1:1-Ersatz für abgekündigte Halbleiter Garantiert Originalware!

Jürgen Richter, Rochester, im Gespräch mit Markt&Technik-Redakteurin Karin Zühlke.
Jürgen Richter, Rochester, im Gespräch mit Markt&Technik-Redakteurin Karin Zühlke.

Rochester ist die erste Adresse, wenn es um autorisierte Nachfertigungen obsoleter Halbleiter geht. Derzeit hat das Unternehmen Verträge mit mehr als 60 Halbleiterherstellern - darunter auch die meisten Großen. Die Kosten für die Nachfertigungen liegen, bedingt durch den Aufwand, allerdings über dem alten Verkaufspreis. Das sind viele Kunden aber bereit zu bezahlen, wenn sie damit ein Re-Design umgehen können.

Getrieben durch die kurzen Produktzyklen der Consumerwelt, werden die Verfügbarkeitsfenster von Halbleitern immer kleiner - oft zu Lasten der Industriekunden. Das Konzept von Rochester kommt also gerade recht und ist weltweit einmalig. Das US-amerikanische Privatunternehmen hat sich auf die Lagerung und Nachfertigung von abgekündigten Halbleitern spezialisiert. »Wir machen aus einer End-of-Life eine Extension of Life«, beschreibt Jürgen Richter, Central European Sales Manager, das Konzept. Und das Einzigartige an diesem Konzept ist: Rochester darf die Ware als Original kennzeichnen und verkaufen.

Angefangen hat im Jahr 1981 alles mit Intel. Die Prozessorschmiede war sozusagen Kunde der ersten Stunde. Inzwischen haben sich die Verfügbarkeitszeiten von Halbleitern teils drastisch verkürzt, und damit entwickelte sich auch das Geschäft über die Jahre für Rochester positiv. Über die Umsatzzahlen schweigt sich der Konzern aus, als privates Unternehmen muss Rochester die schließlich nicht offenlegen. Dass das Geschäftsmodell gut funktioniert, bestätigt Richter aber. Rochester fertigt ausschließlich aktive Halbleiter - passive Bauelemente anzubieten, war laut Richter niemals ein Thema.

Nun ist das Thema »Obsolescence-Management« nicht neu, gewinnt aber angesichts der kürzeren Verfügbarkeiten mehr und mehr an Brisanz. Zwar betreiben viele Hersteller ein sauberes End-of-Life-Management, auch wenn sie schneller abkündigen als noch vor fünf Jahren. Aber nicht alle Kunden reagieren rechtzeitig bzw. planen den LTB in ausreichender Menge. Als Ausweg bleibt dem Kunden letztlich nur das Re-Design oder der 1:1-Ersatz, und genau an diesem Punkt kommt Rochester ins Spiel. Rochester deckt mit mehr als 60 Herstellern den Löwenanteil der wichtigen Player im Halbleitermarkt ab, ist aber dabei, noch weitere Hersteller auf seiner Linecard in Zukunft nennen zu können.

Gibt der Hersteller denn bei der Abkündigung bekannt, wenn er ein Abkommen mit Rochester über das abgekündigte Produkt hat? »Einige Halbleiterhersteller, die mit Rochester zusammenarbeiten, untermauern die Langzeitverfügbarkeit ihres Produkts von vorne herein ganz offiziell durch die Zusammenarbeit mit Rochester«, so Richter. Denn diese Hersteller sehen eine enge Verbindung zwischen dem EOL und neuen Design-Wins, so dass sie abgekündigte Produkte in diesen Fällen weiter unterstützen bzw. liefern. Andere dagegen verfolgen den Ansatz »Final Life Time Buy«. Im Fall des Last-Time-Buy erklären die Herstellern normalerweise erst, nachdem die LTB-Frist abgelaufen ist, dass ihre Produkte künftig von Rochester nachgefertigt werden können.