UV-Tunnel desinfiziert Waren-Boxen Mit smarter Technik gegen die Pandemie

Zum Schutz vor einer Infektion tragen bei Digi-Key nicht nur die gängigen strikten Arbeitsschutzmaßnahmen bei, sondern eine besonders kreative Eigenentwicklung: Ein Tunnel, der mittels UV-Licht die durchlaufenden Kisten desinfiziert.

Digi-Key hilft nicht nur mit der Distribution von Komponenten, sondern auch mit smarter Technnik aus dem eigenen Haus bei der Bekämpfung der Covid-19-Krise.

»Die Covid-19-Pandemie ist in jeder Hinsicht eine globale Krise, aber es gibt auch Lichtblicke. Während man sich leicht von all den schlechten medialen Nachrichten überwältigt fühlen könnte, ist es wichtig, sich auf die guten Nachrichten zu konzentrieren: Menschen rücken zusammen, auch wenn sie sich pandemiebedingt nicht persönlich sehen können – und die Elektronikkomponentenindustrie bildet da keine Ausnahme«, fasst Hermann Reiter, Director Global Strategic Business Development & Supplier Management von Digi-Key Electronics, zusammen.

Bei Digi-Key geht indes die Arbeit, sprich: der Versand von Elektronikkomponenten, unvermindert weiter. Eigentlich hilft Digi-Key seinen Kunden dabei, neue Technologien und Applikationen schnell auf den Markt zu bringen. »Doch in diesen Zeiten geht es auch darum, Mitarbeiter und Kunden zu schützen und zum verstärkten Kampf gegen Covid-19 beizutragen«, so Reiter.

Desinfizieren mit UV-Licht

Dazu tragen nicht nur die gängigen strikten Arbeitsschutzmaßnahmen bei, sondern eine besonders kreative Eigenentwicklung: Ein Tunnel, der mittels UV-Licht die durchlaufenden Kisten desinfiziert.

»Es wurde schnell klar, dass die 8000 plus Kisten, die täglich durch die Empfangs-, Kommissionier- und Verpackungsabteilungen von Digi-Key laufen, ein Risiko für die Gesundheit der Mitarbeiter darstellen könnten. Diese Kisten werden sehr oft berührt, und es gibt keine zuverlässige Möglichkeit zu erfahren, wer sie zuletzt berührt hat«, schildert Reiter.

Als Reaktion darauf stellte Digi-Key umgehend ein sechsköpfiges Team zusammen, das sich der Lösung dieses Problems widmete. Zuerst befasste sich das Team mit Maschinen, die Chemikalien zur Desinfektion versprühen. Diese sind typischerweise in Schulen, medizinischen Einrichtungen usw. zu finden. Da die Schulen geschlossen wurden, konnte das Team die Maschine von einer örtlichen Schule ausleihen. »Das Team stellte schnell fest, dass sie einige Maschinen benötigen würden, um alle Kartons ordnungsgemäß zu reinigen, aber leider waren diese Maschinen aufgrund der großen Nachfrage nicht verfügbar«, schildert Reiter.

Doch Digi-Key machte aus der Not eine Tugend und entwickelte einfach selbst ein smartes Gerät, mit dem das Problem gelöst werden konnte. Das Ergebnis war ein 4,5 Meter langer Ultraviolett-Desinfektionstunnel, der in die Kurve des Förderbandes eingebaut wurde. Die Entwicklung ging quasi in Rekordgeschwindigkeit vonstatten: Das Team begann am 26. März mit der Diskussion des UV-Tunnel-Konzepts. Nachdem mehrere Digi-Key-Mitarbeiter das Wochenende damit verbracht hatten, das mathematische sowie das Designkonzept intensiv zu überprüfen, bestellten sie bereits am darauffolgenden Montag die benötigten Komponenten.

Durch den Einsatz von UV-Licht desinfiziert die Erfindung nun täglich mehr als 8000 Boxen, die sich täglich durch Digi-Keys Lager bewegen – und reduziert so drastisch den potenziellen Viruskontakt für Digi-Key-Mitarbeiter. Alle Kartons werden beim Durchfluss durch den Tunnel chemisch desinfiziert und einer keimtötenden UV-Bestrahlung ausgesetzt, eine Technik, die von vielen Unternehmen zur Abtötung und Deaktivierung von Mikroorganismen durch Zerstörung von Nukleinsäuren und Aufbrechen ihrer DNA verwendet wird. Digi-Key hat diese potenziell lebensrettende Erfindung übrigens schnell mit anderen Firmen der Branche geteilt.

Neben der Weitergabe des Designs arbeitete der Präsident von Digi-Key, Dave Doherty, aktiv mit anderen Distributoren im Vertriebsrat der Electronic Components Industry Association (ECIA) zusammen, um weitere Ideen und bewährte Verfahren zum Schutz der Sicherheit von Mitarbeitern und Kunden auszutauschen.
»Wir sind alle im gleichen Maße von dieser Krise betroffen, und durch den Austausch von Innovationen, die Unternehmen dabei helfen, ihre Mitarbeiter und die Community zu schützen, profitieren wir alle von dieser Zusammenarbeit«, unterstreicht Hermann Reiter.