Expansion Mouser baut sein internationales Geschäft aus

Mouser Electronics konnte 2010 einen signifikanten Umsatzsprung erzielen. Begründet durch seine Expansionsbestrebungen und den boomenden Markt kletterten die Umsätze des Katalogspezialisten im US-Markt um 85 Prozent im Vorjahresvergleich. In Europa erzielte Mouser ein eindrucksvolles Wachstum von 250 Prozent, in China lag der Umsatzanstieg bei 200 Prozent.

Noch vor zwei Jahren spielte das Geschäft außerhalb des US-Marktes für die TTI-Tochter Mouser eine untergeordnete Rolle. Sein Anteil belief sich auf gerade mal 9 Prozent des Gesamtumsatzes. Mittlerweile erzielt Mouser 40 Prozent seines Gesamtumsatzes, der sich 2010 auf rund 500 Mio. Dollar belief, außerhalb des USMarktes.

Den Erfolg des Unternehmens, führt Graham Maggs, Supplier Marketing Director Europe, aus, bestehe zum einen darin, sich ausschließlich auf die Entwicklungs- und Konstruktionsunterstützung während des Prototyping zu konzentrieren. »Geht das Produkt anschließend in die Serienproduktion, kann Mouser das Geschäft an Lieferanten weitervermitteln, die sich auf Großserien spezialisiert haben«. Je nach Situation und den spezifischen Entwicklungsanforderungen könnten Mouser-Kunden auf die Expertise des Mutterunternehmens TTI in der Großserienfertigung bauen.

Einen weiteren Erfolgsfaktor sieht Graham Maggs darin, dass Mouser den Entwicklern während der Design-Phase einen uneingeschränkten Zugriff auf neueste Bauelemente und Technologien ermöglicht. »Unsere oberste Priorität besteht darin, die neuesten Bauelemente so schnell wie möglich nach Produktfreigabe für den Versand bereitzustellen. Der Albtraum jedes Entwicklers sind technisch überholte Bauelemente, die zu kostenintensiven Neuentwicklungen, Produktionsverzögerungen oder sogar zur Einstellung des Projektes führen könnten«, erläutert Maggs. Veraltete Komponenten würden sofort aus dem Internet-Angebot und dem Print-Katalog des Unternehmens verbannt.

Eine Schlüsselrolle im internationalen Geschäft des Katalogdistributors spielt Europa: Rund 23 Prozent der Mouser-Umsätze entfielen im vergangenen Jahr auf die europäischen Märkte. Mittlerweile beschäftigt Mouser europaweit 19 Mitarbeiter. Das Headquarter befindet sich in Deutschland, weitere Niederlassungen unterhält der Distributor in Großbritannien, Frankreich, Italien und Israel. Anfang 2011 soll eine Dependance in Tschechien eröffnen, und auch Schweden, Holland und Spanien stehen bereits auf der Mouser-Roadmap für 2011.

»Persönliche Kundenbetreuung ist ein signifikanter Bestandteil der Mouser-Strategie«, erläutert Graham Maggs. Als international agierendes Unternehmen verfüge man nicht nur über die notwendigen Organisationsstrukturen und –mittel, sondern definiere sich auch über eine ausgeprägte lokale Präsenz, die einen höheren Grad an persönlicher Bindung bewirke.

Mit einem Umsatzplus von 250 Prozent im vergangenen Jahr in Europa sieht sich Mouser zu Recht in seiner Strategie bestätigt. »Wir gewinnen derzeit rund 120 neue Kunden pro Tag«, freut sich Maggs. Dreiviertel aller Neukunden finden online ihren Weg zu Mouser, weswegen der Distributor auch kräftig in den Ausbau seiner Web-Aktivitäten investiert. Derzeit betreibt Mouser in Europa 24 Domain-Sites in sieben Sprachen und vier Währungen.

Wenngleich die Vor-Ort-Präsenz eine Schlüsselrolle spielt – in puncto Logistik setzt das Unternehmen auf Zentralisierung. Weder in Europa noch in Asien unterhält der Distributor ein Lager, vielmehr wird die Ware aus dem Zentrallager in Mansfield, Texas, binnen 48 Stunden zu den Kunden geflogen. An diesem Prozedere will Mouser auch in Zukunft festhalten. »Eine Produktpalette mit mehr als 1,8 Millionen Artikeln kann unter wirtschaftlichen Aspekten nicht an mehreren Standorten weltweit vorrätig gehalten werden«, erläutert Graham Maggs. Es sei effizienter und damit kostengünstiger, die Warenströme von einem Punkt aus zu managen. Das Lager in Texas hat eine Fläche von mehr als 45.000 m2 und beliefert mehr als 280.000 Kunden in 170 Ländern.