Smarter öffentlicher Nahverkehr Das richtige PCAP-Display für Bordrechner in Bussen

Der Bordrechner mit integriertem Fahrscheindrucker ist eine Komplettlösung für ÖPNV-Busse
Der Bordrechner mit integriertem Fahrscheindrucker ist eine Komplettlösung für ÖPNV-Busse

Bei der Entwicklung eines Bordrechners mit integriertem Fahrscheindrucker für den ÖPNV war vor allem die Auswahl eines geeigneten PCAP-Displays eine Herausforderung. Unterstützung bekam das Entwicklungshaus Systemtechnik dabei vom Distributor Rutronik.

Die Fahrerkabine eines ÖPNV-Busses ist vor allem eines: funktional. Dementsprechend sollte auch die neue Bordrechner-Serie von Systemtechnik ausfallen. Für eine möglichst unkomplizierte und schnelle Bedienung sah das Konzept einen Monitor mit hoher Auflösung, großen Blickwinkeln, tiefen Farben und einer kapazitiven Touch-Funktion vor. Das Display sollte für den Einsatz in einem Bus zudem auch bei starker Sonneneinstrahlung gut ablesbar sein. Daher galten besonders in Bezug auf Helligkeit, Antireflexion und Betriebstemperaturbereich hohe Anforderungen an das Display.

»Dank der partnerschaftlichen und kompetenten Beratung seitens Rutronik hatten wir bereits früh ein Modell des Herstellers NLT ins Auge gefasst«, so Torsten Kappes, Vertriebsleiter von Systemtechnik. Bei einem gemeinsamen Besuch am NLT-Stand auf der embedded world in Nürnberg konnten sich die Entwickler von Systemtechnik von den Vorzügen des Displays überzeugen. Neben der Tatsache, dass das Modell alle Anforderungen erfüllte, sprachen auch die Langzeitverfügbarkeit und der saubere PCN-Prozess seitens NLT für die Wahl.

Schneller Design-in-Prozess dank kurzer Wege

Bereits zwei Monate nach der Messe konnte Rutronik die ersten fünf Muster, bestehend aus Display, Touch-Controller und LED-Treiber inklusive Kabel, bereitstellen. Die ausgewählten PCAP-Displays haben eine Diagonale von 10,4 Zoll bei einer Auflösung von 1024 × 786 Pixel via LVDS. Mit einem Betriebstemperaturbereich von –30 bis zu +80 °C und einer Helligkeit von 780 cd/m2 eignet sich das Modell für den Einsatz im Bus sowohl bei Eiseskälte als auch im heißen Großstadt-Hochsommer. »Wir haben bereits vorab sämtliche technischen Parameter sowie erste Zeichnungsdaten für das Gehäuse erhalten, sodass das Projekt vollkommen reibungslos startete«, berichtet Torsten Kappes.

Eine besondere Herausforderung während des Design-in-Prozesses war die Ansteuerung des Touch-Displays unter Windows Compact embedded. Es stellte sich heraus, dass für den neuen Wet&Glove-Touch-Controller eine Treiberanpassung notwendig war. Um schnellstmöglich eine Lösung zu finden, fungierte Rutronik als Schnittstelle für kurze Wege zwischen den beiden Unternehmen. In enger Zusammenarbeit mit NLT schrieben die Systemtechnik-Entwickler schließlich eine neue Treiber-Software zur Ansteuerung des Displays.

Das Display wurde optisch gebondet, entspiegelt und für eine erhöhte Langlebigkeit mit einem 1,1-mm-Corning-Gorilla-Glass geschützt. Auch das zweite, kleinere Display mit optionaler Touch-Funktion für Fahrgäste wurde auf diese Weise verbaut. Die erste Pilotphase lief erfolgreich mit zehn Geräten und der Markteintritt fand etwa ein halbes Jahr darauf statt; für das erste Jahr sind insgesamt 500 Einheiten geplant. »Wir konnten unseren ehrgeizigen Zeitplan problemlos einhalten – nicht zuletzt aufgrund der guten Zusammenarbeit mit Rutronik und NLT«, so Kappes. Für die Serienproduktion setzt Systemtechnik ebenfalls auf Rutronik. Im Rahmen eines Lieferplans mit vereinbartem Jahresrahmen ermittelt der Distributor aufgrund von Rolling Forecasts und der kurzfristigen Budgetplanung von Systemtechnik die optimalen Liefermengen und -termine. »Damit sind wir sehr flexibel«, erklärt Torsten Kappes.

Der Bordrechner mit integriertem Fahrscheindrucker ist eine Komplettlösung für ÖPNV-Busse. Er kann dort für den Fahrscheinverkauf, eTicketing, die logische und physikalische Ortung sowie den Sprech- und Datenfunk eingesetzt werden. Zudem verfügt das Gerät über eine Intermodal-Transport-Control-System (ITCS)-Anbindung und kann mit Lichtsignalanlagen kommunizieren, um so dem ÖPNV Vorrang im Verkehr zu ermöglichen.

Der Drucker besitzt ein Hochgeschwindigkeits-Thermodruckwerk, das mit einer Druckgeschwindigkeit von 200 mm/s auch bei großem Andrang einen raschen Verkauf von Tickets ermöglicht. Die Einheit verfügt selbstverständlich über eine E-Zulassung für den KFZ-Einbau, ein CE-Kennzeichen und ist gemäß DIN EN 61000-6-2/3 und DIN EN 60068-2 resistent gegenüber Schockbeanspruchung und Schwingungen.

Für eine zuverlässige Kommunikation und Ortung unterstützt der Bordrechner GSM, WLAN, Galileo und (A)-GPS und verfügt über die Schnittstellen USB 2.0, Gigabit-LAN, RS-232 und RS-485. Dank seiner kompakten Bauweise, geringen Abmessungen und geringem Gewicht ist er für nahezu alle Fahrzeugtypen geeignet.