3D-Lidar Vom Massenmarkt bis zum Premiumsegment

Die Märkte, die Cepton Technologies mit seinen Lidar-Sensoren auf Basis der proprietären MMT-Technologie adressiert

Cepton Technologies wurde zwar erst im Mai 2016 in San Jose gegründet, das Unternehmen liefert aber bereits vier verschiedene Sensoren und Sensormodule aus und kann darüber hinaus auch große Firmen als Partner nennen. Selbst der konservative Automotive-Markt zeigt großes Interesse an Cepton.

Dass Cepton bereits nach so kurzer Zeit so viel Erfolg hat, hängt mit der MMT-Technologie zusammen, die Cepton entwickelt und patentieren lassen hat: MMT steht für Micro-Motion-Technologie, eine Technologie, die sich laut Jürgen Ludwig, Director Business Development bei Cepton, unter anderem durch hohe Zuverlässigkeit auszeichnet. Der große Vorteil: Die Technologie kommt ohne rotierende Teile aus und ist deshalb verschleißarm und somit zuverlässig. Die Lidar-Sensoren von Cepton nutzen im Gegensatz zu MEMS-Konzepten keine Spiegel, sondern ein eigenes Laseremissions- (905 nm) und Erfassungs-Array. Das optische System wird in Schwingungen versetzt, um das Sichtfeld abzutasten. Ludwig betont: »Die MMT-Technologie eignet sich für leistungsfähige Lidar-Systeme, die eine große Reichweite von bis zu 200 m abdecken, sich durch eine hohe Auflösung auszeichnen und das Ganze noch zu niedrigen Kosten. Außerdem ist die Technologie hochgradig skalierbar.«

Fokus auf Automotive-Markt

Dank den eben beschriebenen Vorteilen liegt ein Fokus von Cepton auf dem Automotive-Markt. »Wir können Lidar-Systeme realisieren, die einen kleinen Formfaktor aufweisen und damit problemlos in das Fahrzeug integriert werden können«, erklärt Ludwig weiter.
Cepton hat mit Vista bereits Lidar-Sensoren speziell für den Einsatz im Fahrzeug entwickelt. Die Vista-Lidar-Sensoren kommen laut Ludwig im Vergleich zu konkurrierenden Technologien – MEMS, Flash-Lidar, rotierendes Lidar – auf eine deutlich höhere Leistungsfähigkeit. Der erste Vista-Sensor (Vista-P Rev 2) wurde im Oktober vorgestellt, im Juni 2019 folgte Vista-P Rev 3, im August Vista-X und im September Vista-M.

Die verschiedenen Vista-Sensoren unterscheiden sich hinsichtlich des Sichtfelds (FoV), der Reichweite, der Auflösung, der Bildrate, der Leistungsaufnahme und der Größe. Der älteste Sensor zeichnet sich zum Beispiel durch ein FoV von 60 Grad (horizontal) und 24 Grad (vertikal) aus, die Reichweite wird mit 200 m (Reflexionsgrad: 50 Prozent), die Auflösung mit 0,25 (horizontal und vertikal) und die Leistungsaufnahme mit 10 W angegeben. Der im September vorgestellte Vista-M kommt auf ein FoV von 120 (horizontal) und 30 (vertikal) Grad, die Reichweite liegt bei 150 m (Reflexionsgrad: 50 Prozent). Mit einer Leistung von 15 W wiederum kommt der Vista-X aus, erreicht trotzdem eine Reichweite von 200 m (Reflexionsgrad: 10 Prozent) und das bei einer Auflösung von 0,2 Grad. »Besonders wichtig ist, dass unsere Sensoren viel kleiner als die meisten Lösungen im Markt sind «, so Ludwig weiter. Die kleinste Variante hat nur eine Größe von 56 mm × 84 mm × 93 mm, die größeren Varianten sind 58 mm × 102 mm × 118 mm bzw. 58 mm × 180 mm × 110 mm.

Außerdem stellt Cepton mit Vista-Edge ein Evaluation-Kit zur Verfügung. Das Kit ist mit einem Lidar-Sensor und einem Jetson-TX2-Modul von Nvidia ausgestattet, sodass die Messwerte in Echtzeit dargestellt und analysiert werden können. Ludwig: »Es handelt sich dabei um ein Plug&Play-Modul, das auch die notwendige Software und die Tools umfasst, um die Punktwolken anschauen und analysieren zu können.« Das System verfügt über Anschlüsse für 1-Gbit/s-Ethernet, HDMI, USB 3.0 und USB 2.0 und kann in IoT- und WiFi-Netzwerken eingesetzt werden.