Nissan Gewinnprognose gesenkt

Es war die erste Bilanzvorlage nach dem Sturz von Carlos Ghosn. Nicht nur die Affäre, sondern auch schleppende Absatzzahlen in den USA und China drücken aufs Geschäft.
Es war die erste Bilanzvorlage nach dem Sturz von Carlos Ghosn. Nicht nur die Affäre, sondern auch schleppende Absatzzahlen in den USA und China drücken aufs Geschäft.

Um 11 Prozent auf 4 Mrd. Dollar kürzt Nissan die Gewinnerwartung für 2019.

In den USA war der Absatz von Nissan im Quartal von Oktober bis Dezember 2018 um 7 Prozent auf 370.000 Einheiten zurückgegangen. Der Umsatz fiel im Januar gegenüber 2018 um 19 Prozent. Für die ersten neun Monate des laufenden Geschäftsjahres verbuchte Nissan einen Gewinn von 316,6 Milliarden Yen, 45,2 Prozent weniger als im gleichen Vorjahreszeitraum. Der Umsatz stieg dagegen leicht um 0,6 Prozent auf 8,58 Billionen Yen.  

Laut CEO Hiroto Saikawa müsse Nissan seine globale Strategie überdenken und seinen Markennamen stärken. Im vergangenen Jahr hatte Nissan 26 Prozent des Umsatzes in den USA erzielt, in China 27 Prozent.

Nissan hatte den Händlern in den USA hohe Zuschüsse pro Auto gewährt, weshalb der operative Gewinn in Nordamerika von April bis September um 60 Prozent gegenüber dem Vorjahr einbrach. Honda und Toyota hätten gegenüber Nissan laut Nikkei Asian Review pro Auto weit weniger Anreize gegeben. Die Zeitung zitiert einen Nissan-Mitarbeiter, nach dem unter der Führung von Ghosn die der einmal geplante Autoabsatz nicht geändert werden durfte und der Profit eine untergeordnete Rolle gespielt habe. Planzahlen der abgesetzten Autos nicht hätten

Zudem hat Nissan im ersten Quartal des Geschäftsjahres 9 Mrd. Yen eingestellt, um die die angeblich verdeckten Gehaltszahlungen an den früheren Verwaltungsratsvorsitzenden Carlos Ghosn abzudecken.

Der 64-jährige Ghosn war vor drei Monaten in Tokio wegen Verstoßes gegen Börsenauflagen festgenommen und angeklagt worden. Zudem soll er laut Staatsanwaltschaft private Investitionsverluste auf Nissan übertragen haben. Vor Gericht hatte der Top-Manager seine Unschuld beteuert und vermutete einen Komplott gegen ihn. Er ist Architekt der Autoallianz aus Renault sowie den japanischen Herstellern Nissan und Mitsubishi. Die Japaner hatten ihn kurz nach der Verhaftung gefeuert.

Bei Renault trat der in Japan weiter in Untersuchungshaft sitzende Ghosn kürzlich als Konzernchef zurück, hat aber noch Posten bei dem französischen Konzern. Er sitze weiter im Verwaltungsrat und habe Mandate bei Tochtergesellschaften, teilte Renault am Dienstag mit. Seine Aufgaben bei Renault wurden aufgespalten. Jean-Dominique Senard übernahm den Präsidentenposten und ist auch für die von Ghosn entworfene Allianz mit dem Nissan verantwortlich.

In der Allianz mit Renault sei es wichtig, dass jeder Partner Eigenständigkeit besitze, sagte Saikawa. Eine übermäßige Machtanhäufung wie unter Ghosn müsse künftig vermieden werden. Renault hatte in der zurückliegenden Woche bestätigt, nun ebenfalls Vorwürfe gegen Ghosn zu prüfen. Auch die Justiz wurde eingeschaltet. Ghosn soll zu seinem persönlichen Vorteil von einem Sponsoring-Vertrag profitiert haben – es geht um die Summe von 50.000 Euro.