Ghosn verteidigt sich vehement »Verschwörung und Verrat«

Carlos Ghosn bei einem Interview.
Carlos Ghosn sieht sich als Opfer eines Komplotts, das innerhalb von Nissan gegen ihn geschmiedet wurde.

Weil das Management von Nissan eine weitere Integration von Nissan und Renault verhindern wollten, sei er Opfer eine Intrige geworden.

Das erklärte Carlos Ghosn in einem Interview mit Nikkei Asian Review. Er erklärte gegenüber den Journalisten im 10. Stock seines Gefängnisses in Tokio, dass es einen Plan zur weiteren Integration von Nissan, Renault und Mitsubishi gegeben habe und dass er Hiroto Saikawa, President von Nissan, im September darüber informiert habe. Er selber habe auch den CEO von Mitsubishi Motors, Osamu Masuko zu den Gesprächen über die Integration hinzuziehen wollen, Saikawa wolle aber lieber ein Gespräch unter vier Augen.

Unterdessen hat Saikawa nach dem Interview die Version Ghsons noch einmal zurückgewiesen: Es habe kein »Staatsstreich« innerhalb von Nissan gegeben, genausowenig ein Komplott gegen Ghosn, um Nissans Selbständigkeit zu wahren.

»Müde, mitgenommen – aber ungeschlagen«, so urteilt der französische Figaro über das Auftreten Ghosns während es Interviews. Die Schläge, die seine früheren Kollegen gegen ihn ausgeteilt hatten habe er pariert und gegen sie gewendet.  

Ghosn selber erklärte, er habe eine Allianz angestrebt, unter deren Dach, der Holding-Firma, die einzelnen Unternehmen autonom hätten agieren können. Das wäre im Wesentlichen eine Fortsetzung der bekannten Art und Weise der Zusammenarbeit in der Allianz über die vergangenen Jahre gewesen.   

Dass er sich wie ein Diktator verhalten habe, sei die Erfindung von Rivalen, die ihn schlicht loswerden wollten. »Diese Leute verunglimpfen eine starke Führung als Diktatur und verfälschen die Realität«, zitiert ihn Nikkei wörtlich.

Ghosn sitzt mittlerweile seit 70 Tagen in Haft, seine Anträge auf Freilassung auf Kaution wurden bisher negativ beschieden.