Trotz DMASS-Rekordquartal Kondensatormangel versalzt Halbleiter-Dynamik

Georg Steinberger, FBDi
»Wenn wir als Handel in der Zukunft eine vernünftige Rolle spielen wollen, müssen wir unser Geschäftsmodell permanent hinterfragen und optimieren.«
Georg Steinberger, DMASS: "Ein Rekordquartal, aber in Zeiten der Allokation hätte man mehr Dynamik im Markt erwartet. Es ist ein wenig paradox, aber es scheint, dass der massive Mangel an Kondensatoren das Wachstumspotenzial bei den Halbleitern begrenzt, da die Kunden keine Lagerbestände aufbauen wollen, die nicht in Produktion gebracht werden können."

DMASS verzeichnet für Q2/CY18 ein Wachstum von 5,7% in der Halbleiterdistribution. Signifikante Unterschiede gibt es nach Regionen.

Die europäische Halbleiter-Distributionsindustrie setzte ihren soliden, aber langsamen Wachstumskurs in Q2/2018 fort. Trotz (oder wegen) gravierender Allokationsprobleme bei vielen Schlüsseltechnologien und Produkten wuchs der Markt laut DMASS Ltd. in Q2/2018 nur um 5,7% auf 2,32 Milliarden Euro. Die DMASS beansprucht eine Abdeckung von 80 bis 85% des europäischen Halbleiter-DTAMs.

Georg Steinberger, Vorsitzender der DMASS kommentiert: "Ein Rekordquartal, aber in Zeiten der Allokation hätte man mehr Dynamik im Markt erwartet. Es ist ein wenig paradox, aber es scheint, dass der massive Mangel an Kondensatoren das Wachstumspotenzial bei den Halbleitern begrenzt, da die Kunden keine Lagerbestände aufbauen wollen, die nicht in Produktion gebracht werden können. Es scheint auch, dass das Wachstum hauptsächlich vom Preis und nicht vom Volumen getrieben wird."

Regional gesehen waren die deutlichen Wachstumsführer Low-Cost-Produktionsregionen bzw. -länder, mit Ausnahme von Österreich und Benelux. Während Großbritannien und Frankreich um den Durchschnitt wuchsen, schloss Italien mit einem zweistelligen Wachstum. Nach einem soliden ersten Quartal wuchs Deutschland im zweiten Quartal nur noch um ~2%. Die nordischen Länder wuchsen im Durchschnitt um 8,1%, während Osteuropa mit einem Plus von 14,4% zulegte. In Zahlen wuchs Deutschland um ~2% auf 671 Millionen Euro, Italien um 9,2% auf 224 Millionen Euro, Großbritannien um 6,9% auf 166 Millionen Euro, Frankreich um 5,4% auf 161 Millionen Euro, Skandinavien um 8,1% auf 200 Millionen Euro und Osteuropa (ohne Russland) um 14,4% auf 386 Millionen Euro.

Georg Steinberger: "Es ist immer schwer, den Markt nach Quartalen zu beurteilen, wenn man viele Nebeneffekte wie Channel-Shifts, Wechselkurse und Allokation findet. Der langfristige Trend ist jedoch klar: Die Low-Cost-Produktionsregionen gewinnen weiter, während die Hauptmärkte tendenziell auf einem hohen Niveau verharren.