Der Kampf beginnt Ghosn will in Nissan-Board-Meeting

Carlos Ghosn bei einem Interview.
Nach seiner Freilassung auf Kaution nimmt Carlos Ghosn den Kampf gegen die Anschuldigungen der Staatsanwaltschaft auf, unter anderem, dass er Geld von Nissan veruntreut habe.

Carlos Ghosn möchte am Board-Meeting von Nissan am kommenden Donnerstag teilnehmen. In welcher Garderobe er wohl erscheint?

Die Frage ist nicht so aus der Luft geholt, wie es zunächst scheint. Denn die Kleidung, die Ghosn bei seiner Entlassung aus dem Untersuchungsgefängnis trug, sorgt in Japan für Unstimmigkeit. Er trug nicht – wie es auf den ersten Blick aussah – eine Uniform wie seine Bewacher, sondern war in die Firmenkleidung eines Unternehmens gewandet, deren Namen deutlich zu erkennen war. Die Firma war überrascht und erwägt nun eine Klage, falls negative Effekte auf das eigene Unternehmen die Folge wären.

Doch nun zum Board-Meeting: Um die Erlaubnis daran teilzunehmen hat Ghosn beim Tokyo District Court nachgefragt. Das Gericht wird in Absprache mit der Staatsanwaltschaft darüber entscheiden. Ghosn ist zwar nicht mehr Chef von Nissan, aber nominell immer noch Mitglied des Aufsichtsrats. Als solches sollte er an der Sitzung teilnehmen.

Andererseits verbieten ihm seine strengen Auflagen, die die Voraussetzung für seine Freilassung auf Kaution waren, mit Personen in Kontakt zu treten, die in den Fall involviert sind – was auf die Mitglieder des Bords von Nissan wohl zutrifft. Sein Rechtsanwalt Junichiro Hironaka sagte laut Nikkei Asian Review, dass Ghosn nur seiner Pflicht als Direktor von Nissan nachkäme. An seinem Wunsch, an der Sitzung teilzunehmen, sei nichts Ungewöhnliches. Falls seinem Antrag stattgegeben wird, dürfte seine Kleidung wohl das geringste Problem sein, weil er seit seiner Freilassung wieder zugang zu Zivilkleidung hat.