Automotive-Forum Kurz-, mittel-, langfristig

Die Teilnehmer des Markt&Technik-Forums Automotive: Uwe Bröckelmann, Technischer Direktor EMEA von Analog Devices Raphael Hrobarsch, Sales Manager Automotive Europe und Sales Manager CEE von Diodes Hans Adlkofer, Vice President Head of Automotive Systems Group von Infineon Technologies Thomas Rothhaupt, Director Sales & Marketing bei Inova Semiconductors Johann Stelzer, Marketing Manager bei Microchip Technology Peter Wiese, Vice President Automotive Sales and Marketing EMEA von NXP Semiconductors Dr. Ulrich Giese, Senior Director Automotive Solution Business Unit bei Renesas Electronics Europe Carsten Demuth, Senior Marketing and Systems Manager Automotive Microcontroller von STMicroelectronics Armin Derpmanns, Head of Semiconductor Marketing & Operations von Toshiba

VW-Chef Herbert Diess hatte im März dieses Jahres während der Bilanzkonferenz eine Fokussierung auf den Batterieantrieb gefordert. Seitdem wird viel über den ökologischen Sinn und Unsinn von Batteriefahrzeugen diskutiert, aber die Weichen sind wohl erst einmal gestellt.

Ob Diess einschließlich seiner Forscher von der Batterietechnik als einzig wahrer Lösung überzeugt sind, sei dahingestellt. Dass es für ihn mindestens einen handfesten Grund gibt, auf diese Technik zu setzen, erklärt Thomas Rothhaupt, Director Sales & Marketing bei Inova Semiconductors, beim Markt&Technik-Forum Automotive: »Die Hälfte der Fahrzeuge, die VW verkauft, gehen nach China. In China ist politisch vorgegeben, wo die Richtung hingeht. Und will Diess seinen Marktanteil halten, kommt er gar nicht drum herum. Und vielleicht will er damit Europa auch dazu bringen, dass hier eine entsprechende Ladeinfrastruktur aufgebaut wird, sodass diese Fahrzeuge auch hier eine Absatzmöglichkeit haben.«

So oder so, die Richtung ist vorgegeben, wobei Uwe Bröckelmann, Technischer Direktor EMEA von Analog Devices, überzeugt ist, dass »das Investment in die Elektromobilität nicht verkehrt ist, denn selbst wenn Wasserstoff oder synthetische Kraftstoffe genutzt werden, brauche ich einen Elektromotor und eine Batterie, weil man auch dann einen hohen Wirkungsgrad haben möchte.« So werden seiner Meinung nach in Zukunft auch alle großen Fahrzeuge mit Verbrenner einen Elektromotor drin haben, um im Teillastbereich oder beim Beschleunigen den Motor zu entlasten.

Was Hans Adlkofer, Vice President Head of Automotive Systems Group von Infineon Technologies, bestätigt: »Der Hybrid ist ja nicht umsonst erfunden worden. Sondern dort, wo der Verbrenner ineffizient ist, fährt er elektrisch. Die Regel ist auch morgen noch gültig, auch wenn es synthetische Kraftstoffe sind.« Und Bröckelmann weiter: »Das Investment ist auf alle Fälle sinnvoll. Das Know-how brauchen wir. Wie wir dann in 10 bis 15 Jahren fahren, das weiß heute kein Mensch.«

A propos Hybridtechnik: Ob sie jetzt einen neuen Schub erhält, wird sich zeigen. Fakt ist, dass Toyota im April 2019 die Freigabe von fast 24.000 Patenten aus über 20 Jahren Hybridtechnik-Entwicklung zur gebührenfreien Nutzung bis Ende 2030 angekündigt hat. Dabei geht es vor allem um Kerntechnologien wie Elektromotoren, Steuergeräte und Systemsteuerungen, die in verschiedenen elektrifizierten Antriebssystemen – etwa in Hybrid-, Plug-in-Hybrid- und Brennstoffzellenfahrzeugen – zum Einsatz kommen.