Neuer Geschäftsbereich Future geht mit »Power« an den Start

Steve Carr, Future: »Power wurde früher möglichst billig entwickelt, heute geht es darum, dass das Design möglichst effizient ist. Unsere zentrale Frage lautet also: Wie können wir dem Kunden dabei helfen, die Effizienz seiner Applikation um 10 bis 20 Prozent zu erhöhen?«

Die vertikalen Business Units von Future bekommen Zuwachs: Auf der electronica hat der Broadliner die Future Power Solutions aus der Taufe gehoben. Neben Lighting, Energy und RF&Wireless Solutions ist das der vierte Geschäftsbereich des Distributors.

Die Future Lighting Solutions waren der vertikale »Erstling« des kanadischen Distributors – Future hat als einer der ersten Distributoren ganz dediziert den Lichtmarkt rund um die LED adressiert. Mittlerweile ist das Lighting-Gründungsteam von 5 Mitarbeitern auf 250 Mitarbeiter gewachsen. Dass die Strategie der vertikalen Business Units für Future aufgeht, davon ist Europa-Chef Ralf Bühler also fest überzeugt: »Wir wissen, wie das Konzept der vertikalen Business Units funktioniert und wollen das Erfolgsmodell unserer Lighting Solutions auch auf andere Bereiche übertragen.«

Dass alle Business Units dabei nicht getrennt, sondern Hand in Hand zusammenarbeiten, verstehe sich von selbst, so Bühler. Ähnlich wie bereits im Februar die Vorstellung der RF&Wireless Solutions erfolgte auch die offizielle Vorstellung der Power Division erst nachdem Future bereits über ein »Ecosystem« aus Produkten, Herstellern und Services verfügt. »Wir sind in diesem Punkt eher etwas zurückhaltend und gehen nicht mit einer Idee an den Start, sondern mit einem funktionierenden Team, das wir in diesem Fall über sieben Monate Schritt für Schritt aufgebaut haben«, betont Steve Carr, Director of Vertical Markets von Future. Das Angebot konzentriert sich auf diskrete Komponenten für die Stromversorgung, Power Module und Standard- oder konfigurierbare Netzteile. Zu den »Gründungspartnern« der Division gehört der Hersteller Vicor, den Future vor einem Jahr an Board holte. Die FAEs von Future werden in einem Zertifzierungsprogramm dediziert auf die Produkte des Herstellers geschult. Darüber hinaus bieten die hauseigenen System Design Center Entwicklungsunterstützung für kundenspezifische Systeme zur Stromversorgung und stellen Referenz-Designs zur Verfügung mit denen die Kunden die Effizienz ihrer Applikation, beispielsweise im Fall eines Re-Designs »tunen« können. So unterstützt das Power Star Board von Future bei der Entwicklung von energieeffizienten AC/DC-Netzteilen. Im Unterschied zu gängigen Referenz-Boards der Power-IC-Hersteller arbeitet Power-Star nicht mit getrennten Stufen für die Leistungsfaktorkorrektur, Wandlung und Gleichrichtung, sondern vereint als erstes Entwicklungsumgebung alle drei Stufen auf einem Board.

Warum Power und warum jetzt? »Weil Energie-Effizienz im Design eine immer größere Rolle spielt«, antwortet Carr. »Power wurde früher möglichst billig entwickelt, heute geht es darum, dass das Design möglichst effizient ist. Unsere zentrale Frage lautet also: Wie können wir dem Kunden dabei helfen, die Effizienz seiner Applikation um 10 bis 20 Prozent zu erhöhen?« Eine weitere Herausforderung ist laut Carr der diskrete Aufbau von Stromversorgungen, hier stößt so mancher Kunde an seine Grenzen. Aber auch diverse Gesetzgebungen zur Stromversorgung bzw. zur Energieeffizienz von Geräten bringen neue Anforderungen an das Power-Design mit sich. Als interessante Wachstumsmärkte für seine neue Division bezeichnet Carr beispielsweise den Bereich LED-Lighting und das Cloud Based Computing, aber auch die Elektromobilität und der Medical Bereich sowie effiziente Motorsteuerungen und Antriebe sind laut Carr ein viel versprechendes Betätigungsfeld für die junge Division. Wobei Future im LED-Lighting-Umfeld schon alleine durch die Erfahrung und den Kundenkreis der älteren »Schwester« Future Lighting Solutions gut punkten kann. Die Ziele sind jedenfalls ehrgeizig: »Es geht uns nicht darum, nur Produkte zu verkaufen, sondern wir wollen den Kunden für das Thema sensibilisieren und die Power-Architektur mit dem Kunden diskutieren.« Wie in allen anderen Business Units investiere der Distributor auch im Bereich Power in umfangreiche Lagerhaltung, betont Carr. Die Produkte der Franchise-Partner liefert Future am Werktag nach Auftragseingang aus den Distributionszentren in Leipzig (EMEA), Memphis (Nordamerika) und Singapur (Asien) ausgeliefert.