Silica zieht Bilanz Dank Core 'n More: 100 Prozent mehr neue MCU-Projekte!

Karlheinz Weigl, Silica: "Unser europäisches "Software Enablement Team" ist seit gut 6 Monaten aktiv, wir haben in allen Regionen Software Experten vor Ort die neben dem Kundensupport auch enge Kontakte zu den Softwareexperten bei unseren Herstellern und lokalen Softwareschmieden pflegen."

Silica hat mit der Core´n More Mikrocontroller-Initiative vor gut einem Jahr einen ganz neuen Weg beschritten: Während die klassischen MCU-Programme bislang auf einen Hersteller ausgerichtet waren, steht hinter Core´n More ein herstellerunabhängiger Plattformgedanke. Wie haben Kunden und Hersteller reagiert? Karlheinz Weigl, Vice President Zentral- und Osteuropa, zieht Bilanz.

Markt&Technik: Wie kommt das Core 'n More Konzept bisher an?

Karlheinz Weigl: Core 'n more hat sich innerhalb kürzester Zeit sehr gut im Markt etabliert - unsere Erwartungen wurden sogar übertroffen. Wir sehen extrem hohe Akzeptanz sowohl auf Kunden als auch auf Herstellerseite. Unsere Kunden setzen vor allem auf das Full-Service Konzept das wir mit Core'n More bieten: Beratung und technische Unterstützung bei Tools, Software und auf Hardwareebene. Der herstellerunabhängige Ansatz, also die Beratung über alle Architekturen hinweg, wird sehr positv aufgenommen. Seit dem Kick-off vor einem Jahr haben wir über unsere erfolgreiche Positionierung im Markt zahlreiche Neukunden bei Projekten unterstützt und über Europa hinweg gesehen über 1% Marktanteil bei Mikrocontrollern gewonnen! Bei der Neu-Registrierung von MCU- Projekten sind wir allein in Deutschland um 100% nach oben geschnellt. Besonders freut uns der Zuspruch von Herstellerseite - so haben wir in den letzten 12 Monaten mit fast allen Partnern gemeinsam Programme gelauncht - von dedizierten Trainings über die Entwicklung von Referenzdesigns bis hin zu speziellen Kundensupport-Strategien.
 
ARM spielt eine Schlüsselrolle innerhalb von Core 'n More und ist nach Ihrer Meinung "die Technologie, die sich durchsetzen wird", erklärten Sie vor einigen Monaten. Nun setzt auch Infineon erstmals auf ARM und nicht mehr ausschließlich auf proprietäre Architekturen. Das bestätigt Ihre Aussage - wie lautet Ihre Einschätzung dazu?

Infineon behält ja seine proprietaere Controller Architektur bei, erweitert aber sein Portolio mit dem XMC4000 nun auch um ARM. Die neue Produktfamilie zielt speziell auf Anwendungen im Industriemarkt ab, ein Markt in dem Silica besonders stark vertreten ist, daher ist die ARM Linie die perfekte Ergänzung für unser Portfolio.  Meine Aussage zu ARM als Technologie die sich durchsetzen wird kann ich nur bekräftigen - das stärkste Wachstum werden wir in den nächsten Jahren im 32-bit Segment sehen. Dennoch scheint die Nachfrage nach Low-end Mikrocontrollern - wie z.B. der 8-bit Familie von Microchip, ungebremst - nach Volumen immer noch der größte Markt. 

Im Zuge von Core 'n More wollte Silica auch die Software-Kompetenz ausbauen und Personal aufstocken. Wie ist hier der aktuelle Stand?

Unser europäisches "Software Enablement Team" ist seit gut 6 Monaten aktiv, wir haben in allen Regionen Software Experten vor Ort die neben dem Kundensupport auch enge Kontakte zu den Softwareexperten bei unseren Herstellern und lokalen Softwareschmieden pflegen. Vor allem im Mid-Range Bereich sind wir in der Lage nun gute Beratungsleistungen beim Kunden zu erbringen - wichtig vor allem wenn es um die Entscheidung für oder gegen eine bestimmte Architektur geht - hier spielt die Software mittlerweile die Schlüsselrolle.

Im Normalfall muss der Kunde sich die Tools, Compilers, etc. besorgen, zur 3rd Party Softwareschmiede und dann zu guter letzt im ungünstigsten Fall noch ein Betriebssystem installieren. Wie definiert nun Silica seine Rolle in dieser Kette?

Wir sehen uns hier in der Beratungsrolle - wir zeigen alle Möglichkeiten auf, und ähnlich wie bei der Auswahl der Mikrocontroller helfen wir die Stärken/Schwächen der einzelnen Tools zu bewerten. Mit anderen Worten: Wir sind die Brückenbauer zur optimalen Gestaltung der Entwicklungsumgebung.

Mit dem Xynergy Board hat Silica auch gleich ein Referenz-Design passend zur MCU-Initiative auf den Markt gebracht: Warum ein solches Referenz-Design vom Distributor? Decken die MCU-Hersteller mit ihren Referenz-Boards die Anforderungen der Entwickler nicht ebenso ab?

Selbstverständlich gibt es eine Fülle an Referenzdesigns von Herstellern, trotzdem gibt es keine 100%ige Abdeckung aller Kundenbedürfnisse. Hier haben wir mit dem Xynergy Board angesetzt: die Kombination eines Spartan-6 FPGAs mit einem Cortex-M3 gab es bis dato nicht auf dem Markt, erweist sich aber als vielseitiges und leistungsfähiges Duo wenn es für die geplante Anwendung keinen maßgeschneiderten Mikrocontroller gibt der sämtliche notwendige Peripherie enthält. Die Idee hinter Xynergy: es ist oft unklug im FPGA sämtliche Peripherie anzusiedeln, denn die Kosten für zusätzliche IP-Blöcke verteuern das Design. Standard-Schnittstellen wie Ethernet, USB oder CAN sind auf einem Mikrocontroller meist günstiger und einfacher zu implementieren. Für das FPGA bleiben die Spezialaufgaben – und die können vielfältig sein. Für ein Entwicklungsboard bedeutet das, dass das FPGA in möglichst vielen Konfigurationen einsetzbar sein sollte.

Die Nachfrage nach Xynergy scheint uns recht zu geben: unsere Erstproduktion ist so gut wie ausverkauft, zur Embedded World Messe werden wir dann erstmals das Nachfolge-Board mit einem Cortes-M4 Controller von STMicroelectronics vorstellen.

Siliac, Halle 1, Stand 334