Verteuern sich Exporte in die EU? Gelangensbestätigung ab Juli 2013 verpflichtend!

Die zum Jahresanfang 2012 erstmals vorgestellte Gelangenbestätigung fordert eine verschärfte Dokumentationspflicht der Exporteure für die Befreiung von der Umsatzsteuer. Nach Protesten des Fachverbands der Bauelementedistribution und weiterer Verbände ist die Einführung jetzt auf Juli 2013 verschoben. Die Dokumentation ist mit großem Aufwand und Kosten verbunden, letztlich ein Standortnachteil für die exportierenden Unternehmen.

Ursprünglich sollte die Gelangesbestätigung erst ab Sommer 2012, dann ab Januar 2013 in Kaft treten. Nun hat das Bundesfinanzministerium die Einführung auf Juli 2013 verschoben. Zumindest haben die Unternehmen nun mehr Zeit, die Änderungen in ihrer ERP-Software oder im Abrechnungssystem zu berücksichtigen.

Die Gelangensbestätigung beinhaltet für jedes Unternehmen mit Exporttätigkeit erhebliche Änderungen: Jeder Exporteur soll für jede Warenlieferung eine vom BMF (Bundesministerium für Finanzen) vorgegebene Bestätigung von seinem EU-Handelspartner einfordern, mit der der Kunde verbindlich den Erhalt der jeweiligen Sendung bestätigt. Hier ist wichtig zu wissen: Export im Sinne der deutschen UStDV beinhaltet zwangsläufig auch Inter-Company-Lieferungen, die im Konzern abgewickelt werden. Bei fehlendem Nachweis muss der Exporteur die im Exportgeschäft üblicherweise entfallende deutsche Mehrwehrtsteuer nachzahlen.

Diese Regelung gilt ausdrücklich für die gesamte deutsche Exportwirtschaft durch alle Branchen hindurch. Aufgegriffen haben das Thema allerdings bislang nur wenige Verbände, darunter federführend der FBDi. 

»Um die komplette Tragweite der Problematik zu verstehen, muss man sich die Situation eines europaweit tätigen Distributionsriesen vorstellen, der von Deutschland aus über 1 Million Sendungen pro Jahr ins EU-Ausland verschickt«, erklärt Geog Steinberger, Vorsitzender des FBDi »Wir haben durch die neue Gesetzgebung nicht nur einen hohen Millionenaufwand für die Administration dieser Gelangenserklärungen, sondern auch ein deutlich höheres Umsatzsteuerrisiko, sollte der Nachweis nicht zu erbringen sein. Dieses könnte den Verwaltungsaufwand noch um ein Vielfaches übersteigen.«