iSuppli MEMS-Sensoren für Automotive-Markt fliegen wieder

Nachdem die Hersteller von MEMS-Sensoren für den Automotive-Markt im letzten Jahr sicherlich ihr schwerstes Jahr hinter sich bringen mussten, können sie laut iSuppli in diesem Jahr wieder aufatmen.

Richard Dixon, Senior Analyst für MEMS und Sensoren bei iSuppli, geht davon aus, dass in diesem Jahr 591,2 Mio. MEMS-Sensoren verkauft werden, im letzten Jahr waren es nur 502 Mio. Stück. Das würde einem Anstieg von 17,8 Prozent entsprechen.

Allerdings folgt dieses Wachstum einem sehr schwierigen Jahr 2009. Denn zu Anfang des Jahres 2009 war die Auftragslage noch durchaus katastrophal. Aber seit dem vierten Quartal zieht die Nachfrage wieder an, was laut Dixon mittlerweile dazu geführt hat, dass sogar das Rekordniveau von 2007 überschritten wurde.

Was aber noch viel beruhigender sein sollte, ist die Tatsache, dass Dixon der Überzeugung ist, dass der jetzt erfolgende Aufschwung sogar mindestens bis Ende 2014 anhalten wird. Treiber sind vor allem die Drucksensoren.

Mindestens die Hälfte der Sensorhersteller haben laut Dixon erklärt, dass die Lieferungen derzeit ungefähr 3 mal so hoch sind wie im Durchschnitt – einerseits aufgrund der hochgefahrenen Produktion bei den OEMs, andererseits durch den Versuch, die Lagerbestände wieder auf ein vernünftiges Niveau zu bringen.

Die Folge dieser hohen Nachfrage sind Lieferengpässe. Dixon fügt sogar noch mahnend hinzu: »Sollten die Umsätze weiterhin auf diesem Niveau bleiben – und derzeit spricht nichts für eine Verlangsamung im Markt – besteht die Gefahr einer Überhitzung und möglicherweise eines abermaligen Abschwungs Ende dieses Jahres.«

Regional betrachtet ist Nordamerika mit einem 40-prozentigen Anteil der größte Abnehmermarkt von MEMS. Europa steht mit einem Drittel an zweiter Stelle. China und Japan weisen laut Dixon aber ebenfalls eine starke Nachfrage auf.

Die Zukunftsprognose schaut überaus rosig aus. So prognostiziert Dixon, dass die Anzahl von MEMS-Sensoren von durchschnittlich 8,12 pro Fahrzeug im Jahr 2009 auf mehr als 11,5 bis zum Jahr 2014 steigen wird. Ein wichtiger Grund für dieses Wachstum ist in den gesetzlichen Bestimmungen in den einzelnen Regionen zu sehen. So sind ESP-Systeme in den Vereinigten Staaten ab 2012 Pflicht, die EU folgt mit der gleichen Regelung 2014. In Europa kommt 2014 außerdem noch die Pflicht hinzu, Reifendrucküberwachungssysteme (TPMS) einzubauen.

Die ESP-Pflicht wird den Verkauf von Gyroskopen, Beschleunigungs- und Drucksensoren nach oben treiben, während die TPMS-Pflicht die Nachfrage nach Drucksensoren von 42,9 Mio. im letzten Jahr auf knapp 137,9 Mio. Stück im Jahr 2014 hoch schnellen lässt. Die immer schärferen Gesetze bezüglich der CO2-Emission wiederum lässt die Nachfrage nach Sensoren für den Antriebsstrang steigen und zwar von rund 1 Mio. auf 13 Mio. Stück innerhalb der nächsten fünf Jahre.

Laut Dixon dominierten auch 2009 die vertikal integrierten Hersteller wie Robert Bosch und Denso, die für einen Umsatz in Höhe von 355 beziehungsweise 203 Mio. Dollar stehen. Andere wichtige Player in diesem Bereich sind Freescale Semiconductor mit 139 Mio. Dollar, Sensata Technologies mit 115 Mio. Dollar, Analog Devices (ADI) mit 95 Mio. Dollar und Panasonic mit 85 Mio. Dollar. Dixon erklärt abschließend, dass sowohl ADI als auch Panasonic mit ihren Gyroskopen im letzten Jahr Marktanteile hinzugewinnen konnten.