Älter als gedacht 5 Erfindungen, die die Elektronikbranche revolutioniert haben

Ulf Timmermann ist CEO von Reichelt Elektronik.
Ulf Timmermann ist CEO von Reichelt Elektronik.

In den letzten 50 Jahren hat sich der Distributionsmarkt für Elektronik stark gewandelt. Dennoch haben einige Erfindungen seither die Zeit überdauert. Anlässlich des 50. Firmenjubiläums blickt Reichelts CEO Ulf Timmermann zurück:

1. Die Batterie

Ob in Kleingeräten wie Uhren, Piepser, Hörgeräten und Taschenrechnern oder auch in Mainboards – Knopfzellen finden ihren Einsatz in Geräten mit geringem Strombedarf. Trotz der Erfindung des Akkus sind die austauschbaren Energiespeicher im beruflichen und privaten Alltag unabdingbar.
Umso überraschender ist es, dass die erste Batterie – damals allerdings noch mit größeren Abmessungen – bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts erfunden wurde. Die Voltasche Säule, benannt nach ihrem Erfinder Alessandro Volta, bestand noch aus übereinander gelagerten Kupfer- und Zinkplättchen sowie elektrolytgetränkten Papp- und Lederstücken, die den Strom leiten sollten.  
Einst ein unerklärbares naturwissenschaftliches Phänomen, heute eine unverzichtbare Energiequelle – die Batterie gilt wohl als eine der bedeutendsten technischen Innovationen der Zeitgeschichte.

2. Der Lötkolben

Zur Verbindung von Bauteilen ist der Lötkolben, sowohl für Heimwerker als auch für die Anwendung in der Industrie und Fertigung, absolut unverzichtbar. Je nach Einsatzzweck stehen heutzutage von der Lötnadel bis zum großen Lötkolben diverse Größen zur Verfügung.
Heute kommen vor allem elektrische Lötkolben zum Einsatz. Allerdings werden auch noch mit Gas oder Kohle beheizte Geräte verwendet. Die Erfindung dieser Variante geht dabei bereits auf die Gesellschaften der Altägypter und Trojaner zurück. Während damals noch Gold und Silber als Lötmaterialien verwendet wurden, etablierte sich Zinn vor rund 4.000 Jahren als bevorzugtes Material.
Schließlich erfand ein deutscher Ingenieur 1921 den ersten elektrischen Lötkolben, der serienmäßig produziert wurde. Im Verlauf der letzten 90 Jahre wurde diese Erfindung dann beständig perfektioniert, sodass sie sich heute in fast jedem Werkzeugschuppen und überall dort befindet, wo elektronische Komponenten zum Einsatz kommen.

3. Die Leiterplatte

Die Entwicklung des Lötverfahrens beeinflusste zudem eine weitere essenzielle Innovation für die Elektronikbranche: die Leiterplatte. Die Erfindung dieses Trägers für elektronische Komponenten geht bereits auf die späten 1930er-Jahre zurück. Zuvor waren die Komponenten unübersichtlich und umständlich verkabelt auf eine Platte aufgebracht worden. Neben dieser bereits etablierten Handverdrahtung konnten sich die moderne Platine jedoch erst in den 50er-Jahren durchsetzen. Seitdem fand eine stetige Miniaturisierung der Leiterplatte statt, sodass Platinen mittlerweile nicht mehr nur in Computern und Fernsehern eingesetzt werden, sondern in nahezu jedem elektrischen Gerät.
In einfacher Ausführung finden sie weiterhin als Ausgangsbasis für Projekte Anklang. Beispielhaft zu nennen ist hier der wohl beliebteste Einplatinen-Computer aller Zeiten, der Raspberry Pi. Durch Weiterentwicklungen wie mehr Rechenleistung und RAM sind dieser und seine zahlreichen Konkurrenzprodukte wie der Banana Pi oder die Boards von Ordoid sowie Arduino industrietauglicher denn je.