Interview mit Sven Krumpel, Codico »Bis 2020 in allen europäischen Märkten vertreten«

Sven Krumpel, Codico

»Wir möchten neue Wege gehen, um neue Kunden wie Startups oder die vielen Firmen, die Elektronik einsetzen werden und bisher noch nichts mit Elektronik zu tun hatten, zu erreichen. Aber in der anschließenden Kundenbetreuung ist und bleibt der Kontakt zwischen Menschen ganz essenziell.«
Sven Krumpel, Codico: »Wir möchten neue Wege gehen, um neue Kunden wie Startups oder die vielen Firmen, die Elektronik einsetzen werden und bisher noch nichts mit Elektronik zu tun hatten, zu erreichen. Aber in der anschließenden Kundenbetreuung ist und bleibt der Kontakt zwischen Menschen ganz essenziell.«

Erfolg und Work-Life-Balance lassen sich gut in Einklang bringen. Davon ist Sven Krumpel, CEO von Codico, überzeugt und lässt auf Worte Taten folgen. Details verrät er im Interview mit Markt&Technik.

Markt&Technik: Das letzte Jahr hielt die Branche in Atem – wie schaut Ihr Fazit aus?

Sven Krumpel: Die Allokation hat einige Kunden – und somit natürlich auch uns – in der Tat schwer beschäftigt. Aber abgesehen davon war es für die Distribution und auch für uns ein Superjahr. Durch unsere Design-in-Ausrichtung stellt sich die Situation für uns sicher etwas anders dar, weil die Allokation auf uns nicht so große Auswirkungen hatte.

Ein knapper Markt heißt auch immer, dass Güter entsprechend verteuert werden, das ist vor allem bei Commodity-Produkten der Fall gewesen. An diesen teils unverhältnismäßigen Preiserhöhungen haben wir uns nicht beteiligt. Aufgrund unseres Geschäftsmodells ist es meist so, dass Design-in-Produkte Projektpreise haben.

Einige Hersteller erhöhten aber auch bei laufenden Projekten die Preise.

Ja, das hat es gegeben, und wenn der eine oder andere Hersteller sich da negativ hervortut und die Preise erhöht, müssen wir das an unsere Kunden weitergeben. Aber wir haben ausdrücklich keine weiteren Zusatzmargen beaufschlagt. Das ist das Geschäftsmodell von Broadlinern, ihr Lager zu maximalen Preisen zu verkaufen. Bei uns ist das anders. Wir haben ein Projekt mit einem kalkulierten Preis. Wir erhöhen nicht grundlos die Preise, nur weil wir wissen, dass der Kunde auf das Material angewiesen ist. Wir sehen es als ethische Verpflichtung, mit Maß und Ziel vorzugehen.

Und Codico ist trotzdem weiter gewachsen!

Wir haben im letzten Jahr 160 Millionen Euro Umsatz erzielt. Und wir sind dabei, unseren Umsatz innerhalb von fünf bis sechs Jahren zu verdoppeln, ausgehend von 100 Millionen Euro im Jahr 2015.

Woher kommt das Wachstum?

Nach Technologien betrachtet sind Communication, Connectivity, Power-Management sicher die Hauptträger. Für den Bereich Power planen wir, unsere Ressourcen massiv aufzustocken und wollen in diesem Jahr zehn neue Mitarbeiter im Feld einstellen. Eines unserer Ziele der letzten Jahre war außerdem, das Thema Sensorik auszubauen. Auch das ist uns gelungen.

Nach Branchen treiben hauptsächlich der Automobilsektor mit der Elektromobilität und der Industriesektor unser Wachstum. Inzwischen ist auch die Gebäudeautomation sehr interessant geworden. Im IoT-Bereich haben wir zudem unser externes Netzwerk erweitert und arbeiten verstärkt mit Systemanbietern aus dem Kommunikationsumfeld.

Sie sehen also, unser Wachstum steht auf sehr breiter Basis. Das gilt übrigens auch für die Anzahl der Kunden. Kein Kunde macht bei uns mehr als 4 Prozent des Gesamtumsatzes aus.

Wie groß ist Codicos Footprint in Europa inzwischen?

Nach der Expansion durch den Kauf des schwedischen Distributors Broadband und der Gründung von Codico Italien haben wir uns vorgenommen, bis 2020 in allen europäischen Märkten vertreten zu sein. Dieses und nächstes Jahr wollen wir noch die Lücken in Benelux und der spanischen Halbinsel schließen, damit wären wir in Europa flächendeckend präsent. Anschließend werden wir uns in Schlüsselmärkten wie Osteuropa, Frankreich, Deutschland und UK weiter verstärken.

Vor zwei Jahren haben Sie das Ziel, Nummer 1 im Design-in-Segment zu werden, ausgegeben. Wie weit sind Sie auf diesem Weg?

Meines Erachtens haben wir das in unserem Wettbewerbsumfeld schon erreicht.