Integration ist abgeschlossen IP&E-Spezialist Avnet Abacus wird 1 Jahr alt

Die auf Steckverbinder, passive Bauteile und E-mechanische Komponenten (IP&E) sowie Batterien und Stromversorgungen fokussierende Avnet Abacus feiert 1-jähriges Bestehen. In dieser Zeit gelang der aus Avnet Time und Abacus fusionierten Avnet-Tochter die vollständige Integration.

Zufrieden mit dem binnen Jahresfrist Erreichten zeigt sich Graham McBeth, President von Avnet Abacus, hat man doch aus vier IT-Systemen eines gemacht und die Zahl der vier Lager auf ein zentrales Lager im belgischen Tongeren reduziert. Nur in UK betreibt man wegen der hohen Frachtkosten zusätzlich ein lokales Lager. Erfreut ist McBeth auch, dass »wir trotz der Wirtschaftskrise den Marktanteil halten konnten«. Auch die Lieferanten seien mit der Strategie des neuen Unternehmens zufrieden sind, »mehr als 99 Prozent sind uns treu geblieben«. Momentan sind es 137 Linecard-Lieferanten in Europa, davon 49 immerhin paneuropäisch. Einige neue Franchisepartner sind bei Stromversorgungen dazu gekommen, zum Teil wurden bestehende Verträge intensiviert. Auch kundenseitig wird die Fusion akzeptiert: Hatte Avnet Time 7800 und Abacus 10.200 Kunden, sind es augenblicklich 13.700, »wir müssen uns also nicht nach neuen Kunden umschauen«. Um überdies dem gestiegenen Einkauf via Web gerecht zu werden, wurde die Internet-Seite erneuert. Das Ergebnis: Von Oktober 2009 bis März 2010 erhöhte sich die monatliche Zahl der Besucher von 3000 auf 13000, wobei im Durchschnitt 5,5 Seiten angeklickt wurden.
Somit sieht sich Avnet Abacus gerüstet für die seit 8 Monaten anziehende Nachfrage. Die Umsätze im ersten Halbjahr 2010 lagen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um mehr als 20 Prozent höher. Für 2010 erwartet McBeth denn auch, dass für die Distributoren der europaweite Markt für IP&E-Produkte (DTAM) wieder auf dem Niveau von 2008 sein wird, den die Analysten von Europartners auf rund 4 Mrd. Euro taxiert haben. Avnets Marktanteil von damals 8,2 Prozent, was Rang 2 hinter Arrow (13,4 Prozent) bedeutet, will McBeth bis 2011 auf 10 Prozent steigern. Die Chancen dafür sind seiner Meinung nach gut, teilen sich den 4-Mrd-Euro-Kuchen doch zu mehr als der Hälfte viele sehr kleine Distributoren sowie knapp die Hälfte insgesamt acht große Vertriebsunternehmen. Der Marktführer ist sicherlich einer der Mitbewerber, dem man etwas wegnehmen möchte, aber auch auf Kosten der vielen kleinen Vertriebsunternehmen will Avnet Abacus wachsen. »Wegen der guten, meist langjährigen Beziehungen der kleinen Distributoren zu ihren Kunden wird das aber kein Sprint, sondern ein Marathonlauf«, erwartet McBeth. Umsatzwachstum will man auch seitens neuer Märkte wie Lighting, E-Metering und erneuerbare Energien generieren. Last but not least sieht der Avnet-Abacus-Chef noch Luft beim DTAM, denn nur 26 Prozent der IP&E-Produkte werden in Europa via Distribution vertrieben, der große Rest direkt. Wenn man den DTAM-Anteil der Halbleiterprodukte von 33 Prozent erreichen würde, wären das immerhin 7 Prozentpunkte mehr, also etwa 1 Mrd. Euro Umsatz, die die Distributoren einstreichen könnten.
Ist Avnet Abacus europaweit gemäß den 2008er Zahlen von Europartners die Nummer 2 hinter Arrow, belegt man auf dem wichtigen deutschen Markt, der 35 Prozent des europäischen Markts ausmacht, nur Rang 4. Und hier will man kräftig wachsen, lautet zumindest das Ziel von Michael J. Knappmann, seit Ende 2009 Regional Director Central Europe bei Avnet Abacus: »In diesem Jahr wollen wir den Marktanteil auf 8 Prozent heben, binnen 5 Jahren peilen wir die 10-Prozent-Marke an.« Vor seinem Engagement bei Avnet war Knappmann 15 Jahre bei Arrow, kennt also das Geschäft und den direkten Mitbewerber sehr gut.