Her mit dem Geld ZVEI-Präsident Loh fordert 1 Mrd. Euro für Batterieforschung

Friedhelm Loh, Präsident des ZVEI - Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie, hat die Bundesregierung aufgefordert, mindestens 1 Mrd. Euro für die Batterieforschung und -entwicklung bereitzustellen.

Beim 3. Kompetenztreffen Elektromobilität des ZVEI in Köln mit über 350 Besuchern präsentierte Loh acht Forderungen der deutschen Elektroindustrie zur Beschleunigung der Einführung von Elektromobilen. Neben der verstärkten Förderung der Batterieforschung müssten steuerliche Vorteile gelten wie die Befreiung von der Dienstwagenbesteuerung oder der Stromsteuer. Es müssten auch mehr Lehrstühle für Elektrochemie eingerichtet werden. „Darüber hinaus schlagen wir vor, dass die öffentliche Hand mit gutem Beispiel vorangeht. Bis 2020 soll jedes zweite Auto im öffentlichen Dienst ein Elektroauto sein“, sagt Loh.

1 Mio. Elektroautos, wie es die Regierung für 2020 anstrebt, erfordere eine sechsstellige Zahl standardisierter Stromtankstellen oder Batteriewechsel-Stationen. Und weiter: „Der immense dezentrale Steuerungs- und Abrechungsbedarf setzt ein intelligentes Stromnetz, das ‚Smart Grid‘, voraus.“ Der Aufbau eines Smart Grid sei aber eine vielfach unterschätzte Aufgabe.

Auch der Vorsitzende der Nationalen Plattform Elektromobilität, Henning Kagermann, betont, dass ein gewaltiger Technologie- und Infrastrukturwandel vor uns läge und deshalb staatliche Unterstützung unentbehrlich sei. Der niedersächsische Verkehrsminister Jörg Bode merkt noch an, dass die Zeit des billigen Öls zu Ende geht. Aber nötig sei nicht nur eine neue Antriebstechnik, sondern auch eine Antwort auf den wachsenden Verkehr in den Ballungszentren. Er sei überzeugt, dass die Elektromobilität Deutschland verändern werde. Die Chancen lägen in der Vernetzung des Elektroautos mit anderen Verkehrsmitteln, dem Stromnetz sowie mit der Informations- und Kommunikationstechnik.