Distribution Mehr »Fakes« während Engpässen?

Oliver Pflüger, Intertec Components

Trotz der hohen Preise, die für die knappen Bausteine bezahlt werden, ist die Zahl der Produktfälschungen durch die Allokation nach Expertenmeinung nicht nennenswert. »Es kursiert ein konstant hoher Anteil von Fake-Bauteilen auf dem Markt«, beobachtet Oliver Pflüger.

Kein Distributor, der in den letzten Jahren nicht mit Fälschungen konfrontiert wurde. Entsprechend umsichtig agieren die Beschaffer, wenn es darum geht knappe Ware zu besorgen. »Wer von irgendwelchen Wald- und Wiesenbrokern kauft, versaut sich seinen Namen schneller als er ihn aussprechen kann«, formuliert Friedrich Schnürpel treffend.

Das Gros der Independent Distributoren greift nur auf Quellen zu, die sich über Jahre als zuverlässig erwiesen haben. Zwar kaufen sie vorzugsweise von qualifizierten Distributoren, Herstellern und aus den Lägern von OEM- und EMS-Firmen. Doch sind diese Kanäle erschöpft, suchen sie nach Rücksprache mit dem Kunden auch schon mal auf dem freien Markt, schildert Kornelius Schmitz. Ist dies der Fall, setzten rigorose Qualitätsprüfungen ein: Testhäuser, wie beispielsweise die HTV, haben Hochkonjunktur. Datenblattfunktions-Tests, Lötbarkeitstests, etc. sorgen dafür, dass die Kunden keine gefälschte oder recycelte Ware verbauen.

Elektronik Direkt setzt seit geraumer Zeit sogar auf ein eigenes Inspektionszentrum, das speziell im Bereich der Sonderbeschaffung über nicht autorisierte Kanäle die Echtheit des Materials sichert. »Wir verzeichnen derzeit sogar eine steigende Anzahl von Inspektionsaufträgen für Fremdkunden, die solche Möglichkeiten nicht besitzen«, sagt Schmitz und ist überzeugt: »Jede erkannte Schlechtlieferung hilft den Ruf unserer Branche zu schützen.«