Europäisches Forschungsprojekt „VeTeSS“ Wirtschaft und Forschung arbeiten gemeinsam an mehr Sicherheit im Auto

Die Anzahl und Komplexität von Sicherheitssystemen im Auto steigt. Dadurch ergeben sich besondere Anforderungen an die Zulieferer, denn die Entwicklung der Sicherheitssysteme und ihrer Komponenten muss besser als bisher aufeinander abgestimmt sein. Hier soll „VeTeSS“ weiterhelfen.

VeTeSS steht für „Verification and Test Support for Safety Standards”. Unter der Leitung von Infineon Technologies wird im Rahmen des Projekts „VeTeSS“ an neuen Entwicklungsmethoden geforscht, die standardisiert, zuverlässig und kosteneffektiv sein sollen und verhindern helfen, dass Defekte an Teilkomponenten zu einem Fehlverhalten des gesamten Sicherheitssystems führen könnten.

Im Forschungsprojekt VeTeSS arbeiten insgesamt 24 europäische Partner aus der Automobilbranche und ihrem Umfeld zusammen. Zu den deutschen Partnern gehören neben Infineon die Fraunhofer-Gesellschaft mit ihrem Institut für Integrierte Schaltungen IIS, TWT GmbH Science & Innovation, ikv++ technologies AG und exida.com. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt das Forschungsprojekt mit 2,5 Mio. Euro und die Europäische Union mit 3,2 Mio. Euro.

Die VeTeSS-Projektpartner haben das Ziel, neue Prozesse zu erarbeiten, mit denen Sicherheitssysteme und ihre Teilkomponenten automatisiert nach der ISO-Norm 26262 entwickelt werden können. Mit VeTeSS wird die Überprüfung von Zuverlässigkeit und Funktionsfähigkeit erstmals standardisiert in den Entwurf des Sicherheitssystems und der Komponenten integriert. Dadurch lassen sich Fehler früher als heute korrigieren und Qualität und Robustheit der elektrischen und elektronischen Sicherheitssysteme im Fahrzeug weiter verbessern. Zudem sinkt das Fehlerrisiko während des Zertifizierungsprozesses, der zukünftig die Funktionsfähigkeit eines Sicherheitssystems nachweist.

Die Ende 2011 eingeführte ISO-Norm 26262 wurde notwendig, um die Funktionsfähigkeit von elektrischen und elektronischen Systemen mit Sicherheitsaufgaben im Fahrzeug trotz ihrer steigenden Komplexität weiterhin zu gewährleisten. Die Norm definiert die Anforderungen an Sicherheitsfunktionen im Fahrzeug und enthält Vorgaben für deren Entwicklungsprozess. Die zunehmende Komplexität allerdings erhöht das Risiko für Entwurfsfehler im Entwicklungsprozess. Deshalb sind die elektronischen Systeme und ihre Teilkomponenten beim Entwurf kontinuierlich zu testen und zu verifizieren, wofür jeder Hersteller bislang eigene Methoden nutzte. Die ISO-Norm 26262 schreibt jedoch eine einheitliche und automatisierte Testmethodik vor, die jetzt von den VeTeSS-Partnern entwickelt wird. Das ermöglicht auch, dass Teilkomponenten einzeln ohne Bezug zu einem konkreten Gesamtsystem zertifiziert und anschließend auch in verschiedenen Systemen, wie elektrischer Servolenkung, elektronischer Stabilitätskontrolle oder Antiblockiersystem eingesetzt werden können.