voraussichtlich erst Anfang 2011 in Angriff genommen wird und sich mit speziellen Angeboten an Elektronik-Studenten wendet.