»Factory 56« So produziert Daimler künftig E-Autos und Robo-Taxis

Daimler übernimmt Cinteo und vollzieht damit einen weiteren Schritt zum vernetzten Mobilitätsdienstleister.
Digitalisierung nicht nur im Auto: Mit der neuen Fab 56 baut Daimler das Werk der Zukunft für die Fertigung von E-Autos und Robo-Taxis in der digitalisierten Industrie-4.0-Fabrik.

Mercedes-Benz Cars baut in Sindelfingen eine Industrie-4.0-Fabrik für E-Autos, Robo-Taxis und Luxuskarossen.

Die »Factory 56« von Daimler wird Anfang der nächsten Dekade in Betrieb genommen. Produziert werden Pkw und Elektrofahrzeuge der Ober- und Luxusklasse sowie Robo-Taxis. Dazu gehören unter anderem die neue Generation der S-Klasse sowie das erste Elektrofahrzeug der Produkt- und Technologiemarke EQ »made in Sindelfingen«.

In der Factory 56 werden Menschen und Maschinen kooperieren und sie ist auf Basis von Industrie 4.0 durchgängig digitalisiert und mit anderen Fertigungen des globalen Produktionsnetzwerks verbunden. Von den Lieferanten über die Entwicklung, dem Design und der Produktion bis zu den Kunden sind alle Bereiche über die Wertschöpfungskette hinweg miteinander vernetzt. Beispielsweise sollen künftig die fertig produzierten Fahrzeuge automatisiert vom Band zur Verladestation fahren.

Fahrerlose Transportsysteme (FTS) mit Warenkörben gewährleisten automatisiert eine reibungslose Versorgung der Mitarbeiter am Band mit den benötigten Teilen und Komponenten. Innovative Radio Frequency Identification-Technologien (RFID) werden integriert. Bauteile und Fahrzeuge lassen sich somit digital verfolgen und miteinander verknüpfen.

Künstliche Intelligenz, Big Data-Analysen und Predictive Maintenance sorgen für hohe Transparenz und Unterstützung in der Produktionsplanung, Steuerung und schließlich auch der Qualitätssicherung. Durch die Analyse bestehender Produktionsdaten können Vorhersagen über mögliche Störungen oder bevorstehende Wartungsarbeiten getroffen werden, noch bevor diese überhaupt entstehen.

»Die ‚Factory 56‘ wird die Art und Weise, wie Autos gebaut werden, neu definieren. Mercedes-Benz Cars baut mit der ‚Factory 56‘ die Autofabrik der Zukunft«, sagft Markus Schäfer, Mitglied des Bereichsvorstands Mercedes-Benz Cars, Produktion und Supply Chain.

Die Mitarbeiter arbeiten an ergonomisch optimierten Arbeitsplätzen und werden durch digitale Tools optimal in ihren Tätigkeiten unterstützt. Der Einsatz intelligenter, flexibler Technik steht dabei im Fokus. Eine neue Arbeitsorganisation sorgt für flexible und moderne Arbeitszeitmodelle. Die Pausenzonen werden nach neuesten Standards gestaltet, beispielsweise mit einer Küchenzeile, verschiedensten Sitzmöbeln wie Sofas und Info-Bildschirmen.

75 Prozent weniger CO2-Emissionen

Die Produktionshalle nutzt erneuerbare Energien und reduziert die CO2-Emissionen, den Wasserverbrauch und den Abfall deutlich. Auf dem Dach der Factory 56 befindet sich eine Photovoltaikanlage, die Strom in die Versorgung der Halle einspeist. Dies führt dazu, dass jährlich 5.000 MWh Strom gespart werden. Ein Elektrofahrzeug der Produkt- und Technologiemarke EQ, beispielsweise der Elektro-SUV EQC, könnte damit 72.000 Mal pro Jahr aufgeladen werden. Dies entspricht einer Fahrleistung von circa 36 Millionen Kilometern im Jahr. Die CO2-Emissionen in der Factory 56 werden im Vergleich zur heutigen S-Klasse-Produktion in Sindelfingen um 75 Prozent gesenkt.

Die Konstruktion der Halle ist besonders lichtdurchlässig. Die Blue-Sky-Architektur unterstützt ein angenehmes Arbeitsklima für die Mitarbeiter mit Tageslicht. Zudem kann die Halle im Sommer auf bis zu sieben Grad unterhalb der Außentemperatur temperiert werden.

Neben Markus Schäfer, Mitglied des Bereichsvorstands Mercedes-Benz Cars, Produktion und Supply Chain nahmen an der Grundsteinlegung für die neue Montagehalle im Mercedes-Benz Werk Sindelfingen auch Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau des Landes Baden-Württemberg, Dr. Bernd Vöhringer, Oberbürgermeister der Stadt Sindelfingen, sowie Michael Bauer, Standortverantwortlicher des Mercedes-Benz Werks Sindelfingen und Leiter der Produktion, sowie Ergun Lümali, Betriebsratsvorsitzender des Werks Sindelfingen, an den Feierlichkeiten teil.