Start-ups und professionelle Maker Frische Ideen, neue Wege

Frank Hansen, Avnet Memec – Silica:
»Wir haben uns entschieden, mit Crowd-Investoren zusammenzu-
arbeiten, die das Start-up-Potenzial im Elektronikmarkt vorvalidieren.«
Frank Hansen, Avnet Memec – Silica: »Wir haben uns entschieden, mit Crowd-Investoren zusammenzuarbeiten, die das Start-up-Potenzial im Elektronikmarkt vorvalidieren.«

Start-ups und professionelle Maker sind in der Elektronikindustrie mittlerweile zur interessanten Klientel avanciert. Einige Distributoren und Hersteller fördern diese neue Zielgruppe mit einem dedizierten Angebot.

Was macht diese Kundengruppe so attraktiv? Frische, teils ganz unkonventionelle Ideen eröffnen den Distributoren zusätzliches Geschäftspotenzial jenseits der etablierten Pfade.

»Zudem Richtungsweisend für den Boost, den die Maker-Bewegung derzeit erfährt, war und ist der Raspberry Pi, der im Vertrieb von Farnell element14 und RS Components vor rund vier Jahren auf den Markt gekommen ist. Ursprünglich als billiger Single-Board-Computer für Bastler entwickelt, wurde der Raspberry Pi zum Vorbild für eine B2C-Maker-Kultur, die jetzt die B2B-Welt erobert. Inzwischen ist der Raspi, wie ihn seine Community fast liebevoll nennt, über eine Million Mal verkauft und hat sich auch den Weg in seriöse Entwicklungsabteilungen großer Industrieunternehmen gebahnt, wo er zum Beispiel in Machbarkeitsstudien zum Einsatz kommt.

Und zahlreiche weitere „Maker-Boards“ folgten: So haben zum Beispiel Conrad Business Supplies, MikroElektronika und das Berliner Start-up relayr alias iThings4U in enger Zusammenarbeit »WunderBar« und die »Open-Sensor«-Cloud-Plattform entwickelt. Inzwischen folgten viele weitere Start-up- bzw. Maker-Projekte, die Conrad mit Entwicklungs- oder Vertriebs-Ressourcen unterstützt. Zusammengefasst hat Conrad diesen Ansatz in der Kampagne »Wir lieben Tekkies«, die sich dem industriellen und privaten Maker widmet. Die Grenzen zwischen Professional und Bastler ist dabei nicht immer scharf zu trennen. »Für uns ist der Maker nicht der reine Bastler, aber auch nicht der High-End-Ingenieur, sondern jemand, der sein Wissen rund um die Elektronik meist nebenberuflich weiterentwickelt.« Darüber hinaus stehen bei Conrad auch die (Tech-)Studenten im Mittelpunkt des Interesses, die durch die Präsenz auf Maker-Messen angesprochen werden sollen.

So wie die Grenze zwischen B2B und B2C nicht mehr immer klar ist, so ist auch die Grenze zwischen Maker und Start-up oft fließend. Wobei beim Start-up ein kommerzielles Interesse als Basis für die Idee oder die Entwicklung zugrunde liegt. »Solche Ideen versuchen wir zu vermarkten, indem wir die Organisation und Finanzkraft zu einer Vermarktungsfähigkeit ausreifen zu lassen, sei es durch die Unterstützung bei der Produktion, Vertriebsunterstützung oder durch  Finanzierungsunterstützung«, erklärt Fuchs.

Auch Digi-Key erachtet es als obligatorisch, sich in der Maker-Szene als Lieferant zu positionieren. Insbesondere in Zusammenhang mit Applikationen für das IoT erwartet Hermann Reiter, Geschäftsführer von Digi-Key Deutschland, einen Boost durch die Makers-Szene. Zwar entwickelt Digi-Key keine eigenen Boards, bietet aber die entsprechenden Tools und Development Kits, um Start-ups und Professional Makers einen schnellen Entwicklungserfolg für ihre Idee zu ermöglichen. Ergänzt wird das Board-Angebot von Digi-Key durch das kostengünstige Design-Tool »Scheme-it«, das der Katalogdistributor zum Download anbietet. Speziell für die Maker-Szene hat Digi-Key kürzlich eine eigene Web-Seite eingerichtet, die unter der Adresse www.maker.io zu finden ist. Dort wird der Maker in zehn Schritten – und flankiert von wertvollen Tipps – von der Idee zum Produkt geleitet.