Mouser: Europa wächst am schnellsten Die Erfolgswelle trägt weiter

Mark Burr-Lonnon, Mouser: »Europa ist für uns die am schnellsten wachsenden Region.«
Mark Burr-Lonnon, Mouser: »Europa ist für uns die am schnellsten wachsenden Region.«

Mouser hat für das zweite Quartal seine Umsatzsteigerung für Europa mit durchschnittlich 71 Prozent beziffert. Deutschland, Frankreich, Schweden und Spanien liegen sogar noch deutlich über diesem Durchschnittswert. Damit reitet Mouser weiter auf der Erfolgswelle des letzten Jahres, das den Texanern in Europa ein Umsatzplus von fast 200 Prozent eingebracht hat. Und auch für 2012 stehen die Zeichen laut Mark Burr-Lonnon, Vice-President of EMEA Business von Mouser, weiter auf Wachstum.

Markt & Technik: Fast wöchentlich erweitert Mouser seine Linecard: Allein von Januar bis Oktober kamen 38 Hersteller hinzu. Hat Ihre Linecard damit einen gewissen »Sättigungsgrad« erreicht?  

Mark Burr-Lonnon: Wir haben mittlerweile mehr als 450 Lieferanten auf unserer Linecard, aber damit ist das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht. Wir arbeiten weiter zügig am Ausbau unseres Produktspektrums. Unser Ziel ist es, unseren Kunden den Zugang zu den führende Technologien zu ermöglichen, dabei konzentrieren wir uns nicht nur auf die Frage: »Was ist neu«, sondern beschäftigen uns auch bereits mit zukünftigen Technologien und Produkten. Wir wollen sozusagen einen breiten Mix bieten und dabei sollen auch europäische Hersteller zum Zug kommen, die sich besonders auf den hiesigen Markt spezialisiert haben.

Warum ist Mouser für die Hersteller Ihrer Meinung nach ein interessanter Partner? 

Die Hersteller schätzen besonders unser lokales Support-Modell gepaart mit dem Rückgrat eines global agierenden Distributors. Wir bieten unseren Kunden die Unterstützung in Landessprache und die Möglichkeit, in Europa in der Landeswährung zu bezahlen. Gleichzeitig haben wir ein starkes globales Distributionszentrum im Rücken und können dadurch die Logistikanforderungen, die die Katalogdistribution mit sich bringt, sehr gut erfüllen: also eine schnelle Lieferung und kleine Mengen. Dadurch verschaffen wir den Entwicklern einen entscheidenden Marktvorsprung.

Im letzten Jahr ist Mouser in Europa quasi ein Senkrechtstart gelungen mit einem Umsatzplus von 200 Prozent. Wie sehen nun Ihre Erwartungen für dieses Jahr aus?

Wir haben kürzlich unsere Zahlen für das zweite Quartal 2011 veröffentlich: In Europa haben wir beim Umsatz durchschnittlich 71 Prozent zugelegt. Deutschland, Frankreich, Schweden und Spanien liegen sogar noch deutlich über diesem Durchschnittswert, gefolgt von UK, Italien und den Niederlanden mit etwa 65 Prozent Plus. Damit konnten wir den Schwung aus dem letzten Jahr auch in dieses Jahr mitnehmen.

Wir haben außerdem in diesem Jahr bereits vier neue Niederlassungen in Europa gegründet: in Spanien, der tschechischen Republik und ganz aktuell in den Niederlanden und Schweden.   

Das macht für uns in Summe Europa zu der am schnellsten wachsenden Region. Auch trotz des sich verlangsamenden Konjunkturmotors rechnen wir weiterhin mit einem starken Wachstum 

Sie spüren also keine Auswirkungen auf ihr Geschäft aufgrund der aktuellen »Euro-Schuldenkrise«?

Nein, wir merken bislang in der Tat nichts davon. Aber wir sind ja bekanntlich nicht auf die Massenproduktion fokussiert – nach unserer Erfahrung werden die beiden »Arme« der Lieferkette: also Volumenproduktion und der Bedarf für den Entwickler von unterschiedlichen Markt-Parametern beeinflusst.

Bereits nach kurzer Zeit ist Mouser ein echter Player auf dem europäischen Markt geworden. Woran liegt das?

Als wir vor über drei Jahren in Europa begonnen haben, waren wir uns sicher, dass wir in Geschäftsmodell haben, das sich von unseren Mitbewerbern unterscheidet: Unser Zielgruppe sind Entwicklungsingenieure und kleine Produktionsmengen. Unser Wachstum und nicht zuletzt die Auszeichnungen, die wir regelmäßig in Europa erhalten haben uns nun wirklich zu einem echten »Player« werden lassen, da haben Sie recht.  Unsere Strategie des lokalen Kunden-Service ist also aufgegangen. Außerdem sehen wir Europa als zunehmend als Katalysator für neue Entwicklungen und Wachstum.

Um die Verbundenheit mit dem europäischen Markt und den Top-Innovatoren der Branche deutlich zu machen, treten wir auch bei wichtigen Veranstaltungen und Events als Sponsor auf, die Auszeichnungen für Spitzenleistungen im Entwicklungs- und Konstruktionsbereich ausloben. So werden wir beispielsweise in diesem Jahr wieder die Elektra Awards unterstützen, die am 14. Dezember in London verliehen werden.

Unterscheiden sich die Anforderungen der europäischen Kunden von denen aus den USA oder Asien?

Kein Projekt oder Design ist wie das andere. Jeder Kunde ist einzigartig und hat seine eigenen Anforderungen. Das hat also weniger mit unterschiedlichen Ländern zu tun. Die Entwickler haben eigentlich alle eines gemeinsam: Sie brauchen schnell die neuesten Produkte für ihre Designs!

Deshalb ist – nicht nur in Europa – unser Ansatz des lokalen Supports entscheidend. Mit 19 Niederlassungen, die wir strategisch günstig über drei Kontinente verteilt haben, sind wir in der Lage, genau diese besonderen Anforderungen zu erfüllen.

Welche vertikalen Marktsegmente laufen derzeit besonders gut?

Energy Harvesting, Lighting, Medical und Wireless sind sehr starke vertikale Märkte für uns. Die japanische Fukushima Katastrophe hat den Ruf nach sicheren alternativen Energieen noch lauter werden lassen. Siemens hat aufgrund dessen sogar sein »Commitment to Nuclear Energy« zurückgezogen. Ein weiterer Markttreiber ist der Trend, immer mehr Technologie auf weniger Fläche zur Verfügung zu stellen und dabei gleichzeitig auch noch in Verbindung mit mehr Komfort für den Anwender. Das lässt die Anwendungen immer kleiner und mobiler werden. Lieferanten wie Texas Instruments, Cree, Maxim, Panasonic und Microchip leisten besonders in diesem Bereich einen entscheidenden Beitrag.

Zum Schluss noch Ihr Ausblick: Stehen die Zeichen auch 2012 weiter auf Wachstum? 

Ja! Wir rechnen mit weiteren Zuwächsen im kommenden Jahr. Momentan sieht es so aus, dass wir weitere Kundenservice-Center in Europa eröffnen werden und auch noch weitere europäische Lieferanten an Board holen können. Darüber hinaus werden wir weiter in unsere Webseite investieren: derzeit haben wir mehr als 1300 Produktwissensseiten mit Informationen zu den Bauteilen und Anwendungsbeispielen. In diese Richtung wollen wir unser Angebot noch deutlich ausbauen, denn der Bedarf an technischer Unterstützung nimmt rapide zu.