Profectus Grüne Produktion mit Sonnen-Energie

Profectus trägt der steigenden Nachfrage nach Gerätemontage, Prüftechnik und Lackierung mit Neuinvestitionen von etwa fünf Millionen Euro Rechnung und nutzt Energie aus dem eigenen Solarkraftwerk.

Die Produktionsfläche hat der Elektronikdienstleister bereits Ende 2018 um 800 m2 auf circa 4800 m2 erweitert. Platz für künftiges Wachstum bietet die zusätzlich erworbene Grundstücksfläche von 10.000 m2 in Suhl. Mit den Erweiterungen will Profectus weiteres Umsatzpotenzial realisieren und neue Technologien einsetzen. Viele Produktionsprozesse können nun zu kundenspezifischen Fertigungsinseln zusammengeführt werden.

Eigener Solarpark

Auch dem Klimaschutz hat sich Profectus verschrieben. Im April dieses Jahres erfolgte der erste Spatenstich für einen eigenen Solarpark. Die Anlage ging im Oktober ans Netz. »Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, eine nachhaltig positive Energiebilanz zu erreichen und dabei noch zu profitieren. Deshalb haben wir einen Solar Carport errichtet und in Betrieb genommen, mit dem wir aktuell zwei Drittel unseres Strombedarfes selbst erzeugen«, unterstreicht Helmut Bechtold, Geschäftsführer von Profectus. Für das Photovoltaik-Carport-Kraftwerk wurden 3290 m2 Solarmodule mit einer Peak-Nennleistung von 620 kW installiert. Der Solar-Carport-Park soll jährlich voraussichtlich 520.000 kWh Solarstrom produzieren. Das entspricht laut Bechtold ungefähr zwei Drittel des gesamten Strombedarfs.

Lackierung, Prüftechnik
und wachsende Unabhängigkeit

Auch die Umweltanforderungen an die Elektronik selbst werden immer höher. Häufig muss sie vor Feuchtigkeit, Schmutz, aggressiven Medien, elektrische Spannung und vielem mehr geschützt werden. Ein Mittel der Wahl ist die Beschichtung von Elektronik. Profectus setzt dazu schon seit Jahren die Verfahren Nano-Beschichtung, Zwei-Komponenten-Guss und Hotmelt-Umspritzung mit externen Partnern ein; seit Kurzem betreibt der Dienstleister eine hauseigene Lackieranlage.

Neu hinzugekommen ist auch ein Flying-Probe-Multifunktionstester: Die Packungsdichte elektronischer Baugruppen steigt stetig und die elektrische Prüfung mit feststehendem Adapter und Prüfnadeln lässt sich aufgrund der Geometrie und des fehlenden Platzes kaum noch realisieren. Das neue System bringt durch höhere Geschwindigkeit und wesentlich bessere Präzision eine deutliche Leistungssteigerung. Die Anwendung im Drei-Schichten-Betrieb wurde durch magazinierte Zu- und Abführsysteme ohne Bedienpersonal möglich. Die Erstellung der Programme erfolgt im Haus. Erweitert hat der Elektronikdienstleister auch die Lagerkapazitäten für Bauelemente durch ein Lager-Liftsystem um  sechs Einheiten, die Anfang 2019 installiert und in Betrieb genommen wurden. Auf einer relativ geringen Grundfläche und in 5 m Höhe ist es dadurch möglich, tausende verschiedene Bauelemente geordnet bei chaotischer Platzvergabe zu lagern. Das verbundene ERP-System verwaltet und steuert nach dem First in-First out-Prinzip. Eine Code-gesteuerte Kommissionierung dient dabei zusätzlich der Qualitätssteigerung.

Eine weitere Neuerung ist die eigene Musterfertigung inklusive SMD-Linie. Eine zusätzliche SMD-Linie ist für 2020 geplant.

Und um den Wachstumskurs fortzusetzen, hat Profectus mit Tanja Wenk, Key Account Managerin, seit März den Vertrieb verstärkt. Profectus beschäftigt derzeit 105 Mitarbeiter inklusive Dual-Studenten und Auszubildende, um der Nachwuchs­­kräftesicherung Rechnung zu tragen.