Expansion Digi-Key stellt sein »EMEA Production Business Team« vor

„Wer als Global Player das Produktionsgeschäft in EMEA (Europe Middle East and Africa) erfolgreich bedienen will, der muss auch lokalen Support in Landessprache bieten“, erklärt Chris Beeson, Vice President, Global Sales and Business Development von Digi-Key.
„Wer als Global Player das Produktionsgeschäft in EMEA (Europe Middle East and Africa) erfolgreich bedienen will, der muss auch lokalen Support in Landessprache bieten“, erklärt Chris Beeson, Vice President, Global Sales and Business Development von Digi-Key.

Nach der Ankündigung im letzten Jahr, als erster Katalogdistributor den gedruckten Katalog einzustellen, beschreitet Digi-Key einmal mehr neue Wege: Der US amerikanische Distributor will sich in EMEA künftig verstärkt auf die Belieferung von Low Volume/High Mix Produktionen konzentrieren und hat dazu Niederlassungen in ganz Europa eröffnet – u. a. auch in München.

Während in Asien und teils auch in den USA eher große Serien vom Band laufen, gilt vor allem Europa – den Osten des Kontinents einmal ausgenommen - als Hochburg für Low Volume/High Mix Serien. „Wer als Global Player das Produktionsgeschäft in EMEA (Europe Middle East and Africa) erfolgreich bedienen will, der muss auch lokalen Support in Landessprache bieten“, erklärt Chris Beeson, Vice President, Global Sales and Business Development von Digi-Key. Zwar gibt es bei Digi-Key über eine Telefon-Hotline 24 Stunden technische Unterstützung, aber eben nur in Englisch und das war gerade im Produktionsbereich ein Manko. Bereits seit einigen Jahren hat der „Katalog-Riese“ aus Thief River Falls in Minnesota sein Production Business Team in EMEA sukzessive aufgebaut: Den Kern bildet ein Servicezentrum in den Niederlanden mit 40 Mitarbeitern, dazu kommen Niederlassungen und Büros in London, der Nordic Region, Südeuropa – und ganz neu für Zentraleuropa in München. Für die Leitung der Münchener Niederlassung hat Digi-Key Hermann Reiter an Board geholt, der als Sales Director Central Europe fungiert. Reiter war zuvor bei einem großen Broadliner beschäftigt und ist daher bestens mit dem Distributionsgeschäft vertraut.

In den nächsten Monaten will Digi-Key für Zentraleuropa noch fünf bis sechs weitere Mitarbeiter einstellen. Ein eigenes Lager und Distributionszentrum für EMEA wird es auch weiterhin nicht geben. Beliefert wird die EMEA-Region weiterhin zentral vom Logistik-Hub in Thief River Falls. „Dadurch können wir die weltweite Nachfrage bündeln“, erläutert Mark Larson, President & Chief Operations Officer von Digi-Key. „Erst dadurch können wir unseren Kunden das weltweit größte Sortiment an sofort lieferbaren Produkten bieten“. Als Lieferzeit muss der Kunde allerdings zwei bis drei Tage einkalkulieren, sofern das bestellte Produkt auf Lager ist. Derzeit hat der Distributor rund 800.000 Bauteile vorrätig, die sofort lieferbar sind. Dafür liefert Digi-Key aber auch kostenlos. Express-Sendungen sind gegen entsprechende Versandkosten ebenfalls möglich.

Mit der Evolution vom Kleinmengen-Lieferanten zum Distributor für Low Volume/High Mix Fertigungen verlässt Digi-Key endgültig das angestammte Terrain eines klassischen Katalogdistributors. Wobei sich Digi-Key - wie übrigens auch viele andere Katalogdistributoren – auch längst nicht mehr als solcher sieht. „Wir sind ein High Service Distributor“, betont Beeson. „Von der technischen Unterstützung bis hin zum Logistikkonzept bekommt der Kunde von uns alles aus einer Hand.“ Das für einen Katalogdistributor typische Kleinmengengeschäft für Prototypen und Musterfertigungen bleibe aber selbstverständlich weiterhin Core-Business, versichert Beeson. Auf das Production Business entfallen aber immerhin bereits 34 Prozent des weltweiten Geschäfts von Digi-Key. Die Klientel sind etwa zu gleichen Teilen Auftragsfertiger (Electronic Manufacturing Services) und OEMs. „Vor fünf Jahren war das Production Business noch kein Thema für uns, jetzt setzen immer mehr Kunden auf uns in diesem Bereich“, so Beeson. Ein Hauptgrund für den Erfolg dieses Geschäftsbereichs ist, dass die Kunden ihre Lieferantenbeziehungen vereinfachen wollen. Die Tendenz geht nach Einschäftzung von Beeson dahin, dass die Kunden ihre Lieferantenanzahl reduzieren wollen. Denn das bedeutet auch weniger Administrationsaufwand und spart letztlich Kosten.

Entwickelt sich Digi-Key also schrittweise zum Volumendistributor? Darauf hat Beeson eine salomonische Antwort: „Wir wollen keine riesigen Consumer-Produktionen beliefern, das ist nicht unser Geschäft.“ Aber eine Obergrenze für die Mengen, die ein „Low Volume/High Mix Produktionskunde bestellt, gibt es andererseits auch nicht.