Continental Sicherheit von Elektrofahrzeugen steigern

In Elektro- und Plug-in-Hybrid-Fahrzeugen erkennt der evSAT-Sensor von Continental Unfälle und bewirkt die Abschaltung der Hochvolt-Batterien, deren Spannung bis zu 400 V betragen kann. Die Produktion der Sensoren beginnt in diesem Jahr im Continental-Werk in Regensburg, im Jahr 2012 geht der Sensor in Serie.

Continental hat einen Sensor (Satelliten) für Elektro- und Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge entwickelt, der bei einem Unfall im Ladebetrieb für eine unmittelbare Abschaltung der Hochvolt-Batterie sorgt. Dadurch können Rettungskräfte die Fahrzeuge im Notfall bergen, ohne das Risiko eines möglichen Stromschlags einzugehen.

„evSAT“ steht für „Satellite for Electric Vehicles“. Dahinter verbirgt sich ein autonomer, triaxialer Sensor mit einer CAN-Schnittstelle. Während der Ladephase ist die übrige Fahrzeugelektronik inklusive Airbagsystem nicht in Betrieb. Um das Airbagsystem nicht kostenintensiv an neue Anforderungen anpassen zu müssen, hat Continental für den Ladebetrieb der Fahrzeuge den evSAT entwickelt: Der Beschleunigungssensor erkennt mit Hilfe eines Algorithmus einen Front-, Heck- oder Seitenaufprall durch ein anderes Fahrzeug und gibt unmittelbar über die CAN-Schnittstelle ein Signal an das Batterie-Management-System weiter, welches die Batterie innerhalb von einer halben Sekunde abschaltet. Ebenso reagiert evSAT, wenn im Fahrbetrieb eine Dachlage (Rollover) detektiert wird. Hier wird die Batterie innerhalb von maximal vier Sekunden deaktiviert. Bei anderen Unfällen während des Fahrens bleibt evSAT inaktiv. Hier wird die Batterieabtrennung vom Airbagsystem mit übernommen. Ist das Elektro- oder Plug-in-Hybrid-Fahrzeug abgestellt und wird nicht geladen, schaltet sich evSAT in einen Ruhemodus, um eine Entladung der Batterie zu vermeiden. evSAT stellt damit eine funktionale Ergänzung des passiven Sicherheitssystems für Elektro- und Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge dar.

Sicherheit ist wichtig für zukunftsfähige Elektromobilität Im Vergleich zu einer haushaltsüblichen Steckdose erzeugen Hochvolt-Batterien in Elektro- oder Plug-in-Hybrid-Fahrzeugen in der Regel eine fast doppelt so hohe und damit lebensgefährliche Spannung von 400 V. In den USA ist bereits heute gesetzlich vorgeschrieben, dass die Spannung im Bordnetz nach einem Unfall innerhalb von fünf Sekunden auf unter 60 V sinken muss. In Deutschland existieren bisher keine deartigen gesetzlichen Regelungen.

Prinzipiell kann evSAT an verschiedenen Stellen im Fahrzeug eingebaut werden, sollte jedoch weit genug im Inneren des Fahrzeugs platziert sein (beispielsweise unter dem Beifahrersitz), um bei einem Unfall nicht ebenfalls beschädigt zu werden. Die Vorteile bei der Verwendung von evSAT liegen darin, dass innerhalb einer Baureihe die konventionell angetriebenen Fahrzeugvarianten nicht verändert werden müssen. evSAT kann ohne größere Eingriffe in die bestehenden Bordsysteme der elektrisch angetriebenen Fahrzeug-Varianten integriert werden. Dieses Konzept erhöht zudem die Flexibilität bezüglich des Bauraums, kundenspezifischer Anforderungen und Entwicklungszeit.