DMASS zieht Bilanz für 2010 Historisches Jahr für die europäische Halbleiterdistribution

Zwar gingen die Umsätze im vierten Quartal 2010 verglichen mit Q2 und Q3 etwas zurück, der glänzenden Gesamtbilanz tut das aber keinen Abbruch.
Zwar gingen die Umsätze im vierten Quartal 2010 verglichen mit Q2 und Q3 etwas zurück, der glänzenden Gesamtbilanz tut das aber keinen Abbruch.

2010 wird für die europäische Halbleiterdistribution als Rekordjahr in die Geschichte eingehen: Laut DMASS (Distributors’ and Manufacturers’ Association of Semiconductor Specialists) kletterten die Halbleiterumsätze der Distribution auf ein Rekordhoch von 5,9 Mrd. Euro. Das ist ein Plus von 53,6 Prozent im Vergleich zum Jahr 2009.

Zwar gingen die Umsätze im vierten Quartal 2010 verglichen mit Q2 und Q3 etwas zurück, der glänzenden Gesamtbilanz tut das aber keinen Abbruch. Damit wuchs die Halbleiterdistribution rund 15 Prozent stärker als der Gesamtmarkt. Und noch einen Grund zum feiern gab es für die DMASS und ihre Mitglieder: Die Vereinigung der Halbleiterdistribution feierte ihr 20jähriges Jubiläum. Gegründet 1989, lieferte DMASS im Sommer 1990 die ersten Halbleiterstatistiken. Seit 2000 sind die Gesamtergebnisse öffentlich zugänglich. »Unsere Industrie hat mit diesem Ergebnis nicht nur die Nachwehen der globalen Finanzkrise kompensiert, sondern übertraf sogar das bisherige Rekordjahr 2007 um Längen«, erklärt DMASS-Vorsitzender Georg Steinberger. »Es scheint, dass dem Ver- und Einkaufskanal  »Distribution« endlich die wohlverdiente Anerkennung zuteil wird.«       

Regional betrachtet gibt es allerdings signifikante Unterschiede: Während Osteuropa  (84,3 %), Israel (65,2 %), Österreich (62.1%), die Schweiz (57,2 %) and Deutschland (56,4%) alle überproportional wuchsen, blieben alle anderen Länder unter der 50-Prozent-Marke (außer: Schweden mit 67 Prozent). Vor allem die iberische Halbinsel (26%) und Frankreich (39,6 %) blieben im Verhältnis zu den starken Regionen doch deutlich zurück. Nach Umsätzen entfielen auf Deutschland 2 Mrd. Euro, Osteuropa 730 Million Euro, Italien 617 Million Euro, UK & Irland 503 Million Euro, Nordic 502 Million Euro und Frankreich 450 Million Euro. Georg Steinberger dazu: »Der klare Trend, dass Zentral- und Osteuropa die Spitzenrolle im boomenden Distributionsmarkt übernommen haben, geht weiter. Während sich in anderen Ländern Europas die Abwanderung der industriellen Produktion bereits deutlich zeigt wie in UK und Frankreich, halten Deutschland und Osteuropa mit Tschechien, Polen und Ungarn die Stellung.«
Auch produktseitig ist die Entwicklung im letzten Jahr interessant: Sensoren (+ 68%), Power (+ 66%), Programmierbare Logik (+ 62 Prozent % ) and Analog (+ 58 %), wuchsen überproportional. Alle anderen Halbleiterproduktgruppen entwickelten sich zumindest ordentlich. Hinter den Erwartungen zurück blieb die Optoelektronik mit »nur« + 47 %), trotz dem Hype um High Brightness LEDs and MOS Micro. »Natürlich lässt sich immer ein Haar in der Suppe finden, sogar in einem Jahr wie 2010«, kommentiert Steinberger. »Aber letztlich sollten wir mit einem so außergewöhnlichen Jahr sehr zufrieden sein.« Mit diesem DMASS-Ergebnis bricht die Distribution darüber hinaus eine Lanze für die europäische Elektronikindustrie. Die Distribution ist ein lokales Geschäft und vertritt lokale Interessen – und das wird nach Ansicht von Steinberger auch in Zukunft so bleiben: »Denn kein Distributor wird nach Asien umsiedeln, weil es dort besser oder billiger ist.«

Stolz ist Steinberger im Zuge dessen auch auf die Entwicklung der DMASS, die sich von einem  mehr oder weniger halbprivaten »Datensammelclub« zu einer angesehenen Industrievereinigung mit einer europaweit einzigartigen Datenbasis für die Halbleiterdistribution gemausert hat.