Renault–Nissan-Affäre Renault-Chairman reist zu Nissan

Renault möchte bei der Besetzung des Managements von Nissan ein Wort mitreden - Nissan möchte dies nicht.
Welche Position wird Jean-Dominique Senard an der Spitze von Nissan einnehmen und wie geht es mit der Allianz zwischen Renault Nissan und Mitsubishi weiter?

Renaults neuer Verwaltungsratsvorsitzender Jean-Dominique Senard wird sich kommenden Donnerstag mit Hiroto Saikawa, CEO von Nissan treffen.

Senard will eine neue Vertrauensbasis schaffen, nachdem das Verhältnis zwischen Renault und Nissan durch die Ghosn-Affäre stark gelitten hat, der französische »Figaro« berichtet. Auch Saikawa äußerte gegenüber der japanischen Presse den Wunsch, die Beziehungen zwischen beiden Firmen zu normalisieren. Hinter den Kulissen dürfte es vor allem darum gehen, welche Position Senard künftig in der Führung von Nissan einnehmen wird. Ob er Vorsitzender wird, wie Ghosn es war, steht noch nicht fest. Auch über die Führung der Allianz Renault Nissan Mitsubishi ist noch nicht entschieden.

Die französische Regierung hatte vor wenigen Tagen verlauten lassen, dass sie sich eine Reduzierung des Anteils an Nissan Motor vorstellen könnte. Nissan ist der Überzeugung, dass die wechselseitigen Besitzverhältnisse – Renault hält 43,4 Prozent Anteile an Nissan, Nissan umgekehrt nur 15 Prozent ohne Stimmrecht an Renault – der gegenwärtigen Situation nicht mehr entspricht. Selbst die eigene Beteiligung an Renault zu reduzieren, halte die französische Regierung nach Informationen der japanischen Zeitung Nikkei Asian Review für eine künftige Option.