47-Mrd.-Dollar-Aktientausch PSA und Fiat Chrysler in Fusionsgesprächen

Peugeot: Die französische Marke ist - wenn auch knapp - mehrheitlich etwas für Frauen, die sehr bescheiden sind und verglichen mit dem Rest eher wenig Geld verdienen. Ansonsten fallen Peugeot-Besitzer nicht so wirklich auf.
Der Merger mit Renault war im Juni dieses Jahres geplatzt, jetzt steht Fiat-Chrysler angeblich in Verhandlungen mit PSA.

Damit wollen der CEO von PSA, Carlos Traves, und der Chairman von FCA, John Elkann, von dem gescheiterten Merger zwischen Renault und PSA profitieren.

John Elkann, Chairman von FCA und Spross der Agnelli-Familie, ist offenbar immer noch der Meinung, dass eine Konsolidierung in der Automobilindustrie unter dem Druck der anstehenden Veränderungen – Elektrifizierung, autonomes Fahren, neue Mobilitätskonzepte – wichtig sei, um im globalen Wettbewerb eine Rolle spielen zu können. Carlos Traves offenbar ebenso. Nach einem Bericht des Wall Street Journal sind beide Unternehmen wieder in Fusionsgesprächen. Sogar über ihre Positionen im fusionierten Unternehmen hätten sie sich verständigt: Carlos Traves soll CEO werden, John Elkann der Chairman. Dass die Gespräche laufen, haben beide Unternehmen bestätigt.

Doch noch ist nichts in trockenen Tüchern. PSA und FCA hätten schon mehrmals in diesem Jahr Gespräche geführt – vor und nach dem erst angekündigten und dann im Juni dieses Jahres gescheiterten Merger zwischen Renault und FCA –, bisher aber ohne Ergebnis. Nachdem der Preis der FCA-Aktien in diesem Jahr praktisch stagniert hatte, stieg er um 7 Prozent, nachdem das Wall Street Journal über die neue Aufnahme der Gespräche berichtet hatte. Die Aktien von PSA sind in diesem Jahr bereits um 38 Prozent gestiegen.  PSA ist an der Börse 22 Mrd. Euro wert, FCA 18 Mrd. Euro. Die Marken beider Unternehmen sind Alfa Romeo, Chrysler, Citroen, Dodge, DS, Jeep, Lancia, Maserati, Opel, Peugeot und Vauxhall.

Der Staat ist an PSA beteiligt – das spielt aber keine große Rolle

Auch nach dem Scheitern der Fusion im Juni diesen Jahres hat der Chef von Renault, Jean-Dominique Senard, immer wieder davon gesprochen, dass er sie sehr begrüßt hätte. Die angestrebte Fusion war aber wegen der Auseinandersetzungen mit Nissan, die sich durch die Merger-Ankündigung überrumpelt sah, und dem zögerlichen Auftreten des französischen Staates, mit lautem Knall geplatzt. Ein Merger wäre aus Sicht der französischen Regierung nur sinnvoll gewesen, wenn er die Allianz Renault-Nissan-Mitsubishi gestärkt hätte. Es wurde bis tief in die Nacht verhandelt. Von einem »verrückten Abend, an dem alles schief ging«, sprach damals »Le Figaro«. Fiat Chrysler Automobiles (FCA) gab sich verstimmt und ließ verlauten, dass eine Fusion mit einem Unternehmen, an dem der französische Staat einen erheblichen Anteil besitze, eben unmöglich sei.

Dass der Staat auch an PSA einen Anteil von 12 Prozent hält, scheint in diesem Fall weniger hinderlich zu sein, weil kein weiterer Partner eine Rolle spielt, dessen Interessen berücksichtigt werden müssen, wie bei Renault und Nissan. Außerdem dürfte der französische Staat nicht noch einen Merger zwischen europäischen Automobilherstellern blockieren wollen.