Nissan-Renault-Mitsubishi-Krise Weitere Haftverlängerung für Ghosn

Nicht nur auf Carlos Ghosn fällt ein Schatten, auch gegen Nissan ermittelt inzwischen die Staatsanwaltschaft.
Nicht nur auf Carlos Ghosn fällt ein Schatten, auch gegen Nissan ermittelt inzwischen die Staatsanwaltschaft.

Bis vorläufig 11. Januar bleibt Carlos Ghosn in Tokio in Haft, nachdem neue Vorwürfe aufgetaucht sind.

Danach soll er 2008 Verluste aus persönlichen Geschäften in Höhe von 17 Mio. Dollar auf Nissan übertragen haben. Die zuletzt angeordnete Verlängerung Haftzeit wäre am 1. Januar ausgelaufen. Ein zuständiger Richter hat dem Antrag der Staatsanwaltschaft statt gegeben, Ghosn Haft um weitere zehn Tag zu verlängern, das die Zeit benötigt werde, um festzustellen, ob wegen der neuen Anschuldigung weitere Klagen erhoben werden müssten.

Wie die Nikkei Asian Review berichtet, ging es Ghosn in der Haft nicht gerade gut. Die Zeitung zitiert seine Tochter Caroline nach deren Aussage die Zelle unbeheizt sei und Ghosn mehrfach nach Decken verlangt habe. Er dürfe noch nicht einmal Papier und Stifte benutzen.

Die französische Presse kritisiert vor allem, dass während der Befragungen Ghosns durch die Staatsanwaltschaft sein Anwalt nicht anwesend sein darf, was aber japanischen Gepflogenheiten entspricht.

Zudem kommt der Eindruck auf, dass sich immer neue Gründe finden lassen, um die Haftzeit zu verlängern. Ghosn wurde am 19. November festgenommen und sitzt seitdem in Untersuchungshaft in Tokio, nach der dritten Verlängerung also mindestens noch bis zum 11 Januar. Es könnte auch länger dauern, weil das Gericht erst noch die Höhe der Kaution im Falle einer Haftentlassung festlegen müsste, wie die französische Wirtschaftszeitung La Tribune schreibt. Laut der französischen Zeitung Le Monde könne er sogar bis zur ersten Anhörung zu seinem Prozess in Haft hinter Gittern bleiben.  

Im jetzt aufgekommenen Fall, wegen dem die Haft verlängert wurde,  handelt es sich um ein Geschäft aus dem, Jahr 2008, das zwischen Ghsons privater Investmentfirma und der Shinsei-Bank in Tokio stattgefunden hatte. Offenbar ging es um Sicherheiten, die die Bank wegen Verlusten im Umfeld der Finanzkrise von Ghosn verlangte. Der Vertrag sei dann wieder auf die Firma Ghosns überschrieben worden, weil ein saudiarabischer Bekannter Ghosns, der auch Präsident von Nissan Gulf ist, für den Kredit gebürgt habe. Zwischen 2009 und 2012 hätte diese Bekannte 14,7 Mio. Dollar erhalten, und zwar von einem Tochterunternehmen von Nissan im Mittleren Osten.  

Ghosn bestreitet, dass Nissan im Rahmen der Transaktion Geld verloren habe. Er habe nur zeitweise die Kreditwürdigkeit von Nissan benötigt, Geld sei nicht geflossen. Er bestätigte spätere Zahlungen von Nissan Gulf an die Firma des saudiarabischen Bekannten, sie seien aber erfolgt, weil Nissan einige Geschäfte ausgelagert habe, wofür das Geld bezahlt worden sei.