Spitzt sich die Verfügbarkeitslage zu? Distributoren informieren zu Japan

Nicht Panik zu schüren, sondern sich aus erster Hand zu informieren, sei jetzt das Gebot der Stunde, so der Tenor der Distribution: Dementsprechend bieten einige Distributoren auf eigenen Microsites umfassende Informationen zu Lieferzeiten und betroffenen Herstellern.

Gut beraten ist derzeit jedenfalls jeder, der eine Second Source zur Auswahl hat: Denn wie von den Distributoren zu hören ist, gibt es bereits über alle Produktgruppen hinweg Bauteile, deren Lieferzeiten sich seit dem Erdbeben in Japan deutlich verlängert haben. Eine detaillierte Übersicht dazu bietet beispielsweise Rutronik unter www.rutronik.com. Zu finden sind hier ein Listing der betroffenen Hersteller der Rutronik-Linecard sowie weitere Informationen zu Lieferzeiten und soweit verfügbar auch die Stellungnahmen der jeweiligen Hersteller. Zu den Informationen gelangt man über einen Link auf der Startsteite.

Ähnliche Übersichten sind auch auf den Webseiten von Glyn, RS Components, MSC, TTI, Arrow, Avnet Memec, Avnet Abacus, Avnet Embedded, Silica und EBV zu finden. Bei EBV besteht außerdem die Möglichkeit, einen RSS Feed zu abbonieren.Glyn bietet - ebenfalls unter dem oben angegebenen Link - zusätzlich eine geografische Übersicht der in Japan ansässigen Hersteller und ihrer Fabs.  

Laufend Aktuelles zur Verfügbarkeitslage finden die Kunden auch bei Farnell über die Online-Community »element 14«. Dort posten viele Hersteller ihre aktuellen Liefer-Updates und Community-Nutzer können Fragen zur Liefersituation stellen und diskutieren.

Das sind natürlich alles nur Momentaufnahmen, das Bild ändert sich fast täglich, wie EBV Elektronik in einer erste Erklärung klarstellt: »Gegenwärtig verschaffen sich alle Hersteller, die Produktionsstätten in Japan unterhalten, einen Überblick über die Auswirkungen der Ereignisse auf ihre Fertigungsprozesse. Auch wenn nicht jeder Hersteller direkt betroffen ist, werden wir uns über kurz oder lang einigen logistischen Herausforderungen stellen müssen. Das volle Ausmaß der Katastrophe wird sich aber erst im Laufe der nächsten Tage und Wochen zeigen.«

Die Distributoren jedenfalls stehen in regem Kontakt mit ihren Partnern, um mögliche Auswirkungen auf die Lieferkette, die Fertigung und die Logistik rechtzeitig zu erkennen und entsprechend zu handeln.

Inwieweit die Lage in Japan die Verfügbarkeit von Bauteilen abgesehen von kurzfristigen Engpässsen auch langfristig negativ beeinflussen wird, lässt sich zum derzeitigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Vereinzelt beklagen allerdings Distributoren bereits ein rüdes Verhalten einiger OEMs, die sich ihre Ware um jeden Preis sichern wollen. Außerdem gebe es bereits Doppelt-Bookings und auch die Broker stehen schon auf dem Plan und bunkern Ware, um sie zu hohen Preisen weiterverkaufen zu können. Glyn beispielsweise hat schon Konsequenzen gezogen und »betroffene Produkte für den Kauf durch Broker gesperrt«, wie das Unternehmen auf seiner Webseite verlautbart.    

Die Aufzählung der Distributoren, die zu Japan informieren, erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Gerne nehmen wir weitere Distributoren in den Beitrag auf: Schreiben Sie mir ein eMail an Karin Zühlke)