EMI für Oktober Einkaufsmanager-Index steht auf rot

DRAM-Preise 2019

Die deutsche Industrie steckt zu Beginn des 4. Quartals weiter im roten Bereich fest. Nach wie vor drücken vor allem der Brexit, die Handelskonflikte, die Abkühlung der Binnen- und Weltkonjunktur sowie die Probleme in der Automobilindustrie das Einkaufsverhalten

Das zeigen die aktuellen Umfrage-Ergebnisse zum IHS Markit/BME-Einkaufsmanager-Index (EMI). Der saisonbereinigte PMI – eine Momentaufnahme des Verarbeitenden Gewerbes in Deutschland, abgeleitet aus den Indikatoren für Auftragseingang, Produktion, Beschäftigung, Lieferzeiten und Vormaterialbeständen – ist im Oktober mit 42,1 gegenüber dem Vormonat zwar um 0,4 Punkte gestiegen. Allerdings notiert der PMI trotz dieser leichten Verbesserung weiterhin nahe dem Zehnjahrestief, das im Juni 2009 erreicht worden war. Gleichzeitig bewegt sich der wichtige Frühindikator für die Entwicklung des Verarbeitenden Gewerbes in Deutschland bereits den zehnten Monat in Folge unter der magischen 50-Punkte-Referenzlinie, ab der wirtschaftliches Wachstum signalisiert wird, teilte der englische Finanzdienstleister IHS Markit in London mit.

Wie die jüngsten EMI-Umfrageergebnisse von IHS Markit und BME zeigen, gingen im Oktober sowohl Produktion als auch Neuaufträge abermals zurück, wenngleich langsamer als zuletzt.

„Die deutsche Industrie befindet sich weiter in der Rezession. Unklar ist nur, ob das Verarbeitende Gewerbe bereits seinen Tiefpunkt erreicht hat“, betonte BME-Hauptgeschäftsführer Dr. Silvius Grobosch am Donnerstag in Eschborn.

„Nach einer langen Durststrecke zeigen sich erste Stabilisierungstendenzen in der deutschen Industrie. Sollte es jetzt noch zu einer Vereinbarung zwischen den USA und China im Handelsstreit kommen, wären die Chancen auf eine Aufwärtsentwicklung im nächsten Jahr hoch“, kommentierte Dr. Gertrud R. Traud, Chefvolkswirtin der Helaba Landesbank Hessen-Thüringen, am Donnerstag auf BME-Anfrage die aktuellen EMI-Daten.

„Das deutsche Wachstum für das dritte Quartal sollte wieder unter der Nulllinie liegen. Die Industrie bremst immer noch stark“, sagte Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, am Donnerstag dem BME.

„Der im Oktober marginal angestiegene EMI kann nicht über die deutlich angespannte konjunkturelle Lage hinwegtäuschen. Dafür sprechen die neusten Zahlen der DIHK-Konjunkturumfrage vom Herbst 2019“, teilte Katharina Huhn, Leiterin des Referats Konjunktur, Wachstum, Unternehmensbefragungen im DIHK, am Donnerstag dem BME mit. Die 28.000 Unternehmensantworten bestätigten, dass die vorherrschende Unsicherheit bestehen bleibe. So häufig wie noch nie seit Erhebungsbeginn 2010 sähen die Unternehmen wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen als Risiko für ihre Geschäftsentwicklung. „Laut EMI lief es im Investitionsgüterbereich, zu dem Maschinenbau und Fahrzeugbau gehören, vergleichsweise am schlechtesten. Sinkende Lieferzeiten und Einkaufspreise sprechen für ein weiterhin schwaches Nachfrageniveau“, so Huhn weiter. Damit blieben, auch mit einer leichten Verbesserung des EMI, die Geschäftsaussichten eingetrübt. Die Unternehmen stünden international, aufgrund der anhaltenden geringen Exporterwartungen vor großen wirtschaftlichen Herausforderungen. Die Bundesregierung sollte deshalb nach Huhns Meinung dringend agieren. „Wir vermissen etwa eine Initiative zur Wiederbelebung der WTO. Außerdem sind neue Handelsabkommen der EU mit den Mercosur-Staaten oder Vietnam gerade für die exportorientierten deutschen Unternehmen ein wichtiger Schritt hin zu mehr Zuverlässigkeit im Welthandel“, betonte die DIHK-Konjunkturexpertin in ihrem Statement für den BME.

Zur jüngsten Entwicklung des EMI-Teilindex Einkaufspreise sagte Dr. Heinz-Jürgen Büchner, Managing Director Industrials, Automotive & Services der IKB Deutsche Industriebank AG, am Donnerstag dem BME: „Trotz einer leichten Belebung des EMI zeigen die Rohstoffpreise eine stark divergierende Entwicklung. Während etwa die Standardstahlsorten auf dem europäischen Markt einen kräftigen Rückgang verzeichneten, wurden auf dem US-amerikanischen Markt schon wieder deutliche Preisanhebungen vorgenommen. Bei den rostfreien Güten gaben die Basispreise in Europa zwar leicht nach, die Legierungszuschläge bleiben jedoch fest bzw. wurden leicht angehoben. Letzteres ist vor allem in der Nickelpreisentwicklung begründet. Auch bei einigen NE-Metallen gab es leichte Preisanhebungen. Eine nachhaltige Erholung dürfte erst im Verlauf des ersten Halbjahres 2020 erfolgen. Ebenso sehen wir die Rohölnotierungen vorerst fester: Die Intervention in Syrien strahlt hierauf aus. Der Grenzübergangspreis für Erdgas hat ebenfalls weiteres Potenzial nach oben.“