Größer als GM Fusionieren Renault und Fiat Chrysler?

Renault möchte bei der Besetzung des Managements von Nissan ein Wort mitreden - Nissan möchte dies nicht.
Falls Renault und FCA tatsächlich fusionieren sollten, würde die Allianz Renault-Nissan-Mitsubishi auf rund 15 Mio. Fahrzeuge pro Jahr kommen.

Fiat Chrysler und Renault wollen fusionieren – auf die Struktur der Allianz Renault-Nissan-Mitsubishi hätte dies keine unmittelbaren Auswirkungen.

 

Renault und Fiat Chrysler Automobiles (FCA) wollen laut Nikkei Asian Review fusionieren. Auf die Allianz Renault-Nissan-Mitsubishi hätte das keine unmittelbaren Auswirkungen. Hiroto Saikawa, CEO von Nissan, habe erklärt, er unterstütze alles, was die Allianz stärke.

 

Zu FCA gehören unter anderem Jeep, Maserati und Alfa Romeo. Gemeinsam würden Renault und FCA 8,72 Mio. Autos pro Jahr produzieren und damit die Nummer 4, General Motors, überholen. Die Allianz Renault-Nissan-Mitsubishi käme dann auf 15 Mio. Fahrzeuge pro Jahr und würde damit Volkswagen, die bisherige Nummer 1 mit 10,83 Mio. produzierten Autos pro Jahr, deutlich hinter sich lassen. Renault-Nissan-Mitsubishi hatte 2018 rund 10,75 Mio. Autos verkauft, mehr als die Hälfte davon kamen von Nissan.

Den Bericht über Merger-Absichten bezeichnete Nissan-CEO Hiroto Saikawa gegenüber Nikkei Asian Review als »Annahme«. Am kommenden Donnerstag wollen sich die Partner der Allianz Renault-Nissan-Mitsubishi in Yokohama treffen, um über das weitere Vorgehen innerhalb der Allianz zu beraten. Dort würden Meinungen offen ausgetauscht und ein konstruktiver Dialog geführt. Der französische Finanzminister Bruno Le Maire hatte anlässlich eines Treffend mit Japans Wirtschaftsminister Hiroshige Seko erklärt, dass die Fortführung des Satus quo für die Allianz nicht in Frage käme, weil es sie schwächen statt stärken würde. Auch Seko will die Allianz gestärkt sehen. Die kommenden Gesprächsrunden innerhalb der Allianz werden zeigen, was die Partner darunter jeweils genau verstehen.  

Von den jeweiligen Marktpositionen betrachtet, könnte ein Merger sinnvoll sein. FCA ist in den USA und Renault in Europa stark, sie könnten also ihre wechselseitigen Schwächen ausgleichen. Zudem gehöre FCA laut Nikkei Asian Review auf den Gebieten der E-Fahrzeuge und der vernetzten Autos nicht zu den führenden Firmen, obwohl Kooperationen mit Waymo, BMW und Intel bestünden. Ein Zusammenschluss mit Renault könne diesen so wichtigen Zukunftsthemen innerhalb von FCA neue Impulse geben.

Weil die Elektrifizierung und das autonome Fahren hohe Investitionen erfordern, versuchen die Automobilhersteller weltweit, über Kooperationen Parallelentwicklungen zu vermeiden und die Kosten zu senken. So hatte FCA auch schon einen Zusammenschluss mit General Motors erwogen und die Group PSA hatte sich für FCA interessiert. Laut CEO Michael Manley, der Nachfolger des im vergangenen Jahr verstorbenen Sergio Marchionne, will nach eigenen Aussagen alle Möglichkeiten prüfen und aggressiv vorgehen.