Entwicklung des Komponentenmarkts »Gigantisch gut«

Wie haben Distributoren von KMU bis Konzern und Komponentenhersteller das vergangene Jahr abgeschlossen? Was erwartet uns im Jahr 2016, und wo liegen besondere Herausforderungen? Die 20 Teilnehmer des Markt&Technik-Forums »Distribution & Supply Chain« gaben Antwort.

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»Gigantisch gut«

Forumsdiskussion »Distribution & Supply Chain«

Sie zeichnen für Zentraleuropa ein durchweg positives Bild, versehen mit Attributen wie »sehr gut« »gigantisch« und »fantastisch«.

Die Ergebnisse von DMASS und FBDi für den Halbleiter- beziehungsweise Komponenten-Distributionsmarkt 2015 in Deutschland und Europa boten je nach Produktbereichen eine weite Spanne von unter 10 Prozent in Deutschland bis über 30 Prozent in einigen osteuropäischen Ländern: Für passive Bauelemente in Deutschland ist der Markt laut FBDi um lediglich 2 Prozent auf 444 Mio. Euro gewachsen. Bei den Halbleitern waren es immerhin 7 Prozent. Dennoch: Etwa 45 Prozent des Halbleiteranteils gemäß DMASS liegen nach wie vor in Zentraleuropa.

Dass Deutschland, der größte Einzelmarkt in der größten Volkswirtschaft Europas, langsamer als Osteuropa wächst, hat nach Auffassung der Forumsdiskussions-Teilnehmer viele Gründe: »Deutschland dominiert mit einem Anteil von knapp 30 Prozent nach wie vor den europäischen Distributionsmarkt – mit einem durchaus attraktiven Wachstumsvolumen in absoluten Zahlen. Das prozentual stärkere Wachstum des osteuropäischen Distributionsmarkts wird unter anderem dadurch beflügelt, dass vor allem auch deutsche Firmen häufig kostengünstig in Osteuropa fertigen. Und dieser Effekt lässt sich aus den genannten Zahlen nicht direkt ablesen«, sagt Dietmar Jäger, Vice President Distribution von TDK.

TDK ist für 2016 trotz bestehender globalwirtschaftlicher und geopolitischer Risikofaktoren vorsichtig zuversichtlich gestimmt und erwartet ein ähnliches Umsatzwachstum wie im Vorjahr. Positive Impulse erwartet Jäger durch den weiter zunehmenden Einsatz von Automobilelektronik und eine weiterhin positive Entwicklung vor allem bei Geräten der Mobilkommunikation und aus dem IoT-Umfeld. Besonders erfreulich entwickelte sich die Distribution für TDK: »Im Bereich der Distribution sind wir im letzten Jahr sowohl in Deutschland als auch in Europa stärker gewachsen als der Markt. Wir gehen davon aus, dass wir diesen Trend in 2016 fortsetzen werden«, so Jäger.

Ole Gerkensmeyer, Regional Sales Director von Future, unterstreicht, dass Future trotz oder vielleicht auch wegen personeller Veränderungen im Management im vergangenen Jahr Marktanteile gewinnen konnte. »Auch für dieses Jahr blicken wir zuversichtlich auf die Ergebnisse. Für Osteuropa und Asien sehen wir verstärkt Wachstum, bedingt durch ein sich weiter gut entwickelndes Bestückungsgeschäft.« In Deutschland gibt es einen facettenreichen EMS-Markt, der teils auch europaweit bzw. global erfolgreich agiert. »Offshore wird dann das produziert, was in Deutschland entwickelt wird. Insofern darf man nicht nur den Point-of-Sales alleine betrachten«, gibt Gerkensmeyer zu bedenken und relativiert damit ebenfalls die Marktkraft Osteuropas.