EMI für Oktober Einkaufsmanager-Index steht auf rot

Die Entwicklung der EMI-Teilindizes im Überblick

Industrieproduktion: Die Produktionsraten im Verarbeitenden Gewerbe wurden im Oktober ein weiteres Mal merklich gedrosselt. Zwar verbesserte sich der saisonbereinigte Teilindex etwas gegenüber dem 86-Monatstief vom September, notierte aber dennoch auf einem der niedrigsten Stände seit 2009. Dabei wurden in allen drei Teilbereichen der Industrie (Konsumgüter, Vorleistungsgüter und Investitionsgüter) ähnlich kräftige Rückgangsraten gemessen.

Auftragseingang insgesamt/Export: Die branchenweite Nachfrageflaute setzte sich mit dem 13. Minus beim Auftragseingang in Folge auch im Oktober fort. Immerhin verbesserte sich der entsprechende Teilindex im Vergleich zu September – als der niedrigste Wert seit April 2009 gemessen wurde – auf den höchsten Stand seit vier Monaten. Nach wie vor beklagt eine Vielzahl der Umfrageteilnehmer die anhaltende Unsicherheit und damit verbundene Zurückhaltung vieler Kunden bei der Vergabe von Neuaufträgen und Tätigung von Investitionen.

Der saisonbereinigte Teilindex Exportaufträge erholte sich im Oktober zwar weiter vom Zehnjahrestief im Juli, blieb aber dennoch tief im roten Bereich. Die Rückgangsrate lag in etwa auf dem Niveau des Gesamt-Auftragseingangs. Einige der befragten Einkaufsmanager meldeten geringere Umsätze mit internationalen Kunden aus der Automobilindustrie. Ebenfalls häufig erwähnt wurde die allgemein schwächere Nachfrage in den asiatischen Märkten.

Beschäftigung: Die zunehmend schlechtere Auftragslage schlägt auch auf den Arbeitsmarkt durch. Im Oktober hat der Stellenabbau im Verarbeitenden Gewerbe nochmals an Tempo zugenommen und fiel so schnell aus wie seit fast zehn Jahren nicht mehr. Allerdings ist man von dem Ausmaß des Beschäftigungsabbaus, das während der globalen Finanzkrise herrschte, noch weit entfernt. Firmen, die ein Minus bei der Beschäftigung meldeten, begründeten dies häufig mit dem Abbau von befristeten Arbeitskräften und Leiharbeitern. Darüber hinaus wiesen mehrere Umfrageteilnehmer auf die Einführung von Kurzarbeit im Unternehmen hin.

Einkaufs-/Verkaufspreise: Der saisonbereinigte Teilindex Einkaufspreise rutschte im Oktober noch tiefer in den roten Bereich und signalisierte damit einen stärkeren Rückgang der durchschnittlichen Einkaufspreise. Demnach ist der aktuelle Wert der niedrigste seit März 2016. Zu den Artikeln, die am häufigsten als billiger gemeldet wurden, zählten unter anderem Metallkomponenten, Stahl und Kunststoffe. In den meisten Fällen resultierte die Verbilligung aus dem Überangebot am Markt.

Viele Hersteller gaben ihre Kosteneinsparungen oft in Form von geringeren Verkaufspreisen weiter. Daneben gewährten einige Unternehmen vor dem Hintergrund des harten Wettbewerbs, ihren Kunden Rabatt. Es war bereits der vierte Monat in Folge, in dem ein Rückgang der durchschnittlichen Verkaufspreise verzeichnet wurde. Mehr noch, der Rückgang beschleunigte sich abermals und fiel so kräftig aus wie seit November 2009 nicht mehr.

Jahresausblick: Die Anzahl der Hersteller, die binnen Jahresfrist mit Geschäftseinbußen rechnen, überstieg auch im Oktober die Zahl derer, die Wachstum erwarten. Immerhin verbesserte sich der entsprechende Teilindex weiter vom Umfragetief im August auf den nun höchsten Wert seit Juni. Nach wie vor trüben vor allem der Brexit, die Handelskonflikte, die Abkühlung der Binnen- und Weltkonjunktur sowie die Probleme in der Automobilindustrie die Zuversicht vieler Industrieunternehmen.

Über den EMI: Der IHS Markit/BME-Einkaufsmanager-Index (EMI) gibt einen allgemeinen Überblick über die konjunkturelle Lage in der deutschen Industrie. Der Index erscheint seit 1996 unter Schirmherrschaft des BME. Er wird vom Anbieter von Unternehmens-, Finanz- und Wirtschaftsinformationen IHS Markit mit Hauptsitz in London erstellt und beruht auf der Befragung von 500 Einkaufsleitern/Geschäftsführern der verarbeitenden Industrie in Deutschland (nach Branche, Größe, Region repräsentativ für die deutsche Wirtschaft ausgewählt). Der EMI orientiert sich am Vorbild des US-Purchasing Manager´s Index (Markit U.S.-PMI).