Nissan mit neuer Führung Künftig lenkt eine Troika den Autokonzern

Der Hauptsitz von Nissan in Yokohama
Der Hauptsitz von Nissan in Yokohama

Nissan hat Makoto Uchida zum CEO ernannt, der an der Spitze einer Troika aus COO Ashwani Gupta und Vice-COO Jun Seki steht.

Der 53 jährige Makoto Uchida arbeitet seit 2003 bei Nissan. Der Japaner, der in Malaysia aufgewachsen ist, führte zuletzt die Geschäfte von Nissan in Südkorea und China. Außerdem war er in Projekte mit Renault innerhalb der Partnerschaft mit Renault und Mitsubishi involviert.

Yasushi Kimura, Vorsitzender des Aufsichtsrats von Nissan, erklärte, dass sich das Nominierungskomitee für Uchida entschieden habe, weil er das Unternehmen als ein Team führen werde, sich auf die Erholung des Geschäfts konzentriere und die Firma wiederbeleben könne.

Seit dem offiziellen Rauswurf von Carlos Ghosn hatte Hiroto Saikawa als CEO an der Spitze von Nissan gestanden, sollte aber nur vorübergehend wirken. Im Juni bildete Nissan das Nominierungskomitee, das einen neuen CEO aussuchen sollte. Als Hiroto Saikawa wegen undurchsichtiger Abrechnungen, im September zurücktrat, war die Liste der in Frage kommenden Kandidaten von 100 auf 10 geschrumpft. Doch die Zeit drängte. Zuletzt war laut Nikkei Asia Review nur noch von drei Personen die Rede: Neben Uchida waren das Ashwani Gupta (49), COO von Mitsubishi Motors, und Jun Seki (58), Senior Vice President von Nissan, der auch schon einmal die Geschäfte in China geführt hat. Renault-Chairman Jean-Dominique Senard hätte sich zunächst für den in Indien geborenen Gupta ausgesprochen. Dann jedoch einigte sich der Aufsichtsrat von Nissan einstimmig auf Uchida.

Dafür wird Gupta die Rolle des COO übernehmen und Seki wird Vice Chief Operating Officer. Dass Uchida und Seki beide Erfahrungen in China gesammelt haben zeigt, welchen Stellenwert Nissan dem chinesischen Markt beimisst. Uchida soll viel dazu beigetragen haben, die E-Autos von Nissan  in China voranzutreiben. Dort steht Nissan vergleichswese gut da. Insgesamt ist der Gewinn allerdings im zweiten Quartal dieses Jahres um 99 Prozent eingebrochen, es gibt also viel zu tun für die neue Troika.

Masakazu Toyoda, der an der Spitze des Nominierungskomitees von Nissan steht, erklärte, dass Uchida die Entscheidungsprozesse beschleunigen  aber auch so  viel wie möglich delegieren werde. Das Management von Nissan hatte Ghosn unter anderem angelastet, dass er zu viel Macht auf sich vereint hätte. Uchida dagegen gilt als ein Manager, der sich nicht gerne im Rampenlicht zeigt, sehr überlegt und rational entscheidet und wenig Emotionen zeigt.