Automotive-Trends bis 2030 Herausforderung für OEMs, Chancen für die Distribution

Die Automobil-Branche ist für Deutschland einer der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren – ebenso für viele Distributoren. Andreas Mangler, Director Strategic Marketing bei Rutronik, nennt die sieben größten Automotive-Trends bis 2030, die auch die Elektronik-Distribution beeinflussen.

Die Automotive-Trends werden getrieben vor allem durch die Digitalisierung, die künstliche Intelligenz und Machine-Learning und betreffen neben dem Auto an sich auch seine Nutzung und Fertigung.

E-Mobility

Eine zunehmende Energiedichte von Lithium-Ionen-Batterien – und damit Reichweiten von 450 km und mehr – bei gleichzeitig sinkenden Batteriekosten kann der Elektromobilität neuen Schub verleihen. Langfristig eröffnen auch neue Batterietechnologien großes Potenzial, z.B. Feststoff- oder Lithium-Luft-Batterien. Sie ermöglichen noch höhere Reichweiten und schnelleres Laden. Vor 2025 sind jedoch keine serienreifen Modelle zu erwarten.

Der Abschied vom Verbrennungsmotor wird nicht ohne Verlust an Arbeitsplätzen vonstatten gehen, v.a. bei den Anbietern, die sich stark auf den Verbrenner sowie die peripheren Steuergeräte fokussiert haben. Für Distributoren, die das nötige Know-how und die richtigen Bauteile für Elektroantriebe im Portfolio haben, bietet er hingegen große Chancen. Denn auch hier kommen zahlreiche Steuergeräte zum Einsatz, zudem Batterien mit komplexen Batteriemanagementsystemen.
Bezüglich der Ladeinfrastruktur ist die Henne-Ei-Frage – was muss zuerst kommen: die Stromtankstellen oder die E-Autos? – noch immer nicht beantwortet.

Sie hängt nicht nur von technischen und kommerziellen Aspekten ab, sondern auch von politischen Vorgaben. Sicher ist jedoch, dass es ohne flächendeckende Ladeinfrastruktur keinen Durchbruch bei der Elektromobilität gibt. Sie wird nicht nur von klassischen Energieanbieter kommen; auch Unternehmen und Händler werden eigene Ladestationen als Bonus für Mitarbeiter bzw. Kunden nutzen, hinzu kommt das Laden zu Hause. Hierfür werden nicht nur die Komponenten für die Ladestationen benötigt, sondern auch Energy-Management-Systeme zur Steuerung der Energieströme, mit denen das Auto im Idealfall auch als Pufferspeicher dient, der bei Bedarf Energie ins Haus zurückspeist.

Autonomes Fahren

Trotz vieler Berichte über autonome Autofahrten: Die Evolution hin zu vollautonomen Fahrzeugen hat erst begonnen. Denn die Umwelt, in der sie sich bewegen müssen, ist äußerst komplex. Hierfür muss eine Vielzahl an Assistenzsystemen in Echtzeit absolut sichere, autonome Entscheidungen treffen und das Fahrzeug in Sekundenbruchteilen entsprechend steuern. Die heute bereits verbauten Systeme bilden die ersten Bausteine, die sukzessive erweitert und ergänzt werden. Deshalb sind Investitionen in ihre Entwicklung sehr wichtig. Für Distributoren ist es entscheidend, die hierfür erforderlichen Sensoren, Lidar- und Kamerasysteme sowie dazu gehörige Bauteile im Portfolio zu haben und die Anwendungen in der Tiefe zu verstehen, um für das jeweilige System die idealen Komponenten empfehlen zu können.