Autonomes Fahren ist erst der Anfang »Automobilelektronik wird DER große Technologiemarkttreiber!«

Regionale Verteilung des Marktpotenzials...

Dürfen wir uns in unserer Fahrgastzelle also künftig fühlen wie zu Hause, umgeben von Kombiinstrumenten, Displays und natürlich auch entsprechendem Infotainment?

Da liegen Sie nicht falsch. Es wird daran gearbeitet, dass der Nutzer in Zukunft sämtliche Elektronik und Unterhaltungsgeräte aus dem Alltag auch im Auto zur Verfügung hat. Bis 2025 rechnen die Auguren hier mit einer Größenordnung von 37 Milliarden Dollar. Von Sprachsteuerung und Bluetooth-Konnektivität bis hin zu Echtzeit-Updates über Wegbeschreibungen oder Verkehr sind die Displays reich an Funktionen – und auch reich an SBCs, LEDs, Transformatoren, MCUs, Reglern und Transceivern zur Stromversorgung von Infotainment Displays und anderen Geräten im Dashboard.

Weil Infotainment in den meisten Neufahrzeugen von vorne herein erwartet wird, steigt die Nachfrage nach portabler Unterhaltungselektronik wie Audio-Playern und Video-Bildschirmen immer mehr an. Gegenwärtig trägt das Aftermarket-Segment einen viel größeren Anteil zu diesem Bereich bei als die Automobilhersteller selbst – was bedeutet, dass Anbieter von portablen Systemen in Mittel- und Oberklassefahrzeugen die Möglichkeit haben, preissensible Kunden für höherpreisige Fahrzeuge zu gewinnen.

Wie sieht das Marktpotenzial regional verteilt aus – ist das Kundenverhalten bzgl. Infotainment in den USA genauso wie in Europa oder Asien?

Interessant ist das sicher in vielen Regionen. In den USA genauso wie in Deutschland und Großbritannien sowie in China. Die jährliche Wachstumsrate in Asien liegt bei über 11 %.

Wenn wir vom Auto der Zukunft sprechen, gehört natürlich auch die Elektrifizierung dazu. Wenn ich Deutschland betrachte, dann ist in puncto Akzeptanz noch viel Luft nach oben. Wie beurteilen Sie das?

Die Akzeptanz von Elektrofahrzeugen nimmt dank einer Mischung aus verstärkter staatlicher Regulierung und erhöhter Aufmerksamkeit der OEMs zu. Eine Rolle dabei spielt sicher der technische Fortschritt, der zu einer größeren Kundenakzeptanz geführt hat.

Wir sehen, dass sich die Technologieführer von hochentwickelten Elektro- und/oder Traktionsmotoren bis hin zu einer Kombination aus fahrzeugfremden Stromquellen und unabhängigen Quellen wie Batterien, Solarzellen, Ladestationen oder Stromgeneratoren verstärkt haben, um Lösungen für Ladesysteme, Elektromotorsteuerung und energieeffiziente Berechnungen anzubieten.

Was brauchen wir Ihrer Meinung nach, damit Elektrofahrzeuge auch in der Breite akzeptiert werden?

Um wirklich eine breitere Akzeptanz von Elektrofahrzeugen zu erreichen, brauchen wir mehr als nur die Ankündigung der Markteinführung von 340 BEV- und PHEV-Modellen (Anmerkung der Red.: batterieelektrische Autos und Plug-in-Hybride) in den nächsten Jahren oder die strengen Emissionsziele, die von den Gesetzgebern von Europa bis China festgelegt wurden. Wir brauchen Unternehmen, die Lösungen anbieten, die hochentwickelte Elektro- oder Traktionsmotoren mit Batterien, Brennstoffzellen, Solarpaneelen oder elektrischen Generatoren kombinieren.
Darüber hinaus kann sich die Elektrifizierung von Fahrzeugen auch auf weniger offensichtliche Anwendungen erstrecken – einschließlich Klimaanlagen, Lenkung, Bremsen, Start-/Stopp-Systeme und elektrische Antriebsmotoren – und damit noch mehr Möglichkeiten für innovative Automobilanwendungen bieten.

Welche Unterstützung brauchen die Automotive-Entwickler für die Trends der Zukunft und wo setzt EBV an?

Der Bedarf ist wie die Branche sehr vielschichtig: Von Design-Dienstleistungen auf Systemebene, die Kunden helfen sollen, schneller auf den Markt zu kommen, bis hin zu Experten, die bei Genehmigungsprozessen für Produktionsteile, Fehleranalysen, internationalen Materialdatensystemen und Vielem mehr helfen, benötigen Unternehmen einen End-to-End-Partner, der über die Ressourcen und das Netzwerk verfügt, um Innovationen auf den Weg zu bringen. Mit unserer interdisziplinären Denkweise und unseren Erfahrungen aus unterschiedlichsten Anwendungsbereichen – etwa in der Aktorik, Umfeldsensorik, Sensorfusion, Konnektivität sowie den übergeordneten Themen Bordnetz-Strukturen, Security und Datenmanagement – verfügen wir über die Expertise und das technische Know-how, um unsere Automotive-Kunden bei der Entwicklung erfolgreicher Produkte und Applikationen schnell und umfassend zu unterstützen.