Ein Rück- und Ausblick Die Festplatte wird 60!

Noch lange nicht Schluss: Die Festplatte hat einen festen Platz, wenn es um große Datenmengen geht.

Am 4. September feierte die Festplatte ihren 60sten. Also kurz vor der Rente? Ganz im Gegenteil! Ein Rückblick auf erfolgreiche Jahre mit der Erkenntnis, dass damit noch lange nicht Schluss sein wird.

Was 1956 unter dem Namen „IBM 350“ das Licht der Welt erblickte, ist auch heute noch unverzichtbar, wenn es um das Speichern von Daten geht. Zugegeben: Mit einem Gewicht von einer Tonne und einer Größe von 172 cm war sie sicherlich keine „leichte Geburt“, aber schlussendlich jede Mühe wert. Am 4. September präsentierte IBM dieses weltweit erste Festplattenlaufwerk der Öffentlichkeit und startete damit eine weltweite Erfolgsgeschichte. Zu kaufen gab es damals jedoch nichts, lediglich leihen konnte man das Laufwerk, und zwar als Bestandteil des Computers „IBM 305“, für 3200 USD im Monat. Geliefert wurde das Ganze dann mit einem Frachtflugzeug.

Damals wie heute das gleiche Funktionsprinzip: Der eigentliche Datenträger ist eine auf der Oberfläche magnetisierbare Scheibe. Um Daten darauf zu speichern, wird die Oberfläche unterschiedlich magnetisiert. Dies erfolgt durch einen Schreib-Lese-Kopf, der berührungslos über die rotierende Platte schwebt und beim Schreiben winzige Bereiche der Magnetschicht verändert. Zum Lesen muss diese unterschiedliche Magnetisierungsrichtung wieder ausgelesen werden. Hierfür wird der Kopf erneut auf die gleiche Position (Spur) der Platte bewegt und wartet dort, bis durch die Rotation der Platte die zuvor geschriebenen Daten wieder unter ihm vorbeigeführt werden. Das so aufgenommene (magnetische) Signal wird anschließend wieder digitalisiert.
Vor 60 Jahren konnte IBM mit dieser Technologie 5 Megabyte Speicherkapazität erreichen. Die „IBM 350“ enthielt 50 Aluminiumspeicherplatten mit je 24 Zoll Durchmesser und zwei Schreib-Lese-Köpfe. Die Platte drehte sich mit 1200 Umdrehungen pro Minute mit einer Zugriffszeit von 600 ms.
Die Festplatte von damals hat in den vergangenen Jahren viele Veränderungen miterlebt. Ihre Umwelt hat sich in einem rasenden Tempo weiterentwickelt und damit auch der Anspruch an sie selbst. Vor 60 Jahren war wohl kaum abzusehen, welche Einsatzgebiete und die damit verbundenen Kapazitäten und Eigenschaften ein solches Festplattenlaufwerk haben wird. Was damals von IBM ein erster Ersatz für Trommelspeicher und Magnetbänder war, ist heute ein unverzichtbarer Bestandteil einer digitalisierten Welt.

Wo anfänglich nur IBM Festplatten produzierte und weiterentwickelte, kamen schnell weitere Hersteller hinzu: 1963 Fujitsu, 1965 CDC, 1967 Toshiba, Hitachi und DEC. Bis zur Jahrtausendwende waren weltweit bis zu 15 Haupthersteller im Festplattenmarkt vertreten. Jedoch reduzierte sich diese Zahl durch Übernahmen und Produktionsniederlegungen, bis auf die heutigen drei Hersteller Western Digital, Seagate und Toshiba.